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Erdfall am Salzagraben

Noch ein Minister guckts in Loch

Mittwoch, 24. Februar 2016, 14:05 Uhr
Nach der Thüringer Umweltministerin war heute ein weiterer Minister aus Erfurt nach Nordhausen gekommen, um in den Erdfall auf dem Gelände der Service-Gesellschaft zu blicken...

Noch einmal Medieninteresse für den Erdfall und den Minister (Foto: nnz) Noch einmal Medieninteresse für den Erdfall und den Minister (Foto: nnz)
Und natürlich war auch Innenminister Holger Poppenhäger überrascht hinsichtlich des Ausmaßes des Erdfalls. Das hatte der Mann so vermutlich noch nicht gesehen.

Warum man in Nordhausen den Landespolitiker eingeladen hatte, scheint klar. Er ist der für das Kommunale verantwortliche Minister. Und von ihm wollten die Beteiligten wissen, ob und wie das Land Thüringen die jetzt erforderlichen Sicherungs- und Erkundungsmaßnahmen finanzieren oder wenigstens unterstützen wird. Die Erkundungsbohrungen, die notwendig sein werden, um das Ausmaß des unterirdischen Hohlraums zu ergründen, können mal ganz schnell einen siebenstelligen Betrag erforderlich machen.

Klar, Poppenhäger machte keine konkreten Finanzzusagen, wohl aber ließ er anklingen, dass man diese zusätzlichen finanziellen Belastungen für den Landkreis bei der wohlwollenden Genehmigung der Bedarfszuweisungen an den Landkreis in diesem Jahr berücksichtige werde.

Indes soll noch in dieser Woche die Unglücksstelle weiträumig abgesperrt werden. Von einer Verfüllung des entstandenen Hohlraums raten sämtliche Fachleute in diesem Stadium ab.
Peter-Stefan Greiner

Update

Landrat Matthias Jendricke und die Nordhäuser Bürgermeisterin Jutta Krauth verwiesen auf den Bedarf einer neuen Feuerwache in Nordhausen, der nach dem Erdfall noch mehr drängt. Denn nun ist auch die Atemschutzübungsstrecke für die Feuerwehren nicht mehr nutzbar, denn diese ist in einem Gebäude in unmittelbarer Nähe zum Erdfall untergebracht.

Poppenhäger, Jung (Foto: J. Piper) Poppenhäger, Jung (Foto: J. Piper)
Gerd Jung, Leiter der Nordhäuser Berufsfeuerwehr, zeigt Minister Poppenhäger das Ausmaß des Schadens

Jendricke sieht deutliche Vorteile darin, auch die Leitstelle des Landkreises in die neue Feuerwache zu integrieren und damit eine gemeinsame Einsatzzentrale mit der Berufsfeuerwehr Nordhausen zu schaffen. Auch die bisherige Unterbringung der Atemschutzwerkstatt in der jetzigen Feuerwache der Berufsfeuerwehr sei dauerhaft nicht angemessen.

Die Kameraden der Berufsfeuerwehr prüfen allein rund 600 Atemschutzgeräte der Freiwilligen Feuerwehren im Jahr. Auch die Schlauchwäsche ist aktuell bei der Berufsfeuerwehr untergebracht, seitdem das Feuerwehrtechnische Zentrum des Landkreises nicht mehr in Betrieb ist. Landrat Jendricke wie Bürgermeisterin Krauth warben um die Unterstützung des Landes beim Bau der Feuerwache, der nun dringender erforderlich ist denn je. Hier sagte der Innenminister seine Unterstützung zu.

Im Umkreis des Erdfalls haben die Messungen bislang keine weiteren Bewegungen oder Absenkungen der Erdoberfläche festgestellt. Auch das Salz-Silo der Service Gesellschaft hat sich nicht bewegt. Bereits am Samstag wurden in einem Umkreis von 300 Metern rund 20 Messpunkte angebracht, um kontinuierlich mögliche Erdbewegungen feststellen zu können.
Autor: red

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