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Erdfall am Salzagraben

Wie weiter mit der Service Gesellschaft?

Mittwoch, 24. Februar 2016, 20:45 Uhr
Ein solches mediales Interesse hätten sich die Mitarbeiter der Service Gesellschaft des Landkreises Nordhausen vermutlich erspart. Mit dem Verlust des Betriebshofes geht auch die Angst um Arbeitsplätze um. Wir haben nachgefragt...

Blick in die Grundschuld (Foto: J. Piper) Blick in die Grundschuld (Foto: J. Piper)
In diesem Krater liegen 600.000 Euro und die Grundschuld

Vorab die gute Nachricht: Arbeitsplätze sind durch den nicht mehr zu nutzenden Betriebshof nicht in Gefahr. Das wird die Botschaft sein, die Landrat Matthias Jendricke morgen der 160 Mitarbeiter starken Belegschaft in einer Versammlung verkünden wird.

Doch so einfach wegstecken kann das kreiseigene Unternehmen die Folgen des Erdfalls nun auch nicht. Neben dem materiellen Schaden und den Investitionen in der Konsequenz daraus, "haben unsere Mitarbeiter auch emotional leiden müssen", konstatiert Geschäftsführer Gunnar Reuter. Für die Mitarbeiter des Straßenbetriebsdienstes waren plötzlich die Arbeitsplätze weg. Das musste erst einmal verkraftet werden.

Doch, und da gibt Betriebsleiter Michael Mohr Entwarnung, das Kerngeschäft und alle anderen Aufgaben gehen weiter. Allerdings mit einem gehörigen Maß an Improvisation. So steht auf dem Gelände am Schorfe zum Beispiel ein Zelt als Lager für die Reinigungsgeäte und -mittel.

Der Erdfall hat auch die Finanzen des kommunalen Unternehmens ein wenig durcheinandergewirbelt. "Gut, dass wir uns auf unsere Finanzierungspartner verlassen können", sagt Reuter erleichtert und lobt hier vor allem das Handeln der DKB-Bank. Da müssen jetzt zum Beispiel 350.000 Euro an Kredit aufgenommen werden, um die Planungsleistungen für die Sanierung des Humboldt-Gymnasiums für den Landkreis vorzufinanzieren. Eigentlich hätte man das ohne Kredit dem Gesellschafter vorschießen können.

Und dann muss der Ersatzneubau geplant werden. Ob der auf dem kreiseigenen Gelände am Schorfe realisiert wird oder auf einem anderen Grundstück, das sei noch nicht final entschieden, sagt Betriebsleiter Mohr. Auf jeden Fall müssen fast zwei Millionen Euro in die Hand genommen werden, besagt eine erste vorsichtige Kostenschätzung. Davongespült sind auf jeden Fall die 600.000 Euro, die im vergangenen Jahr in die Sanierung und Herrichtung des ehemaligen Katastrophenschutzgeländes am Salzagrabens geflossen, sind. Die haben sich, inklusive Grundschuld, innerhalb weniger Augenblicke in Wasser aufgelöst.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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