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Tierquälerei am Ammerberg

Freitag, 29. Juni 2001, 06:40 Uhr
Nordhausen (nnz). Am vergangenen Wochenende wurden die Freunde des Nordhäuser Schutzvereins „Tiere in Not e. V.“ zu einem dringenden Einsatz gerufen. Anwohner des Ammerberges in Nordhausen verständigten die Tierschützer, weil dort in einem Fahrzeug zwei kleine Hunde seit drei Stunden der prallen Sonne ausgesetzt waren. Wie die Geschichte ausgeht, das erfahren sie in Ihrer nnz.

Wenige Minuten später war Vereinsvorsitzender Manuel Thume vor Ort und überzeugte sich von dieser Tierquälerei. Zwar waren am Fahrzeug die Fenster einen Spalt geöffnet und das Dachfenster angekippt, aber im Innenraum waren mittlerweile mindestens 40 Grad Celsius und den Hunden stand auch kein Wasser zur Verfügung.

Kurz nach Eintreffen der Tierschützer waren auch zwei Beamte der Nordhäuser Polizei zugegen. Man verständigte sich schnell darauf, dass die Hunde unverzüglich aus dem Fahrzeug geholt werden müssen. Nachdem vergeblich versucht wurde, den Besitzer des Fahrzeuges ausfindig zu machen und nach einigen Telefonaten wurde die Nordhäuser Berufsfeuerwehr zu Hilfe geholt. Die Feuerwehrmänner bewiesen Ideenreichtum, indem sie mit Hilfe einer Fangschlinge und eines Astes über das Dachfenster das Fenster der Fahrertür öffneten. Einer der beiden Hunde stand kurz vor einem Kollaps. In dem Moment, als Polizei, Feuerwehr und Tierschützer die Hunde aus ihrem Elend befreien wollten, tauchten die Halter am Fahrzeug auf.

Sie waren sich keiner Schuld bewusst und verstrickten sich mit ihren Äußerungen immer mehr in Widersprüche. Die Rettungsaktion dauerte fast zwei Stunden an, was bedeutet, dass die armen Kreaturen mindestens schon fünf Stunden in dem „Brutkasten“ ausharren mussten. Einige Anwohner des Ammerberges berichteten, dass bereits am vorhergehenden Freitag das Fahrzeug mit drei Hunden acht Stunden lang in der Sonne stand. Die Anwohner erklärten sich bereit, bei der Polizei ihre Aussage zu Protokoll zu geben. Die Kosten des Einsatzes müssen nun von den Tierhaltern getragen werden.

Der Vereinsvorsitzende Manuel Thume erstattete am nächsten Tag umgehend Anzeige gegen die Tierhalter wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Die Tierschützer bedanken sich ganz herzlich bei den engagierten Polizisten, der Feuerwehr und den Anwohner für ihre Einsatzbereitschaft. Sollten andere Bürger solche Tierquälereien beobachten, sollen sie sich umgehend unter 0170/4824004 melden.
Autor: nnz

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