Geschichts- und Altertumsverein
Die Karstlandschaft als Südharzer Naturschatz
Mittwoch, 09. März 2016, 06:58 Uhr
Der Dienstagabend im Vereinshaus Thomas Mann stand ganz im Zeichen des Umweltschutzes und der Erhaltung der Karstlandschaft im Südharz. Wie der Vorsitzende des Geschichts- und Altertumsvereins Hans-Jürgen Grönke bereits in der Begrüßung bemerkte, ist dies in der heutigen Zeit ein heikles Thema, das noch mehr Aufmerksamkeit erhalten muss...
Rund 40 erschienene Vereinsmitglieder und Gäste hörten den über einstündigen Vortrag Die Gipskarstlandschaft Südharz und ihre Phänomene von Elke Blanke. Die Referentin gab wissenswerte Einblicke in die Entstehung von Karstlandschaften, deren Besonderheiten und über die Vorkommen in unserer Region.
Rund 5% der Karstgebiete auf der Welt sind Gipskarst, davon sind nur 10% grüner Karst, der auch in unserer Region vorkommt. Jedoch ist dieses Alleinstellungsmerkmal und die Landschaft in Gefahr, da, wie die Referentin erklärte, der Gipskarstgürtel ein heißbegehrtes Abbaugebiet zur Gipsgewinnung ist. Was die Natur vor etwa 275 Millionen Jahren (im sog. erdgeschichtlichen Oberen Perm) begann und durch die herzynische Hebungsphase des Harzes zusammen mit den ihr auflagernden Schichten entstehen ließ, wird unwiderruflich durch den radikalen Abbau zerstört.
Mit eindrucksvollen Fotografien über den schmalen Gipskarstgürtel über Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen schildete Elke Blanke die Bildung, mögliche Zusammenhänge und die Phänomene beispielsweise von Auslaugungs- und Durchbruchstälern, Schwinden, Steilwänden, Höhlen und Quellen. Besonders Letzteres spielte auch bei der Entstehung des Himmelsbergs, Sachsensteins, Hirschentals, Igelsumpfs (einem alten Schwindensystem der Wieda), Rhumequelle, Salzaquelle, Tanzteichs und Mönchssees eine wichtige Rolle. Diese Vorkommen sind nicht nur kunstvolle Formationen der Natur, wie das Marienglas und die Alabasterknollen in der Elisabethschächter Schlotte, sondern sie bieten verschiedenen Tier- und Pflanzenarten einen einmaligen Lebensraum.
Auch die Besonderheiten von Erdfällen mit und ohne Wasserfüllung, wo heute eine flache Ebene ist, kann morgen ein Erdfall sein wie es sich kürzlich in Nordhausen ereignete, wurden thematisiert.
Aus dem Vortrag wurde nicht nur die fachliche Kompetenz der Referentin erkennbar, sondern auch ihr großes und glühendes Interesse an der Natur und am Umweltschutz. Elke Blanke studierte Wasserwirtschaft an der Fachhochschule in Magdeburg, nachdem sie eine Lehre als Wirtschaftskauffrau abgeschlossen hatte.
Mit der Wende trat sie aktiv für den Naturschutz ein und erhielt Impulse durch diverse Aktivitäten vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der sich für Naturschutz auf politischer Ebene engagiert. Aktiv setzte sie sich als Umweltbeauftragte in Niedersachswerfen ein. Ohne Müdigkeit engagiert sich die Referentin mit Führungen, Öffentlichkeitsarbeit und vielem mehr für das Thema und ist mit ihrem Wissen eine wichtige Ansprechpartnerin geworden.
Aus der langjährigen Erfahrung der Referentin und aus dem Vortag wird erkenntlich, dass das Thema Naturschutz und besonders der Schutz der Karstlandschaft alle etwas angeht, denn mit dem grünen Karst liegt ein Naturschatz vor der Haustür. Und Elke Blankes Appell für ein nachhaltiges Wirtschaften ohne die eigenen Lebensräume zu zerstören, sollte noch mehr Gehör finden.
Zum nächsten Vortragsabend am 12. April 2016 wird Michael K. Brust über Die Barbarossahöhle im Kyffhäuser – 150 Jahre Höhlenforschung im Museum Tabakspeicher um 19.30 Uhr sprechen. Gäste sind willkommen.
Marie-Luis Zahradnik
Autor: redRund 40 erschienene Vereinsmitglieder und Gäste hörten den über einstündigen Vortrag Die Gipskarstlandschaft Südharz und ihre Phänomene von Elke Blanke. Die Referentin gab wissenswerte Einblicke in die Entstehung von Karstlandschaften, deren Besonderheiten und über die Vorkommen in unserer Region.
Rund 5% der Karstgebiete auf der Welt sind Gipskarst, davon sind nur 10% grüner Karst, der auch in unserer Region vorkommt. Jedoch ist dieses Alleinstellungsmerkmal und die Landschaft in Gefahr, da, wie die Referentin erklärte, der Gipskarstgürtel ein heißbegehrtes Abbaugebiet zur Gipsgewinnung ist. Was die Natur vor etwa 275 Millionen Jahren (im sog. erdgeschichtlichen Oberen Perm) begann und durch die herzynische Hebungsphase des Harzes zusammen mit den ihr auflagernden Schichten entstehen ließ, wird unwiderruflich durch den radikalen Abbau zerstört.
Mit eindrucksvollen Fotografien über den schmalen Gipskarstgürtel über Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen schildete Elke Blanke die Bildung, mögliche Zusammenhänge und die Phänomene beispielsweise von Auslaugungs- und Durchbruchstälern, Schwinden, Steilwänden, Höhlen und Quellen. Besonders Letzteres spielte auch bei der Entstehung des Himmelsbergs, Sachsensteins, Hirschentals, Igelsumpfs (einem alten Schwindensystem der Wieda), Rhumequelle, Salzaquelle, Tanzteichs und Mönchssees eine wichtige Rolle. Diese Vorkommen sind nicht nur kunstvolle Formationen der Natur, wie das Marienglas und die Alabasterknollen in der Elisabethschächter Schlotte, sondern sie bieten verschiedenen Tier- und Pflanzenarten einen einmaligen Lebensraum.
Auch die Besonderheiten von Erdfällen mit und ohne Wasserfüllung, wo heute eine flache Ebene ist, kann morgen ein Erdfall sein wie es sich kürzlich in Nordhausen ereignete, wurden thematisiert.
Aus dem Vortrag wurde nicht nur die fachliche Kompetenz der Referentin erkennbar, sondern auch ihr großes und glühendes Interesse an der Natur und am Umweltschutz. Elke Blanke studierte Wasserwirtschaft an der Fachhochschule in Magdeburg, nachdem sie eine Lehre als Wirtschaftskauffrau abgeschlossen hatte.
Mit der Wende trat sie aktiv für den Naturschutz ein und erhielt Impulse durch diverse Aktivitäten vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der sich für Naturschutz auf politischer Ebene engagiert. Aktiv setzte sie sich als Umweltbeauftragte in Niedersachswerfen ein. Ohne Müdigkeit engagiert sich die Referentin mit Führungen, Öffentlichkeitsarbeit und vielem mehr für das Thema und ist mit ihrem Wissen eine wichtige Ansprechpartnerin geworden.
Aus der langjährigen Erfahrung der Referentin und aus dem Vortag wird erkenntlich, dass das Thema Naturschutz und besonders der Schutz der Karstlandschaft alle etwas angeht, denn mit dem grünen Karst liegt ein Naturschatz vor der Haustür. Und Elke Blankes Appell für ein nachhaltiges Wirtschaften ohne die eigenen Lebensräume zu zerstören, sollte noch mehr Gehör finden.
Zum nächsten Vortragsabend am 12. April 2016 wird Michael K. Brust über Die Barbarossahöhle im Kyffhäuser – 150 Jahre Höhlenforschung im Museum Tabakspeicher um 19.30 Uhr sprechen. Gäste sind willkommen.
Marie-Luis Zahradnik



