Albert-Kuntz-Sportpark in der Politik
Bedauern statt Ansage
Freitag, 04. März 2016, 06:30 Uhr
Wie oft ist in den zurückliegenden Wochen, Monaten und Jahren über den Zustand des Albert-Kuntz-Sportkparks (AKS) in Nordhausen geschrieben worden - die unendliche Geschichte dazu geht weiter...
Schotter in Eigenleistung aufgebracht (Foto: nnz)
Sie beginnt mit einer Absage. Die kam von der Bundesregierung. Inhalt zusammengefasst: Weder die Sanierung des Theaters noch des AKS können gefördert werden. Ganze zwei Projekte sind es in Thüringen.
Das Präsidium von Wacker Nordhausen erhielt bislang keine Aussage zur Ablehnung, gestern auf Nachfrage der nnz mit einer Begründung: Man bedauert! "Die Entscheidung ist umso bedauerlicher, als gerade das Projekt der Ertüchtigung des AKS einen integrativen Ansatz verfolgte, da ein Nachwuchssportzentrum beabsichtigt ist, dass allen Vereinen der Region offen stehen sollte. Da insbesondere gerade die Sportvereine nicht nur altersübergreifend integrieren, sondern aktuell auch viele Geflüchtete in ihren Reihen aufnehmen, hätte bei der Entscheidung dieser integrative Ansatz berücksichtigt werden sollen, wie dies bei den genehmigten Projekten der Fall war."
Soweit das Rathaus in Nordhausen. Dort hat man von einer Erweiterung oder einem beabsichtigten Neubau noch nicht allzuviel vernommen, obwohl nahezu alle Thüringer Medien darüber berichteten. Stattdessen reden die Verwalter der Stadt von einer "Ertüchtigung" des AKS, für die Fördermittel in Höhe von 826.000 Euro beantragt wurden, bei einer Gesamthöhe der Ertüchtigung von rund 2,1 Millionen Euro. Macht rund 300.000 Euro Eigenmittel, die jedoch nur dann bereitgestellt werden können, wenn es der Stadtrat politisch will und der beschlossene Haushalt auch genehmigt ist.
Und wenn Sie, lieber Leser der nnz, jetzt wissen wollen, was das Rathaus unter "Ertüchtigung" versteht, dann hier die Antwort: "Die vorhandenen Plätze auf einen zeitgemäßen Standard bringen: Hauptspielfeld, Trainingsplatz und der so genannte Tennenplatz (Hartplatz). Das dringendste ist dabei, den derzeitigen Hartplatz in einen Rasenplatz umzuwandeln, damit bei den erforderlichen Bauarbeiten (egal, ob die Arbeiten einen Neubau umfassen oder die Ertüchtigung) der Spielbetrieb aufrecht erhalten werden kann."
Die Anmeldung der Fördermittel geschah laut Rathaus zu dem Zeitpunkt, zudem mit dem Verein abgesprochen war, den Spielbetrieb in der Regionalliga abzusichern. Inzwischen (nach Anmeldung der Fördermittel) seien jedoch vom Verein Pläne für einen Neubau vorgelegt worden, die ein drittligataugliches Stadion zum Inhalt haben. "Die dritte Liga, weil Profibereich, ist jedoch nicht förderfähig über das Sportstättenförderprogramm. Das ist dem Verein auch bekannt", erfährt die nnz aus dem Rathaus.
Und was sagt der Verein dazu? "Ich glaube fast, dass wir bei den Gesprächen mit der Stadt so richtig in einer Sackgasse stecken. Klar, haben wir unsere Vorschläge erneuert, auch deshalb, weil finanziell ein Gang in die dritte Liga vielleicht machbar ist, aber das ist doch normal, dass Pläne modifiziert werden", sagt Präsident Nico Kleofas. Glaubt man dem Mann, der nicht gerade für seine Diplomatie bekannt ist, dann haben die städtischen Vertreter in den Runden des Arbeitskreises aber auch Null Ideen oder Vorschläge unterbreitet, sondern Begründungen auf den Tisch gelegt, warum irgendwas nicht geht. "Wir haben die Pläne und das Projekt von Habau sofort in der Stadt vorgelegt und ich denke, dass die Förderanträge da noch hätten überarbeitet werden können."
Auch der Abschnitt bis zum Grenztriftweg wurde neu geschottert (Foto: nnz)
Jetzt ist die "Kiste" derart verfahren, dass im Wacker-Präsidium das Pendel sich dazu neigt, eine Betreibergesellschaft für den AKS zu gründen, das Areal zu kaufen und zu nutzen. "Wir machen zur momentanen Ertüchtigung der Anlage schon jetzt fast alles selbst. Sieben Tage in der Woche habe zum Beispiel eine vom Verein bezahlte Putzfrau zu tun, um nach dem Nachwuchstraining und den Spielen die Umkleideräume sauber zu machen. 50.000 Euro habe man in die Ertüchtigung der Zufahrt zum AKS am Kuhberg und Wege innerhalb der Anlage investiert. Geld des Vereins und von Sponsoren, Unterstützung gab es einzig vom Kreissportbund, wofür Kleofas dankbar ist. Der Präsident fügt an, dass Wacker das einstige Darlehen von der Stadt pünktlich zurückgezahlt habe, im Umkehrschluss immer noch auf die 80.000 Euro für die Flutlichtanlage warte.
Wenn der AKS privatisiert wird, was wird dann aus den Vereinen der Stadt Nordhausen, die das Gelände ebenfalls nutzen können? Die Antwort auf diese Frage bleibt der Präsident schuldig, man kennt sie vermutlich. "Natürlich sind wir manchmal sehr laut, wir sind eben keine Politiker. Aber wir machen was und langsam bekommen wir vom Verein den Eindruck, dass immer nur die Nichtstuer die Guten sind."
Das kann nicht so bleiben, dieser Zustand ist unhaltbar und einer Stadt wie Nordhausen einfach unwürdig. Der Vorstand des Nordhäuser Unternehmerverbandes hat sich vorgestern in der nnz eindeutig pro Wacker, pro Dritte Liga positioniert. Vielleicht hätte dieses Zeichen schon vor einem Jahr kommen sollen. Jetzt ist es in der Welt und auch die Mitglieder des NUV müssen sich daran messen lassen, wie sie den Werbeträger Wacker nicht nur verbal unterstützen. Viele Unternehmen sind seit Jahren treue Sponsoren, doch ist auch hier das Erreichte nicht das Erreichbare.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red
Schotter in Eigenleistung aufgebracht (Foto: nnz)
Sie beginnt mit einer Absage. Die kam von der Bundesregierung. Inhalt zusammengefasst: Weder die Sanierung des Theaters noch des AKS können gefördert werden. Ganze zwei Projekte sind es in Thüringen.
Das Präsidium von Wacker Nordhausen erhielt bislang keine Aussage zur Ablehnung, gestern auf Nachfrage der nnz mit einer Begründung: Man bedauert! "Die Entscheidung ist umso bedauerlicher, als gerade das Projekt der Ertüchtigung des AKS einen integrativen Ansatz verfolgte, da ein Nachwuchssportzentrum beabsichtigt ist, dass allen Vereinen der Region offen stehen sollte. Da insbesondere gerade die Sportvereine nicht nur altersübergreifend integrieren, sondern aktuell auch viele Geflüchtete in ihren Reihen aufnehmen, hätte bei der Entscheidung dieser integrative Ansatz berücksichtigt werden sollen, wie dies bei den genehmigten Projekten der Fall war."
Soweit das Rathaus in Nordhausen. Dort hat man von einer Erweiterung oder einem beabsichtigten Neubau noch nicht allzuviel vernommen, obwohl nahezu alle Thüringer Medien darüber berichteten. Stattdessen reden die Verwalter der Stadt von einer "Ertüchtigung" des AKS, für die Fördermittel in Höhe von 826.000 Euro beantragt wurden, bei einer Gesamthöhe der Ertüchtigung von rund 2,1 Millionen Euro. Macht rund 300.000 Euro Eigenmittel, die jedoch nur dann bereitgestellt werden können, wenn es der Stadtrat politisch will und der beschlossene Haushalt auch genehmigt ist.
Und wenn Sie, lieber Leser der nnz, jetzt wissen wollen, was das Rathaus unter "Ertüchtigung" versteht, dann hier die Antwort: "Die vorhandenen Plätze auf einen zeitgemäßen Standard bringen: Hauptspielfeld, Trainingsplatz und der so genannte Tennenplatz (Hartplatz). Das dringendste ist dabei, den derzeitigen Hartplatz in einen Rasenplatz umzuwandeln, damit bei den erforderlichen Bauarbeiten (egal, ob die Arbeiten einen Neubau umfassen oder die Ertüchtigung) der Spielbetrieb aufrecht erhalten werden kann."
Die Anmeldung der Fördermittel geschah laut Rathaus zu dem Zeitpunkt, zudem mit dem Verein abgesprochen war, den Spielbetrieb in der Regionalliga abzusichern. Inzwischen (nach Anmeldung der Fördermittel) seien jedoch vom Verein Pläne für einen Neubau vorgelegt worden, die ein drittligataugliches Stadion zum Inhalt haben. "Die dritte Liga, weil Profibereich, ist jedoch nicht förderfähig über das Sportstättenförderprogramm. Das ist dem Verein auch bekannt", erfährt die nnz aus dem Rathaus.
Und was sagt der Verein dazu? "Ich glaube fast, dass wir bei den Gesprächen mit der Stadt so richtig in einer Sackgasse stecken. Klar, haben wir unsere Vorschläge erneuert, auch deshalb, weil finanziell ein Gang in die dritte Liga vielleicht machbar ist, aber das ist doch normal, dass Pläne modifiziert werden", sagt Präsident Nico Kleofas. Glaubt man dem Mann, der nicht gerade für seine Diplomatie bekannt ist, dann haben die städtischen Vertreter in den Runden des Arbeitskreises aber auch Null Ideen oder Vorschläge unterbreitet, sondern Begründungen auf den Tisch gelegt, warum irgendwas nicht geht. "Wir haben die Pläne und das Projekt von Habau sofort in der Stadt vorgelegt und ich denke, dass die Förderanträge da noch hätten überarbeitet werden können."
Auch der Abschnitt bis zum Grenztriftweg wurde neu geschottert (Foto: nnz)
Jetzt ist die "Kiste" derart verfahren, dass im Wacker-Präsidium das Pendel sich dazu neigt, eine Betreibergesellschaft für den AKS zu gründen, das Areal zu kaufen und zu nutzen. "Wir machen zur momentanen Ertüchtigung der Anlage schon jetzt fast alles selbst. Sieben Tage in der Woche habe zum Beispiel eine vom Verein bezahlte Putzfrau zu tun, um nach dem Nachwuchstraining und den Spielen die Umkleideräume sauber zu machen. 50.000 Euro habe man in die Ertüchtigung der Zufahrt zum AKS am Kuhberg und Wege innerhalb der Anlage investiert. Geld des Vereins und von Sponsoren, Unterstützung gab es einzig vom Kreissportbund, wofür Kleofas dankbar ist. Der Präsident fügt an, dass Wacker das einstige Darlehen von der Stadt pünktlich zurückgezahlt habe, im Umkehrschluss immer noch auf die 80.000 Euro für die Flutlichtanlage warte.
Wenn der AKS privatisiert wird, was wird dann aus den Vereinen der Stadt Nordhausen, die das Gelände ebenfalls nutzen können? Die Antwort auf diese Frage bleibt der Präsident schuldig, man kennt sie vermutlich. "Natürlich sind wir manchmal sehr laut, wir sind eben keine Politiker. Aber wir machen was und langsam bekommen wir vom Verein den Eindruck, dass immer nur die Nichtstuer die Guten sind."
Das kann nicht so bleiben, dieser Zustand ist unhaltbar und einer Stadt wie Nordhausen einfach unwürdig. Der Vorstand des Nordhäuser Unternehmerverbandes hat sich vorgestern in der nnz eindeutig pro Wacker, pro Dritte Liga positioniert. Vielleicht hätte dieses Zeichen schon vor einem Jahr kommen sollen. Jetzt ist es in der Welt und auch die Mitglieder des NUV müssen sich daran messen lassen, wie sie den Werbeträger Wacker nicht nur verbal unterstützen. Viele Unternehmen sind seit Jahren treue Sponsoren, doch ist auch hier das Erreichte nicht das Erreichbare.
Peter-Stefan Greiner
