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Schauspieler, Maler, Autor, Musiker, Sänger

Ein virtuoser "Gaukler"

Freitag, 18. Dezember 2015, 10:15 Uhr
In dieser Woche feierte Armin Mueller-Stahl seinen 85. Geburtstag. Der Förderverein des Kunsthauses Meyenburg nimmt dies zum Anlass, den Mann mit seinen vielfältigen, mitunter unbekannten künstlerischen Seiten zu würdigen...


Wie schrieb Henryk Goldberg in einer Thüringer Zeitung am 17. Dezember in dem Artikel „Der positive Preuße“ so treffend? „Die ihm liebste Selbstbezeichnung ist für Mueller-Stahl der Gaukler….“ Ein Halbsatz, der einen umtreibt, der auch dann und vielleicht erst recht bewegt, wenn man das Lebenswerk Armin Mueller-Stahls betrachtet.

Und dabei kann man von Lebenswerk auch nicht so recht sprechen, denn der Schauspieler ist wohl jedem ein Begriff – egal ob über Jahrzehnte sozialisiert in der DDR oder eben erst nach der Wende erwachsen geworden. Der Zeichner und Maler - hier ist sein Wirken nicht jedem geläufig und vielleicht in der Öffentlichkeit zunehmend erst nach der Wiedervereinigung bekannt geworden.

Seine Rolle als Musiker und Sänger kennen nur wenige, und auch erst in jüngster Zeit zunehmend durch seine Konzerte. 85 Jahre – ein stolzes Alter und bei vielen Anlass zur Rückschau, eben auf das Lebenswerk. Hier aber darf man gespannt sein auf die Facetten seiner Kunst, die er hier, heute und in Zukunft bietet. Aber zurück zum Gaukler. Armin Mueller-Stahl ist ein Multitalent, ausgestattet mit einer außergewöhnlichen und überdurchschnittlichen kreativen Begabung.

Er zeichnet seit Jahrzehnten und schuf allein bis zur Jahrtausendwende rund 1000 Bilder. Bis zum Jahr 2000 blieb diese Seite seines künstlerischen Schaffens aber im Dunkeln und erst zu seinem 70. Geburtstag gab es in Potsdam die erste, viel beachtete Ausstellung. Im Anschluss konnte eines der Bilder erworben werden, das der Kunsthaus-Förderverein im Jahr 2016 zeigen möchte, ausgestellt in einer Schau, die momentan noch den Arbeitstitel „Mitglieder des KUNSTHAUS MEYENBUR Fördervereins stellen aus“ trägt.

Armin Mueller-Stahl wird wahrscheinlich mit drei Werken vertreten sein – dem „Gaukler“, dem „Glückwunsch“ und dem Drehbuch zu Film „Utz“, in dem Mueller-Stahl den Baron Kaspar von Utz spielte, einer seiner Lieblingsrollen als „Schweijksche Figur“. Der „Gaukler“ ist eine von den 80 Übermalungen der Drehbuchseiten zu diesem Film. Man könnte sagen, dass das Drehbuch das eine ist, seine farbigen, den Drehbuchtext überdeckenden Zeichnungen aber viel wiedergeben von den Stimmungen, von seinen Befindlichkeiten während der Dreharbeiten.

Der „Glückwunsch“ – eine Lithografie - kommt mit lockerem Strich einher: ein Herr im Anzug schreitet da mit einem Strauß Blumen, um freundlichst zu gratulieren. Mehr zu diesen und weiteren Werken, die aus dem Besitz von Mitgliedern des Fördervereins gezeigt werden sollen, rechtzeitig in der Werbung zu dieser kleinen, wahrscheinlich im „KuK“, dem Kunsthaus-Keller stattfindenden Schau. Genau wie in den Ausstellungen des Kunsthauses in dem Jubiläumsjahr „140 Jahre Nordhäuser Museen“ soll auch hier ein breites Spektrum geboten werden – von Barlach, über Feininger, Arnim Mueller-Stahl bis hin zu den Thüringern Mackensen, Kerwitz, Rennebach, um an dieser Stelle nur einige zu nennen. Heute aber vorab diese Gratulation aus Nordhausen, eine kleine Würdigung des Schaffens Armin Mueller-Stahls, dem ‚Gaukler‘ mit seinem „Gaukler“ und einem, nämlich seinem „Glückwunsch“.
Dr. Wolfgang R. Pientka, Vorsitzender des Fördervereins
Autor: red

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