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Ellricher Stadtrat

Krippenausbau in Sülzhayn im Verzug

Dienstag, 26. Januar 2016, 06:47 Uhr
Der ausstehende Ausbau des Sülzhayner Kindergartens war ein beherrschendes Thema der jüngsten Ellricher Stadtratssitzung. Susanne Schedwill berichtet...


Ellrich. Dass sich der Ausbau des Sülzhayner Kindergartens weiter verzögert, sorgte für einigen Ärger unter den Ellricher Stadträten. Bürgermeister Matthias Ehrhold (SPD) musste in der ersten Sitzung des Gremiums in diesem Jahr verkünden, dass man den eigentlichen Termin für die Fertigstellung, den 30. Juni, nicht halten könne.

Grund: Ein Fördermittelbescheid für das rund 600 000 Euro teure Vorhaben steht weiter aus. „Wir tun alles, dass die Gelder kommen. Allein kann die Stadt Ellrich die Maßnahme aber nicht stemmen“, verdeutlichte Ehrhold die Situation am Abend und reagierte damit auch auf die Kritik einiger Stadtratsmitglieder.

Die 24 neuen Krippenplätze würden dringend gebraucht, die Situation in der Krippe sei beengt und die Geburtenrate bleibe hoch, sagte Stadtrat Daniel Holzhause (CDU). Ehrhold verweis in diesem Zusammenhang auf eine Entspannung: 50 Geburten gab es in der Einheitsgemeinde im Jahr 2014, 34 waren es im vergangenen.

Doch Holzhause verwies auf ein anderes Problem: Wie könne man den Menschen in Sülzhayn noch verständlich machen, dass man auf das Geld für eine Krippe seit zwei Jahren wartet. Im Gegenzug eine leerstehende Schule im selben Ort in kürzester Zeit zur Flüchtlingsunterkunft für 1,6 Millionen Euro umgebaut werde? Der Umbau im Kindergarten müsse endlich in die Gänge kommen. Dem pflichtete Iris Nebelung (BBE) bei. Zumal ab 1. Februar drei syrische Flüchtlingskinder den Kindergarten halbtags besuchen werden, deren Familien einen Aufenthaltsstatus erhalten haben. Die Kapazität gebe das aber her, so Ehrhold weiter.

Der Ortschef verstand die Kritik, erklärte, dass das Geld für die Flüchtlingsunterkunft aus unterschiedlichen Töpfen komme. „Die 1,6 Millionen Euro für die Flüchtlingsunterkunft fließen von Bund und Land. Der Kreis und die Stadt Ellrich haben damit überhaupt nichts zu tun“, so Ehrhold. Die kreiseigene Servicegesellschaft sei lediglich mit der Ertüchtigung des Hauses beauftragt.

Nach einem Vorschlag von Michael Schulze (BBE) soll nun der Besuch des Ministerpräsidenten Bodo Ramolow (Linke) am 5. Februar in der Sülzhayner Flüchtlingsunterkunft dazu genutzt werden, den Landeschef auf die Dringlichkeit des Bauvorhabens im Kindergarten aufmerksam zu machen.

Ehrhold ist nach Gesprächen mit dem für die Fördermittel zuständigen Ministerium unterdessen zuversichtlich, dass die Ausschreibung für den Umbau des Kindergartens im Mai/Juni erfolgen kann. Bei einer Bauzeit von acht bis zehn Wochen würden die Plätze Ende September zur Verfügung stehen.
Susanne Schedwill
Autor: red

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