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Großer Bahnhof in der Autowelt

Machen, nicht nur reden

Donnerstag, 07. Januar 2016, 10:31 Uhr
Von ihm ging die Initiative aus – Helmut Peter sagte einst im Gespräch mit Kanzleramtsminister Peter Altmaier zu, jungen Flüchtlingen eine Chance zum Einstieg in den Arbeitsmarkt zu geben. Machen, nicht nur reden. Heute gab es in dieser Initiative einen weiteren Meilenstein. Und wieder wurde nicht nur geredet, sondern auch gehandelt...

Großes Medieninteresse in der Autowelt (Foto: nnz) Großes Medieninteresse in der Autowelt (Foto: nnz) Riesiges Medieninteresse im Autohaus-Peter.

Zuerst zu den Reden. Die waren nach der Begrüßung durch Helmut Peter in der Skoda-Autowelt dem Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise und dem Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow vorbehalten.

Letzterer freute sich, dass es hier in Nordthüringen gelungen sei, aus einer Idee eine praktische Initiative zu gestalten. Der Ministerpräsident würdigte den sehr guten Kontakt zur Bundes- oder zur Landesarbeitsagentur und verwies darauf, dass die Flüchtlingsarbeit mit konkreten Projekten umgesetzt werde, die einen wesentlichen Beitrag zur Integration leisten.

Ramelow verwies aber auch auf den Umstand, dass bei einer Arbeit mit den Flüchtlingen die Bürgerinnen und Bürger dieses Bundeslandes, die lange Zeit ohne Arbeit sind, nicht vergessen werden. Das ist ein langwieriger Prozess, der nur gemeinsam zu gehen sei. Und in diesem Sinne sei Thüringen ein Chancen-Land.

Frank-Jürgen Weise dankte für die unternehmerische Initiative sowie für die politische Unterstützung seitens der Landespolitik. Für ihn sei das ein ermutigendes Beispiel, das weit über Thüringen hinaus Maßstäbe setzen müssen.

Weise sagte, dass das Asylthema ein gesellschaftlicher Wert sei. Menschen haben einerseits eine Würde, sie müssen jedoch allesamt einen Beitrag für die Gesellschaft leisten. Das treffe für die Einheimischen wie für die Menschen zu, die in unserem Land Zuflucht vor Vertreibung und Krieg gesucht haben.

Weise betonte weiterhin, dass es für Flüchtlinge keine gesonderten Programme gebe, sondern dass man einen Mix bestehender Programm anbiete. Gewürdigt wurde durch den Agentur-Chef die Initiative der Nordhäuser Agentur, bestehende Programme mit Deutschkursen zu verbinden.

Karsten Froböse, der Chef der Nordhäuser Arbeitsagentur verwies ergänzend auf die Erfolge in Nordthüringen bei der Integration von Langzeitarbeitslosen in den ersten Arbeitsmarkt (wir berichteten ausführlich). Niels Neu sagte, dass es auch in den Unternehmen Rechtsnormen gebe, die von allen Beteiligten, auch von den Flüchtlingen, einzuhalten sind. Das sei insbesondere die Gleichberechtigung von Mann und Frau, im täglichen Leben, aber auch im Job. Konkret hieß das, dass am Vormittag acht Verträge zur Einstiegsqualifizierung unterzeichnet wurden.

Den informativsten und emotionalsten „Job“ des Vormittags erledigte jedoch Michael Teclom Asmelash. Der 21 Jahre alte Eritreer, der seit einem Jahr in Deutschland, genauer gesagt, in Nordhausen lebt, und mittlerweile der deutschen Sprache mächtig ist. Der Mann, der in Wollersleben Fußball spielt, sagte, dass er hier in Deutschland leben und bleiben will, dass er einen Beruf erlernen will und den Menschen hier vieles von dem zurückgeben will, was er an Hilfe bislang bekommen habe. Das gehe am besten durch Arbeit. Und zwar schnell, denn, Michael sagte es: Zeit ist Geld.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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