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BODYPAINTING – EINE AUSSTELLUNG IM SCHLOSS HERINGEN

Farbe auf splitternackter Haut

Mittwoch, 02. Dezember 2015, 09:00 Uhr
Wer da denkt, die hübschen Damen auf den Fotos dieses Artikels sind bekleidet, der irrt. Es ist nur Farbe auf ihren splitternackten Körpern. Durch die Bemalung entsteht der Eindruck von Kleidung...


Günzerode/Heringen. Bodypainting, laut Duden „Bemalung des ganzen Körpers als Kunstform“, haftet noch immer etwas Unmoralisches an. Diplom-Designer Georg Brockt aus Günzerode will mit seiner Ausstellung, die am kommenden Samstag um 15 Uhr im Schloss Heringen eröffnet wird, dass ändern helfen.

Die Werke von Johanna Gair, auf denen Carla Bruni, Heidi Klum, Demi Moore und andere Berühmtheiten in perfekten „Kostümen“ abgebildet sind, zeigten, dass es sich um eine Kunstform handelt, die es verdiene, in das rechte Licht gerückt zu werden, ist der Künstler überzeugt.

Im Schloss der Helme-Stadt erzählt er die Geschichte des Froschkönigs neu. Der Froschkönig und die Prinzessin. Eine Synthese aus Körperbemalung und Fotografie. Der Betrachter erlebt in zahlreichen Bildern Geschichten einer Traumwelt: Kleider, die real keine sind.

Bodypainting sei für viele Menschen ein Genre der Erotik und nicht der Kunst. Immer mehr Künstler versuchten hier aber Brücken zu schlagen. Georg Brockts Vernissage in Heringen waren schon andere vorausgegangen, unter anderem im Rosarium Sangerhausen.

Man könne das Bodypainting sehr weit treiben, meint der 66-Jährige, in dem man die Hintergründe den Menschen auf die Haut malt – das mache die Natur auch. Sie tarne damit Dinge ab, was man Mimikry nenne. Der wichtigste Part sei dabei die Fantasie, vergleichbar mit dem Märchen „Des Kaisers neue Kleider“.

Georg Brockt stellte uns einige seiner Bild-Körperbemalungen zur Verfügung. Er bemalt aber nicht nur schöne Frauen. Auch Landschaften gehören zu seinen Spezialitäten. Davon zeugen Arbeiten in seinem Atelier in Günzerode, Aquarelle und Federzeichnungen. Fotos oder Skizzen setzt er in Bildern um. Jede Abbildung sei eine Neuentdeckung. Am Objekt draußen vor Ort male er kaum. Die Staffelei mag er nicht gern durch die Gegend schleppen.
Kurt Frank
Autor: red

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