Fernwärme:
Gefangene Kunden eines Monopolmarkts
Sonntag, 28. Februar 2016, 09:29 Uhr
Rund 5,5 Millionen Haushalte werden in Deutschland mit Fernwärme versorgt, das sind 14 Prozent aller Anschlüsse. Der Ausbau der Fernwärme wird vielfach als wichtiger Baustein für eine effiziente Energieversorgung der Zukunft angesehen. Doch am Fernwärmesektor sind die Entwicklungen des Strom- und Gasmarktes der vergangenen 15 Jahre vorbeigegangen...
Jedes Fernwärmenetz stellt ein unreguliertes Monopol dar. Ein Anbieterwechsel bei Preiserhöhungen ist nicht möglich. vzbv, bne und DMB fordern deshalb Reformen.
Die Monopolstrukturen des Fernwärmesektors sind nicht verbraucherfreundlich, das kritisieren der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), der Deutsche Mieterbund (DMB) und der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne). Lange Vertragslaufzeiten sowie die Pflicht zum Bezug von Fernwärme über einen Anschluss- und Benutzungszwang verhindern die Umstellung auf andere effizientere Wärmetechnologien.
Monopolstrukturen ohne Regulierung - wie im Fernwärmesektor - sind in Zeiten liberalisierter Energiemärkte überholt. Da sich Verbraucherinnen und Verbraucher Preis- und Vertragsänderungen nicht entziehen können, benötigen wir entweder Wettbewerb, eine Preisregulierung oder eine Genehmigung der Endpreise, so Klaus Müller, Vorstand des vzbv. Verbraucherrechte seien auch im Fernwärmesektor an allgemeine Standards anzupassen. Basisinformationen zum Preis, zu den zur Wärmeerzeugung eingesetzten Energieträgern sowie zu Emissionen und Netzverlusten müssten zudem für Verbraucher im Internet abrufbar sein.
Eine vorbeugende Preiskontrolle durch eine Preisregulierung oder eine Endpreisgenehmigung findet in diesem Monopolsektor nicht statt. Bei Strom und Gas ist eine Regulierung des Monopolbereichs dagegen üblich. Auch eine Endpreisgenehmigung gab es auf diesen Märkten vor der Liberalisierung schon.
Der DMB kritisiert insbesondere, dass Preise für Fernwärme für Mieter nicht nachvollziehbar seien: Immer wieder erreichen uns Beschwerden von Mieterinnen und Mietern, die die Tarife für die Fernwärme nicht verstehen und die mit Preiserhöhungen konfrontiert werden, die nicht akzeptabel sind. Deshalb braucht es mehr Transparenz und Verlässlichkeit für die Versorgung der Mieter mit Fernwärme, so Lukas Siebenkotten, Bundesdirektor des DMB.
Autor: redJedes Fernwärmenetz stellt ein unreguliertes Monopol dar. Ein Anbieterwechsel bei Preiserhöhungen ist nicht möglich. vzbv, bne und DMB fordern deshalb Reformen.
Die Monopolstrukturen des Fernwärmesektors sind nicht verbraucherfreundlich, das kritisieren der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), der Deutsche Mieterbund (DMB) und der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (bne). Lange Vertragslaufzeiten sowie die Pflicht zum Bezug von Fernwärme über einen Anschluss- und Benutzungszwang verhindern die Umstellung auf andere effizientere Wärmetechnologien.
Monopolstrukturen ohne Regulierung - wie im Fernwärmesektor - sind in Zeiten liberalisierter Energiemärkte überholt. Da sich Verbraucherinnen und Verbraucher Preis- und Vertragsänderungen nicht entziehen können, benötigen wir entweder Wettbewerb, eine Preisregulierung oder eine Genehmigung der Endpreise, so Klaus Müller, Vorstand des vzbv. Verbraucherrechte seien auch im Fernwärmesektor an allgemeine Standards anzupassen. Basisinformationen zum Preis, zu den zur Wärmeerzeugung eingesetzten Energieträgern sowie zu Emissionen und Netzverlusten müssten zudem für Verbraucher im Internet abrufbar sein.
Ein Anbieterwechsel ist unmöglich
Lange Vertragslaufzeiten von regelmäßig zehn Jahren und Vertragsverlängerungen von fünf Jahren binden den Verbraucher langfristig an den Fernwärmemonopolisten. Preiserhöhungen oder Änderungen des Preissystems während der Vertragslaufzeit können Verbraucher nicht wie bei Strom und Gas durch einen Anbieterwechsel begegnen. Besteht ein Anschluss- und Benutzungszwang, können Verbraucher oft selbst am Ende der Vertragslaufzeit nicht auf ein anderes Heizsystem umsteigen. Das Bundeskartellamt spricht von gefangenen Kunden.Eine vorbeugende Preiskontrolle durch eine Preisregulierung oder eine Endpreisgenehmigung findet in diesem Monopolsektor nicht statt. Bei Strom und Gas ist eine Regulierung des Monopolbereichs dagegen üblich. Auch eine Endpreisgenehmigung gab es auf diesen Märkten vor der Liberalisierung schon.
Der DMB kritisiert insbesondere, dass Preise für Fernwärme für Mieter nicht nachvollziehbar seien: Immer wieder erreichen uns Beschwerden von Mieterinnen und Mietern, die die Tarife für die Fernwärme nicht verstehen und die mit Preiserhöhungen konfrontiert werden, die nicht akzeptabel sind. Deshalb braucht es mehr Transparenz und Verlässlichkeit für die Versorgung der Mieter mit Fernwärme, so Lukas Siebenkotten, Bundesdirektor des DMB.
