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Weitere Opfer gesucht

Montag, 14. Juni 2004, 14:32 Uhr
Nordhausen (nnz). Ein brutaler Überfall und ein Wohnhausbrand beschäftigen derzeit die Nordhäuser Polizei und die Mühlhäuser Staatsanwaltschaft. Die nnz hatte bereits in der vergangenen Woche berichtet. Jetzt gab die Polizei weitere Einzelheiten bekannt.


Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Mühlhausen und der Nordhäuser Kripo im Verfahren gegen einen mutmaßlichen Erpresser laufen weiter auf Hochtouren. Bereits seit Dezember 2003 wird gegen den 28jährigen Beschuldigten wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Er soll damals in Nordhausen einen drei Jahre jüngeren Mann brutal zusammengeschlagen und getreten haben. Das Opfer erlitt dadurch schwere Verletzungen. Hintergrund der Auseinandersetzung war eine Jacke des Beschuldigten, die während einer Feier abhanden gekommen sein soll.

Bei den kriminalpolizeilichen Ermittlungen wurde festgestellt, dass der 28-Jährige sein Opfer massiv unter Druck setzt, um zu erreichen, dass die Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung zurück genommen wird. Am Mittwoch vergangener Woche eskalierte der Streit erneut. Der Beschuldigte hatte sein Opfer in dessen Geschäft wieder bedroht, von ihm Geld aus der Tageskasse und die Rücknahme der Anzeige gefordert. Als der Mann sich weigerte, wurde der 28-Jährige handgreiflich und schlug dem Mann eine Flasche auf den Kopf. Mit dem abgebrochenen Flaschenhals ging er auf den herbeieilenden Vater des Opfers zu und verletzte ihn am Hals. Trotz ihrer Verletzungen gelang es den beiden Männern, den Angreifer abzuwehren und ihn nieder zu ringen. Auch er wurde dabei verletzt. Wenige Minuten später konnte der Beschuldigte von der Polizei festgenommen werden.

Am Donnerstag erging auf Antrag der Staatsanwaltschaft Mühlhausen Haftbefehl gegen den Beschuldigten. In der Nacht darauf brannte das als Wohnsitz genutzte Gartenhaus des Beschuldigten vollständig nieder. Die Kriminalpolizei geht dabei von Brandstiftung aus. Ob es allerdings einen Zusammenhang zwischen den einzelnen Ereignissen gibt, ist bisher völlig unklar. Bei ihren Ermittlungen stießen die Kriminalisten auf Hinweise, dass der Beschuldigte auch andere Geschäftsleute in Nordhausen unter Druck gesetzt und erpresst hat.

Um diese Straftaten beweisen zu können, sucht die Kriminalpolizei weitere Geschädigte. Opfer von Schutzgelderpressungen oder Personen, die in letzter Zeit bedroht und unter Druck gesetzt wurden, werden deshalb dringend gebeten, sich mit der Kriminalpolizeiinspektion Nordhausen in Verbindung zu setzen.
Autor: nnz

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