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Polizeibericht

Ruhige Straßen, ungewöhnliche Unfälle

Sonntag, 28. Februar 2016, 10:51 Uhr
Bis zum Sonntagmittag blieb der Landkreis Nordhausen von Verkehrsunfällen weitgehend verschon. Seit Freitagnachmittag wurde der Inspektionsdienst der Nordhäuser Polizei lediglich zu acht Verkehrsunfällen gerufen. Die waren dafür nicht unbedingt alltäglich...

Am Freitag stellte ein aufmerksamer Bürger kurz vor Mitternacht einen Opel mit immensen Unfallschäden in Holbach fest. Die Fahrerin des Pkw stand sichtlich unter dem Einfluss von Alkohol. Die 44 Jahre alte Frau aus dem Landkreis Osterode am Harz wirkte auch sonst verwirrt. Durch die Polizei wurde bei ihr ein Atemalkoholwert von mehr als einem Promille festgestellt.

Das Fahrzeug war nachweislich an mehreren Unfällen zwischen Klettenberg und Holbach beteiligt. Recherchen der Polizei ergaben, dass mehrer Verkehrszeichen umgefahren wurden. Die Stoßstange des Fahrzeuges lag noch in Klettenberg. Der Opel war so stark beschädigt, dass Betriebstoffe ausliefen. Feuerwehr und TSI beseitigten die Ölspur von Klettenberg bis Holbach. Bei der Frau wurde eine Blutentnahme angeordnet, sie verblieb stationär im Krankenhaus. Die durch die Unfallfahrt entstandenen Schäden sind noch nicht abschätzbar, bewegen sich aber mit Sicherheit im Bereich von mehreren tausend Euro.

Auch an diesem Wochenende zeigte sich einmal mehr der Trend, dass gerade bei Unfällen mit geringen Sachschäden manch Verursacher die Unfallstelle pflichtwidrig verlässt. Die Nordhäuser Polizei nahm zwischen Freitagnachmittag und Sonntagmittag wieder drei Unfallfluchten auf. Zum Glück zeigt es sich mehr und mehr, dass sich unbeteiligte Zeugen bei der Polizei melden. Die Verursacher können recht häufig ermittelt werden.

Ein im Nachhinein doch ungewöhnlicher Verkehrsunfall ereignete sich am Samstagmittag in der Halleschen Straße in Nordhausen. Dort hatte die Nordhäuser Polizei eine Verkehrskontrolle durchgeführt. Durch diese abgelenkt, fuhr ein 31 Jahre alter Nordhäuser mit seinem Pkw auf den Pkw einer vor ihm fahrenden ebenfalls 31 Jahre alten Frau auf. Den Beamten war der entsetzte Blick des Mannes unmittelbar vor dem Unfall durchaus aufgefallen.

Bei der Unfallaufnahme stellte sich heraus, dass gegen den Mann ein Haftbefehl vorlag. Das könnte erklären, warum er sich mehr auf die Beamten, als auf den vorausfahrenden Pkw konzentrierte. Den Haftbefehl, der aufgrund von Verkehrsordnungswidrigkeiten erlassen worden war, konnte der Mann nach Zahlung der Geldbuße abwenden. Er muss jedoch mit erneuten Ermittlungen gegen sich rechnen, da - sehr zum Leid der geschädigten Frau - sein Pkw offensichtlich nicht mehr versichert war. Die Ermittlungen dazu dauern an. Am Pkw des Mannes entstand ein Schaden von ca. 1.000 Euro. Der Schaden am Pkw der Frau wird auf gut 1.500 Euro geschätzt.
Autor: red

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