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Bistum Erfurt

Domkapitel veräußert Schmuckstücke

Donnerstag, 17. Dezember 2015, 21:26 Uhr
Wer auf der Suche nach einem originellen Weihnachtsgeschenk ist, wird vielleicht bei Weihbischof Reinhard Hauke fündig. Denn als Hüter des Domschatzes lädt der Weihbischof zu einer ungewöhnlichen Schmuck-Aktion am vierten Advent (20. Dezember) ein....

Ab 12.15 werden im Kapitelsaal des Erfurter Domes Schmuck und Uhren angeboten, die aus Erbschaften an das Domkapitel stammen. Der Wert der 40 Einzelstücke bewegt sich nach Expertenschätzung zwischen drei und 1.800 Euro. Für einen Teil der Pretiosen liegt eine Expertise vor. Außerdem können Medaillen und Gedenkmünzen gegen eine Spende erworben werden. Der Erlös der Aktion fließt in die Restaurierung von Kunstwerken im Dom.

Gut die Hälfte der Schmuckstücke stammt aus Erbschaften der DDR-Zeit und sollte für die Anschaffung oder Reparatur liturgischer Geräte benutzt werden. Im sozialistischen Deutschland waren Edelmetalle Mangelware. Brauchte eine Kirche etwa einen neuen Kelch, musste sie Gold und Silber selber besorgen. Das benötigte Material gewann man aus sogenanntem Altmaterial wie Schmuck, Tafelsilber oder was auch immer Edelmetall enthielt. Ein mühseliges Verfahren, wie sich Weihbischof Hauke erinnert: „Für meinen Kelch musste ich nach und nach zwei Kilo Silberlöffel in Antiquitätengeschäften zusammenkaufen.“ Daraus habe der Goldschmied 500 Gramm Feinsilber gewonnen, die er für den Kelch benötigte. Schmuck-Erbschaften waren deshalb ein Glücksfall für die Kirche.

Nach der Wende änderte sich die Situation. Altmaterial zu verarbeiten würde heute die Herstellung eines Kelches verteuern. Der geerbte Schmuck dient deshalb nicht mehr als Altmaterial, soll aber dennoch der Dom-Kunst zu Gute kommen. Und für manchen stressgeplagten Zeitgenossen bietet sich so die Gelegenheit, bequem ein Geschenk mit Geschichte zu erwerben. Der Zugang zum Kapitelsaal am Kreuzgang erfolgt nach (!) dem 11-Uhr-Gottesdienst durch den Erfurter Dom
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