DDR Gelände- und Kübelwagen für staatliche Aufgaben
Der motorisierte Blick zurück (2)
Mittwoch, 23. Dezember 2015, 14:40 Uhr
Nach dem sich Autor Hubert Rein in einem ersten Teil mit der Entwicklung und Produktion von Geländewagen in der damaligen DDR beschäftigt hatte, soll in diesem Teil der Kübelwagen im Mittelpunkt stehen...
Der Umbau von zivilen PKW in polizeiliche bzw. militärische Kübelfahrzeuge begann in der DDR 1953 mit dem ab 1950 produzierten IFA F 9 bzw.EMW 309 (Kübel EMW 309/4). Die Entwicklung des zivilen Basisfahrzeuges des DKW F 9 stammte aus der Vorkriegszeit von Auto Union.
Das stromlinienförmige Fahrzeug besaß ein umklappbares Stoffverdeck, die stromlinienförmige Karosserie erhielt 4 geradförmige Blechtüren, welche für den optischen Anblick sehr störend waren. Der Kübelwagen besaß einen Frontantrieb durch einen 900 ccm wassergekühlten 3 Zylinder, 2 Takt-Ottomotor, der 28/30 PS Leistung erzeugte. Im Wagen inneren konnten 4 Personen Platz finden. Für die polizeilichen Aufgaben war das Fahrzeug neben einem Suchscheinwerfer, mit akustischen und optischen Sondersignalen und einer entsprechenden Lackierung ausgestattet. Die Sitze bestanden aus Metallrohr mit Haltegriffen und einem grünen Bezug aus Kunstleder. Von dieser Kübel Variante wurden etwa 400 Fahrzeuge produziert.
Die optisch schönste Entwicklung im zivilen Automobilbau der DDR, war der Wartburg 311 aus Eisenach. Besonders in der Coupe- und in der Sportvariante, wurden damit auch internationale Preise und gute Absatzzahlen erzielt.
Rund 800 Limousinen wurden wie das Vorgängermodell als Kübelwagen im Zeitraum von 1953 - 1955 für die Sicherheitsorgane in Zusammenarbeit mit dem Karosseriewerk in Dresden, umgerüstet. Die Karosserie erhielt ebenfalls 4 der einfachen glatten Türen, ebenso wurden die grünen mit Kunstleder bespannten Sitze verbaut. Alle Kübel erhielten einen Suchscheinwerfer und für die Polizei sowie für die Feuerwehr wurden die übliche Sondersignale montiert. Platz nehmen konnten in dieser Kübel Variante des Wartburg 311/4 insgesamt 4 Personen. Die zweiteilige Frontscheibe und das Stoffverdeck konnten umgeklappt werden.
Angetrieben wurden diese Fahrzeuge wie die zivile Variante von einem wassergekühlten 3 Zylinder, 2 Takt-Ottomotor mit einem Hubraum von 900/ 1000 ccm, der eine Leistung von 37/45 PS erreichte.
Eine Weiterentwicklung der Kübel Variante des Wartburg erfolgte mit dem Nachfolgemodell, dem Wartburg 353, der auch als normaler PKW bei den Sicherheitsorganen eingesetzt wurde. Im Zeitraum von 1970 - 1972, entstand eine Kleinserie von 7 Exemplaren des begrenzt auch schwimmfähigen Wartburg 353 - 400. Der Wagen besaß wie die zivilen Fahrzeuge den bekannten Wartburg Motor. Im Jahr 1976 rüsteten dann die Eisenacher Fahrzeugbauer 2 Wartburg Kübel mit dem Dacia 1300 ccm 4 Takt- Ottomotor aus. Von diesen 2 Versuchsmodellen ist nur 1 Fahrzeug erhalten geblieben.
Die Karosse des Wartburg 353-400 bestand aus Kunststoff, die 4 Türen konnten heraus genommen werden, die Frontscheibe ist starr verbaut, dass Stoffverdeck kann umgeklappt werden. Die Sitze wurde mit braunen Kunstleder bezogen und bieten Platz für 4 Personen. Eine Serienproduktion und der damit verbundene Einsatz bei den Sicherheitsorganen als Kübelwagen ist nicht erfolgt. Lediglich der Einsatz bei den legendären Staatsjagden soll zum Teil belegt sein.
Auch das kleinste Fortbewegungsmittel der DDR auf 4 Rädern, der PKW Trabant 601 aus dem ehemaligen VEB Auromobilwerke Zwickau mit seinem luftgekühlten 2 Zylinder, 2 Takt - Ottomotor und gerade einmal 26 PS Motorleistung bei 595 ccm Hubraum, leistete einen erstaunlichen Beitrag zur Friedenssicherung. Dieser leichte frontgetriebene Kübelwagen, dessen Vorderteil fast baugleich des zivilen Basisfahrzeuges ist, erhielt ein kantiges Hinterteil aus Blech. Das Reserverad wurde mittig platziert und betont damit den Charakter eines Kübelfahrzeuges.
Die tragende Konstruktion wurde geändert, Einstiegstüren wurde weggelassen. Als Wetterschutz diente ein umklappbares Stoffverdeck mit Seitenteilen. Die 4 Sitzplätze waren ebenfalls mit grünen Kunstleder bezogen, ein Suchscheinwerfer und Tarnbeleuchtung gehörten zur Ausstattung des Trabant P 601 A, speziell für den Einsatz bei den Grenztruppen der NVA. Der Trabant P 601 Kübel wurde auch mit der Typenbezeichnung "F" für den Einsatz im Forstwesen gebaut.
Hubert W. E. Rein
Autor: redDer Umbau von zivilen PKW in polizeiliche bzw. militärische Kübelfahrzeuge begann in der DDR 1953 mit dem ab 1950 produzierten IFA F 9 bzw.EMW 309 (Kübel EMW 309/4). Die Entwicklung des zivilen Basisfahrzeuges des DKW F 9 stammte aus der Vorkriegszeit von Auto Union.
Das stromlinienförmige Fahrzeug besaß ein umklappbares Stoffverdeck, die stromlinienförmige Karosserie erhielt 4 geradförmige Blechtüren, welche für den optischen Anblick sehr störend waren. Der Kübelwagen besaß einen Frontantrieb durch einen 900 ccm wassergekühlten 3 Zylinder, 2 Takt-Ottomotor, der 28/30 PS Leistung erzeugte. Im Wagen inneren konnten 4 Personen Platz finden. Für die polizeilichen Aufgaben war das Fahrzeug neben einem Suchscheinwerfer, mit akustischen und optischen Sondersignalen und einer entsprechenden Lackierung ausgestattet. Die Sitze bestanden aus Metallrohr mit Haltegriffen und einem grünen Bezug aus Kunstleder. Von dieser Kübel Variante wurden etwa 400 Fahrzeuge produziert.
Die optisch schönste Entwicklung im zivilen Automobilbau der DDR, war der Wartburg 311 aus Eisenach. Besonders in der Coupe- und in der Sportvariante, wurden damit auch internationale Preise und gute Absatzzahlen erzielt.
Rund 800 Limousinen wurden wie das Vorgängermodell als Kübelwagen im Zeitraum von 1953 - 1955 für die Sicherheitsorgane in Zusammenarbeit mit dem Karosseriewerk in Dresden, umgerüstet. Die Karosserie erhielt ebenfalls 4 der einfachen glatten Türen, ebenso wurden die grünen mit Kunstleder bespannten Sitze verbaut. Alle Kübel erhielten einen Suchscheinwerfer und für die Polizei sowie für die Feuerwehr wurden die übliche Sondersignale montiert. Platz nehmen konnten in dieser Kübel Variante des Wartburg 311/4 insgesamt 4 Personen. Die zweiteilige Frontscheibe und das Stoffverdeck konnten umgeklappt werden.
Angetrieben wurden diese Fahrzeuge wie die zivile Variante von einem wassergekühlten 3 Zylinder, 2 Takt-Ottomotor mit einem Hubraum von 900/ 1000 ccm, der eine Leistung von 37/45 PS erreichte.
Eine Weiterentwicklung der Kübel Variante des Wartburg erfolgte mit dem Nachfolgemodell, dem Wartburg 353, der auch als normaler PKW bei den Sicherheitsorganen eingesetzt wurde. Im Zeitraum von 1970 - 1972, entstand eine Kleinserie von 7 Exemplaren des begrenzt auch schwimmfähigen Wartburg 353 - 400. Der Wagen besaß wie die zivilen Fahrzeuge den bekannten Wartburg Motor. Im Jahr 1976 rüsteten dann die Eisenacher Fahrzeugbauer 2 Wartburg Kübel mit dem Dacia 1300 ccm 4 Takt- Ottomotor aus. Von diesen 2 Versuchsmodellen ist nur 1 Fahrzeug erhalten geblieben.
Die Karosse des Wartburg 353-400 bestand aus Kunststoff, die 4 Türen konnten heraus genommen werden, die Frontscheibe ist starr verbaut, dass Stoffverdeck kann umgeklappt werden. Die Sitze wurde mit braunen Kunstleder bezogen und bieten Platz für 4 Personen. Eine Serienproduktion und der damit verbundene Einsatz bei den Sicherheitsorganen als Kübelwagen ist nicht erfolgt. Lediglich der Einsatz bei den legendären Staatsjagden soll zum Teil belegt sein.
Auch das kleinste Fortbewegungsmittel der DDR auf 4 Rädern, der PKW Trabant 601 aus dem ehemaligen VEB Auromobilwerke Zwickau mit seinem luftgekühlten 2 Zylinder, 2 Takt - Ottomotor und gerade einmal 26 PS Motorleistung bei 595 ccm Hubraum, leistete einen erstaunlichen Beitrag zur Friedenssicherung. Dieser leichte frontgetriebene Kübelwagen, dessen Vorderteil fast baugleich des zivilen Basisfahrzeuges ist, erhielt ein kantiges Hinterteil aus Blech. Das Reserverad wurde mittig platziert und betont damit den Charakter eines Kübelfahrzeuges.
Die tragende Konstruktion wurde geändert, Einstiegstüren wurde weggelassen. Als Wetterschutz diente ein umklappbares Stoffverdeck mit Seitenteilen. Die 4 Sitzplätze waren ebenfalls mit grünen Kunstleder bezogen, ein Suchscheinwerfer und Tarnbeleuchtung gehörten zur Ausstattung des Trabant P 601 A, speziell für den Einsatz bei den Grenztruppen der NVA. Der Trabant P 601 Kübel wurde auch mit der Typenbezeichnung "F" für den Einsatz im Forstwesen gebaut.
Hubert W. E. Rein









