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8. Theater-Türchen

Der Chor der Gefangenen

Dienstag, 08. Dezember 2015, 21:30 Uhr
Die Öffnung des achten Türchens am großen Theateradventskalender geriet heute auch zu einer gemeinsamen Demonstration für den Frieden in diesen wirren Zeiten. Mit dem Theaterchor sangen viele Besucher die Zeilen des Gefangenenchores aus "Nabucco"...

Gemeinsam für den Frieden gesungen - der Chor des Nordhäuser Theaters sang mit dem Publikum (Foto: Angelo Glashagel) Gemeinsam für den Frieden gesungen - der Chor des Nordhäuser Theaters sang mit dem Publikum (Foto: Angelo Glashagel)

Zur Öffnung des achten Türchens am Theater drängte sich wieder viel Volk vor dem Seiteneingang des Hauses und dem Fensterkalender, mehr als sonst unter der Woche üblich, selbst zur Weihnachtsmarktstoßzeit.

Darunter waren natürlich viele Kinder mit ihren Eltern und Großeltern, die den Weihnachtsmann und den Theaterengel erleben wollten. Aber es waren auch viele gekommen, um an der heutigen Aktion teilzunehmen. Hinter dem Türchen versteckte sich Dornröschen, als Fensterpate trat heute Nordbrand auf, das Programm übernahm aber der Chor des Theaters.

Das erste Lied, "Es ist ein Roß entsprungen", sang der Chor noch allein. Zum zweiten Lied, dem Gefangenenchor aus der Oper "Nabucco", stimmte auch das Publikum mit ein. Eine ähnliche Aktion hatte man im Sommer schon einmal überraschend erfolgreich ausprobiert. Dunkle Winternachmittage und leidlich warme Temperaturen hielten auch heute das Publikum nicht ab mitzusingen.

Bunt gemischt und international besetzt - der Chor des Nordhäuser Theaters (Foto: Angelo Glashagel) Bunt gemischt und international besetzt - der Chor des Nordhäuser Theaters (Foto: Angelo Glashagel) Das ist natürlich der Verdienst des Theaters, aber auch einer engagierten Dame, die in den Medien die Nordhäuserinnen und Nordhäuser noch einmal dazu aufgerufen hatte, an der Aktion teilzunehmen und gemeinsam ein Zeichen für den Frieden und die Freiheit zu setzen.

In ihrem Aufruf schrieb Juliane Ruß "Nabucco" sei aktueller denn je: "es geht in der Handlung um Krieg, Macht, Hass, Eifersucht, Neid, Betrug, Vertreibung, Unterdrückung, Gefangenschaft, Mord und natürlich den Kampf zwischen den Religionen." Das Lied des Gefangenenchores selbst aber trage die "Hoffnung auf Frieden und Freiheit" in sich.

In der Mitsingaktion des Theaters sah sie deswegen eine Möglichkeit "einen großen Schritt in ein neues Bewusstsein" zu machen und "nach vorn und nicht immer wieder in unsere Vergangenheit" zu schauen.

Gemeinsam für den Frieden gesungen - der Chor des Nordhäuser Theaters sang mit dem Publikum (Foto: Angelo Glashagel) Gemeinsam für den Frieden gesungen - der Chor des Nordhäuser Theaters sang mit dem Publikum (Foto: Angelo Glashagel)

Wieviel der leidenschaftliche Aufruf zur heutigen Resonanz beigetragen hat, ist nicht zu erfassen. Er zeigt aber, wie auch die vielen Mitsinger, das es einen Bedarf an guten, an positiven Gedanken gibt. Rund hundert Blatt mit Text und Noten hatte das Theater für die Aktion vorgedruckt, zumeist waren Grüppchen singender Personen zu sehen, die sich ihr Blatt teilten. In den machtvollen Tönen der Profis ging der Gesang des Publikums denn auch ein wenig unter, dennoch war es eine schöne, eine beeindruckende Geste für den Frieden, gerade in der Vorweihnachtszeit.
Angelo Glashagel

Autor: red

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