nnz-Forum
Entsetzt, erschrocken, schockiert
Montag, 22. Februar 2016, 09:40 Uhr
In den letzten Tagen, Wochen und Monaten hat man Szenen erleben müssen, die noch vor einem Jahr kaum einer für möglich gehalten hätte und die Erinnerungen an eigentlich doch längst überwundenes wecken. Eine nnz-Leserin meint jetzt sie könne nicht schockierter sein, würde doch aber jeden Tag eines besseren belehrt...
Seit ein paar Tagen habe ich das Gefühl, dass ich nicht mehr entsetzter, erschrockener und schockierter sein könnte und doch werde ich täglich eines besseren belehrt. Sei es eine geplante Flüchtlingsunterkunft die brennt, während johlende und klatschende Menschenmassen die Feuerwehr an ihrer Arbeit hindern oder Polizisten, die geflüchtete Kinder aus Bussen zerren und das unter dem Gelächter eines aggressiven braunen Mobs.
Nebenbei wird vor Ort diskutiert, dass es doch besser sei, Altbau teuer für ein zahlungskräftiges Klientel zu sanieren und die Flüchtlinge in Container zu packen. Und neben all dem Entsetzen spüre ich die Wut: Wut darüber, dass alle nach Integration schreien und gleichzeitig stigmatisieren, wie es schlimmer nicht sein kann! Wut darüber, dass manche Politiker seit Monaten populistische Raus-Parolen von ihren Podien brüllen und sich wundern, wenn Häuser brennen und ja auch Wut über die dumpfe braune Masse, die all ihre Probleme im Außen sucht um ja nicht auf sich selbst schauen zu müssen!
Warum sind die Menschen in diesem reichen und privilegierten Land nicht in der Lage einfach ein bisschen abzugeben? Warum predigen nicht alle Politiker Toleranz gegenüber traumatisierten, verängstigten und erschöpften Flüchtlingen?
Ich bin nicht naiv und weiß, dass wir in der Flüchtlingshilfe eine große Aufgabe vor uns haben und Inklusion Jahre dauern wird, aber dies ist nicht nur Aufgabe der Sozialarbeit sondern auch Aufgabe einer Gesellschaft.
Ich hoffe noch darauf, hoffe, auf eine solche Gesellschaft, denn ein Land wie ich es heute sehe und meine Heimat nenne, möchte ich meinen Sohn nicht in ein paar Jahren erklären müssen
Sara M., der vollständige Name ist der Redaktion bekannt.
Anm. d. Red.: Kommentare bitte nur mit Klarnamen
Seit ein paar Tagen habe ich das Gefühl, dass ich nicht mehr entsetzter, erschrockener und schockierter sein könnte und doch werde ich täglich eines besseren belehrt. Sei es eine geplante Flüchtlingsunterkunft die brennt, während johlende und klatschende Menschenmassen die Feuerwehr an ihrer Arbeit hindern oder Polizisten, die geflüchtete Kinder aus Bussen zerren und das unter dem Gelächter eines aggressiven braunen Mobs.
Nebenbei wird vor Ort diskutiert, dass es doch besser sei, Altbau teuer für ein zahlungskräftiges Klientel zu sanieren und die Flüchtlinge in Container zu packen. Und neben all dem Entsetzen spüre ich die Wut: Wut darüber, dass alle nach Integration schreien und gleichzeitig stigmatisieren, wie es schlimmer nicht sein kann! Wut darüber, dass manche Politiker seit Monaten populistische Raus-Parolen von ihren Podien brüllen und sich wundern, wenn Häuser brennen und ja auch Wut über die dumpfe braune Masse, die all ihre Probleme im Außen sucht um ja nicht auf sich selbst schauen zu müssen!
Warum sind die Menschen in diesem reichen und privilegierten Land nicht in der Lage einfach ein bisschen abzugeben? Warum predigen nicht alle Politiker Toleranz gegenüber traumatisierten, verängstigten und erschöpften Flüchtlingen?
Ich bin nicht naiv und weiß, dass wir in der Flüchtlingshilfe eine große Aufgabe vor uns haben und Inklusion Jahre dauern wird, aber dies ist nicht nur Aufgabe der Sozialarbeit sondern auch Aufgabe einer Gesellschaft.
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Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: redDie im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
