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Meine kurze Wahlanalyse

Montag, 14. März 2016, 12:37 Uhr
Im Kern sind die Wahlergebnisse eine Klatsche für die real existierende Lobbykratie. Diese Meinung vertritt ein Leser der Nordthüringer Online-Zeitungen. Mehr dazu in unserem Forum...


Die Flüchtlingskrise ist nur der Auslöser für den lange angestauten Unmut von Bürgern, die sich „deklassiert“ fühlen. Viele Deutsche fühlen sich jetzt mit „Dahergelaufenen“ auf eine Stufe gesetzt und damit kollektiv narzisstisch gekränkt.

Diese Kränkung ist auf Grund der großen sozialen Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland sehr unterschiedlich ausgeprägt. Das spiegelt das unterschiedliche Abschneiden der AfD in Baden-Württemberg und R.-P. im Gegensatz zu Sachsen-
Anhalt deutlich wider.

Es zeigen sich aber auch deutlich die Auswirkungen der immer größer werdenden sozialen Spaltung in ganz Deutschland (und der ganzen Welt selbstverständlich auch). Der plötzliche Zustrom von einer Million notgedrungen mehr oder weniger leistungsmotivierter Flüchtlinge wird je nach Klassenzugehörigkeit sehr unterschiedlich bewertet:
  • Für Arbeit-“geber“ sind die (mehrheitlich jungen) Flüchtlinge eher eine willkommene Bereicherung. Zusätzliche Ausnahmen vom ohnehin niedrigen Mindestlohn werden schon gefordert!
  • Für Arbeit-“nehmer“ sind die Flüchtlinge eine zusätzliche Konkurrenz auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt!
Viele sind schon nicht mehr zur Wahl gegangen, weil sie sich durch die zahlreichen Lobbyisten der Wohlhabenden in den „Volksparteien“ ausgetrickst gefühlt haben. („Egal, was wir wählen – es ändert sich ja doch nichts!“) Jetzt kommt es zu einem sprunghaften Anstieg der Wahlbeteiligung zugunsten der AfD, von der man sich – meiner Meinung nach fälschlich – eine Austreibung der Lobbyisten aus den Tempeln der Macht (den Parlamenten) erhofft. Den Grünen und Linken wird das nicht zugetraut, weil sie weitestgehend als Vertreter neuer bzw. alter Eliten empfunden werden.

Deutschland 2016 ist anscheinend nicht mit der Weimarer Republik gleichzusetzen. Aber die Geschichte reimt sich deutlich!
Jörg Birkefeld
Anmerkung der Redaktion:
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Autor: red

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