Betrachtung zum Umgang mit dem Wahlsieger
Plötzlich dazugelernt?
Montag, 14. März 2016, 13:59 Uhr
Die Vertreter der etablierten Parteien konnten es kaum fassen, was sich da gestern Abend auf den Monitoren abspielte. Mit jedem ausgezählten Wahlbüro wurde klarer, wer der große Gewinner der Landtagswahl 2016 in Sachsen-Anhalt werden würde: die AfD (Alternative für Deutschland). Kein Versuch der ebenso etablierten Medien, diese Partei totzuschweigen oder totzuschreiben bzw. totzureden, hat deren Siegeszug verhindern können.
Die Internetzeitung msh-online musste sich in den wenigen Wochen ihres Bestehens manche Kritik anhören, weil sie Veranstaltungen der AfD nicht ignorierte. Denen eine Stimme zu geben sei mehr als fragwürdig, wurde uns gesagt. Die Folge: msh-online wurde zu verschiedenen Ereignissen nicht, wie andere Medien, eingeladen. Das Interessante daran: Wenn Etablierte – egal, ob Parteien oder Medien – kritische oder auch nur neutrale Stimmen mundtot zu machen versuchen, beweisen sie im Grunde genommen doch nur eine Lebensfremdheit, die genau das Gegenteil von dem bewirkt, was angestrebt wurde. Das gestrige Wahlergebnis ist ein beredtes Beispiel dafür.
msh-online wurde heute Morgen telefonisch vorgehalten, Steigbügelhalter der AfD gewesen zu sein. Als Beispiel wurde die Berichterstattung über das jüngste Umweltforum in Hettstedt genannt; msh-online hatte auch den AfD-Spitzenkandidaten Jens Diederichs zitiert.
Solche Vorwürfe sollen diffamieren, sind in der Tat aber lächerlich. Und gefährlich, denn unterschwellig ist klar, welche Haltung dahinter steckt: Gebt unbequemen Stimmen kein Podium. Schon Martin Luther hörte genau hin, wenn das Volk sich äußerte – und zog seine Schlüsse daraus (die Schaffung einer ersten einheitlichen deutschen Sprache ist sein Verdienst).
Der Wahlerfolg der vergeblich monatelang diffamierten oder ignorierten AfD wirkte sich aber schon gestern Abend im Fernsehen aus: Die AfD-Spitzenkandidaten der drei Bundesländer, in denen gewählt wurde, kamen zu Wort. Jede Wette, dass alle anderen Medien nachziehen werden.
Heute Morgen überraschte bereits der staatliche Rundfunk mit dem Senden einer kleinen Umfrage, in der eine Rentnerin feststellte, dass sich die AfD als einzige Partei ihre Ängste und Sorgen zum Thema Asylpolitik angehört und diese ernst genommen hat. Hoppla! Für diesen Beitrag wäre in der vorigen Woche der zuständige Redakteur gefeuert worden. Doch heute ist alles anders. Und das lässt den Autor dieser Zeilen nun auch wieder stutzig werden: Haben seit dem gestrigen Erdrutsch der etablierten Parteien die etablierten Medien plötzlich und unerwartet dazugelernt oder hängen sie einfach nur den Mantel in den Wind, hoffend, dass dieser bald wieder abflaut?
Jochen Miche
Autor: jmDie Internetzeitung msh-online musste sich in den wenigen Wochen ihres Bestehens manche Kritik anhören, weil sie Veranstaltungen der AfD nicht ignorierte. Denen eine Stimme zu geben sei mehr als fragwürdig, wurde uns gesagt. Die Folge: msh-online wurde zu verschiedenen Ereignissen nicht, wie andere Medien, eingeladen. Das Interessante daran: Wenn Etablierte – egal, ob Parteien oder Medien – kritische oder auch nur neutrale Stimmen mundtot zu machen versuchen, beweisen sie im Grunde genommen doch nur eine Lebensfremdheit, die genau das Gegenteil von dem bewirkt, was angestrebt wurde. Das gestrige Wahlergebnis ist ein beredtes Beispiel dafür.
msh-online wurde heute Morgen telefonisch vorgehalten, Steigbügelhalter der AfD gewesen zu sein. Als Beispiel wurde die Berichterstattung über das jüngste Umweltforum in Hettstedt genannt; msh-online hatte auch den AfD-Spitzenkandidaten Jens Diederichs zitiert.
Solche Vorwürfe sollen diffamieren, sind in der Tat aber lächerlich. Und gefährlich, denn unterschwellig ist klar, welche Haltung dahinter steckt: Gebt unbequemen Stimmen kein Podium. Schon Martin Luther hörte genau hin, wenn das Volk sich äußerte – und zog seine Schlüsse daraus (die Schaffung einer ersten einheitlichen deutschen Sprache ist sein Verdienst).
Der Wahlerfolg der vergeblich monatelang diffamierten oder ignorierten AfD wirkte sich aber schon gestern Abend im Fernsehen aus: Die AfD-Spitzenkandidaten der drei Bundesländer, in denen gewählt wurde, kamen zu Wort. Jede Wette, dass alle anderen Medien nachziehen werden.
Heute Morgen überraschte bereits der staatliche Rundfunk mit dem Senden einer kleinen Umfrage, in der eine Rentnerin feststellte, dass sich die AfD als einzige Partei ihre Ängste und Sorgen zum Thema Asylpolitik angehört und diese ernst genommen hat. Hoppla! Für diesen Beitrag wäre in der vorigen Woche der zuständige Redakteur gefeuert worden. Doch heute ist alles anders. Und das lässt den Autor dieser Zeilen nun auch wieder stutzig werden: Haben seit dem gestrigen Erdrutsch der etablierten Parteien die etablierten Medien plötzlich und unerwartet dazugelernt oder hängen sie einfach nur den Mantel in den Wind, hoffend, dass dieser bald wieder abflaut?
Jochen Miche
