nnz-online
Erdfall am Salzagraben

Weiteres Vorgehen mit Land abstimmen

Montag, 22. Februar 2016, 11:41 Uhr
Heute Morgen hat sich Landrat Matthias Jendricke mit Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh und weiteren Vertretern der Stadt Nordhausen sowie der Berufsfeuerwehr und den beteiligten Fachleuten zum Vorgehen zum Erdfall in Nordhausen abgestimmt...

Krisensitzung im Landratsamt (Foto: J. Piper) Krisensitzung im Landratsamt (Foto: J. Piper)
"Wir können froh sein, dass niemand zu Schaden gekommen ist, aber der materielle Schaden ist natürlich beträchtlich", sagte Matthias Jendricke. Der Landrat sprach sich dagegen aus, den Erdfall schnell zu verfüllen. Wichtig sei jetzt die Ursachenforschung.

Da dies jedoch voraussichtlich technisch aufwändig und damit kostenintensiv wird, könne dies der Landkreis Nordhausen allein nicht schultern. Hier müsse das Land Thüringen die örtliche Ebene unterstützen. In diesem Punkt pflichtete Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh bei. Ihm sei insbesondere die Sicherheit der Anwohner nahe dem Erdfall wichtig, hier müsse die Frage einer mögliche Gefährdung geklärt werden, so Zeh.

Landrat Matthias Jendricke hat bereits erste Gespräche in Richtung Land geführt, um Unterstützungsmöglichkeiten auszuloten. Denn die Kosten für weitere Untersuchungen des Geländes sowie die Verfüllung des Erdfalls könnten bei bis zu einer Million Euro liegen. Für heute Nachmittag hat Umweltministerin Anja Siegesmund ihr Kommen angekündigt. Auch der Innenminister Holger Poppenhäger wird in dieser Woche vor Ort erwartet.

Die Experten der IHU, der Gesellschaft für Ingenieur-, Hydro- und Umweltgeologie in Nordhausen, sprachen sich dafür aus, zunächst die vorliegenden Daten zum Erdfall zu analysieren, bevor weitere technische Maßnahmen in Abstimmung mit der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) festgelegt werden. "Es ist der 5. Fall in der Größenordnung in den letzten zehn Jahren in Thüringen", sagte Konrad Rose von der IHU.

Der Erdfall soll also nicht ad hoc verfüllt werden, sondern zunächst weiter beobachtet werden. Bereits am Samstag wurden Messpunkte im Umfeld des Erdfalls angebracht, um mögliche Bewegungen festzustellen.

Die gestrigen Messungen haben ergeben, dass der Erdfall jetzt rund zehn Meter tief ist, davon stehen knapp drei Meter unter Wasser. Damit ist der Wasserspiegel im Vergleich zur Messung vom Polizeihubschrauber aus am Samstag weiter gesunken - das Wasser versickert also im Erdreich. Am Freitagabend haben erste Messungen ergeben, dass der Erdfall über 40 Meter tief ist. Seitdem ist Erdreich und Teile der angrenzenden Verwaltungsgebäude der Service Gesellschaft des Landkreises Nordhausen in das Erdloch gestürzt. An den Gebäuden sind seit gestern keine weiteren gravierenden Schäden aufgetreten.
Autor: red

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de