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Nikolausumzug zum Hettstedter Markt

Feuerwehr wieder Retter in der Not

Dienstag, 08. Dezember 2015, 00:00 Uhr
Hundert und mehr Meter lang waren die Laternenumzüge, die im Sternmarsch zum Markt führten, wo der Nikolaus erwartet wurde. (Foto: Jochen Miche) Hundert und mehr Meter lang waren die Laternenumzüge, die im Sternmarsch zum Markt führten, wo der Nikolaus erwartet wurde. (Foto: Jochen Miche) Hettstedt hat einen neuen Star. Den Nikolaus, der am Montagabend säckeweise Geschenke verteilte? Nein. Den Bürgermeister, der eigentlich die Geschenke, die der Nikolaus großzügig verteilte, spendiert hatte? Nein, auch der nicht. Wen aber dann? Na, die Feuerwehr! Sie war am Montagabend in Hettstedt wieder einmal Retter in der Not.

Aber so kennt man sie nicht nur in der Wipperstadt, die Feuerwehrleute: Immer bereit, in ihrer Freizeit Brände zu löschen und Menschen zu retten. Und das oft unter widrigsten Bedingungen, in denen sie trotz umfassender Qualifizierung und Übung nicht selten sogar ihre eigene Gesundheit auf`s Spiel setzen.

Dieses Mal waren die Umstände, die ihren Einsatz erforderten, aber nicht ganz so widrig. Theoretisch jedenfalls. Denn die Temperaturen am Montagabend lagen in Hettstedt noch so um die sieben Grad plus, es stürmte, regnete und schneite nicht. Gute Bedingungen also für den Hettstedter Fanfarenzug und den Spielmannszug des Sportvereins Blau-Weiß, an der Spitze hunderter Kinder, Eltern, Großeltern und Erzieherinnen in einer Art Sternmarsch aus Richtung Bahnhof beziehungsweise Neubaugebiet hinunter ins Herz der Stadt, zur Rathaus zu ziehen. Dort angekommen, erwarteten die vielen Menschen Stände, an denen es Getränke zum Aufwärmen und Thüringer Röster vom Holzkohlegrill zum Stärken gab.

Nur einer, der Wichtigste fehlte: der Nikolaus. Wegen ihm war aber die halbe Stadt auf den Beinen! Seinetwegen hatten sich hunderte fröhlicher Kinder mit Laternen auf den Weg gemacht, ihn wollten sie sehen und ihn von seiner schweren Last befreien. Das Problem, so erfuhren die Kinder später vom Nikolaus höchstpersönlich: Er ist normalerweise mit dem Schlitten unterwegs, und der braucht unter den Kufen einfach mal Schnee. Den allerdings gab es auf der gesamten Strecke nach Hettstedt nicht, war für den Nikolaus natürlich die reinste Katastrophe war. Hier musste schnelle Hilfe herbei, und so wählte der Nikolaus die Notrufnummer. Doch, so fragte er später die Hettstedter Kinder: „Welches ist denn die Nummer, die ich bei Feuer oder im Notfall wählen muss?“ Die Antwort klang ihm aus vielen Kehlen entgegen: „Die 112.“ Genauso. Und weil er in Not war, hatte er, der Nikolaus (mit bürgerlichem Namen: Dirk Fuhlert) die Feuerwehr gerufen, die auch gekommen war, ihn in den Rettungskorb verfrachtete und erst wieder am Hettstedter Markt herausließ. Als ihn die Kinder erblickten, war der Jubel groß!

Die Anreise im Rettungskorb der neuen Hettstedter Feuerwehrleiter war für alle eine große Überraschung. Doch mindestens ebenso groß war die Freude der Kinder und Erzieherinnen, denen der Nikolaus und Hettstedts Bürgermeister Danny Kavalier später jeweils einen großen Sack voller Süßigkeiten überreichten. Diese Naschereien werden in den Einrichtungen aufgeteilt und ganz bestimmt einen süßen Vorgeschmack geben auf das Fest der Freude, der Liebe und des Friedens, das in gut zwei Wochen gefeiert werden wird.

Ob im Falle fehlenden Schnees dann aber, am Heiligen Abend, auch der Weihnachtsmann mit der Feuerwehr kommen wird, konnte der Nikolaus absolut nicht sagen. Aber er versicherte, dass der Weihnachtsmann die Telefonnummer, die auch wirklich nur im äußersten Notfall gewählt werden darf, kennt. Wie war sie doch gleich?

Jochen Miche
Autor: jm

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