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Ostern 2016 in Nordhausen

Vom Eise befreit sind Strom und Bäche

Donnerstag, 10. März 2016, 10:55 Uhr
Diese Worte hat der Dr. Faust auf den Lippen als er sich aufmacht zum Osterspaziergang. An Goethes Zeilen hat sich dieses Jahr auch die Stadtverwaltung ein Beispiel genommen: statt Oster- oder Brunnenfest will man die Bürger dieses Jahr zum spazieren animieren. Was man sich da im Rathaus genau ausgedacht hat, hat die nnz erfahren...

Osterspaziergang statt Osterfest - das plant die Stadt für 2016 (Foto: Angelo Glashagel) Osterspaziergang statt Osterfest - das plant die Stadt für 2016 (Foto: Angelo Glashagel)

Mit Schnee und Eis ist das an diesem Osterfest allerdings so eine Sache. Das findet nämlich schon in gut zwei Wochen statt und damit vergleichsweise früh im Jahr. Hinzu kommt, dass der Frühling sich bisher eher verhalten zeigt und noch nicht so recht aus dem Knick kommen mag.

Deswegen, so die Begründung der Stadtverwaltung, wird es auch in diesem Jahr kein Osterfest auf dem Petersberg geben. Die Erfahrung hätte gezeigt das man bei schlechtem Wetter auf die Turnhalle ausweichen müsste und das Ambiente hier "nicht das beste" sei, so die zweite Beigeordnete der Stadt, Hannelore Haase am Vormittag.

Auf Nachfrage räumt man ein, dass auch die Finanzen eine Rolle spielen - ein Fest auf dem Petersberg ist aufwendig, erklärte Jens Eisenschmidt für die "Neue Mitte", die den Petersberg bewirtschaftet. Angesichts der Witterung und dem damit verbundenen Risiko seien derlei Aufwendungen nicht zu vertreten. Etwaige Vorbehalte gegen ein Fest vor dem Ostersonntag von Seiten der Kirchen oder ihrer Vertreter würden für die Stadtverwaltung indes keine Rolle spielen, erklärte Haase.

Als Alternative will man, wie schon im vergangenen Jahr, die von Vereinen und Unternehmen geschmückten Brunnen der Stadt in den Mittelpunkt stellen. Die stünden der Nordhausen "gut zu Gesicht", meinte Hannelore Haase, man habe damit eine "kleine Tradition" fortgesetzt. Ein Brunnenfest wie 2015 soll es aber, siehe Wetter, nicht geben. Als Ersatz wolle man der Bevölkerung einen Osterspaziergang anbieten, erklärte die Beigeordnete.

An acht Brunnen im Stadtgebiet soll es Rätsel geben (Foto: Angelo Glashagel) An acht Brunnen im Stadtgebiet soll es Rätsel geben (Foto: Angelo Glashagel) Insgeamt wurden in der vergangenen Woche acht Brunnen im Stadtgebiet geschmückt, der südlichste vor dem Badehaus, der nördlichste im Rosengarten. Nicht mit dabei sind zwei prominente Wasserspiele: Neptun und Meerpferd. Letzeres sollte eigentlich dekoriert werden, die Erkältungswelle verhinderte das dieses Jahr, so die Erklärung der Verwaltungsspitze, 2017 sollen dann aber auch diese beiden Brunnen ihren Osterschmuck erhalten.

Zum Ostersonntag werden an allen acht Osterbrunnen kleine Rätsel vorbereitet, die Kinder und Familien zum Besuch der Wasserspiele animieren sollen. Stichwort Wasser: die Brunnen werden an diesem Sonntag nicht angestellt, dass passiert erst Mitte April wenn man keine frostigen Nächte mehr fürchten muss, Ostern hin oder her.

Für jedes gelöste Rätsel erhalten die Kinder Buchstaben, die zusammen ein Lösungswort ergeben. Auflösen kann man das dann am Ende des Spaziergangs, im Museum Tabakspeicher. Hier wurde der Hof bereits mit all den Dingen geschmückt, die sonst den Petersberg zieren. Es soll von malen, basteln, filzen und dekorieren für Groß und Klein jede Menge zu tun geben, erläuterte Birgit Adam, Leiterin der Stadtinformation. Der Förderverein des Museums will an Grill und Kuchentisch bereit stehen und im Haus selbst soll es neben der aktuellen Ausstellung auch Filme im Kinosaal zu sehen geben. Der Eintritt ist für Kinder bis 14 Jahre kostenlos, alle anderen werden 3,- Euro bezahlen müssen.

Wer nicht alle Brunnen ablaufen will, der findet die Rätsel auch noch einmal zusammengefasst im Tabakspeicher und kann auch ohne Spaziergang mitmachen - auch bei schlechtem Wetter. Das Museum öffnet am Ostersonntag seine Türen von 10 bis 17 Uhr.

Wie es auf dem Petersberg weitergehen soll und ob dort vielleicht im kommenden Jahr wieder gefeiert werden kann, will noch keiner so recht sagen. Der Geschäftsführer der Neuen Mitte, Jens Eisenschmidt, verwies auf die Stadtratsbeschlüsse zur Rekommunalisierung. Die Hoheit über den Petersberg und etwaige Veranstaltungen soll auf die Stadt zurückgehen, man befinde sich derzeit in "Entscheidungsprozessen" und könne noch nicht soweit schauen.
Angelo Glashagel
Autor: red

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