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Neue Nordhäuser Nachrichten

Nordhäuser Geschichte(n)

Freitag, 27. November 2015, 10:41 Uhr
Ab der 1. Dezemberwoche gibt es die aktuelle Ausgabe der „Nordhäuser Nachrichten. Südharzer Heimatblätter“ in der Stadtinformation und der Buchhandlung Rose oder im Abonnement direkt vom Stadtarchiv. Unter anderem geht es um Nordhäuser Unternehmer und den Reformator und Lutherfreund Justus Jonas...

Der Leiter des Stadtarchivs, Dr. Wolfram Theilemann, gibt einen Überblick über den Inhalt.

„Das aktuelle Heft, diesmal sogar mit 20 Seiten, wird von Abbildungen mit unterschiedlicher Wirkkraft eingerahmt. Auf dem Titelblatt ist der Nordhäuser Humanist, Lieddichter und Reformator Justus Jonas (1493-1555) in einer bisher kaum bekannten Porträtgemäldefassung von Lucas Cranach d.Ä. zu sehen.

Dank der Recherchen eines Göttinger Forschers und der – nicht ganz billigen - Erwerbung der Bildrechte von einem New Yorker Museum ist Jonas’ Gesicht im 460. Todesjahr neu entdeckt worden. Die Umschlaginnenseite offenbart demgegenüber – hätten Sie’s gewusst? – wie die Planung des „preußischen Behördenhauses“ (dem heutigen Nordhäuser Sozialgericht) seitens des Architekten Karl H. Herborn (1899-1965) aussah. Hier waren vor 1945 übrigens Kreiskasse, Hochbauamt, Katasteramt und Kulturamt untergebracht. Danach diente das Gebäude bis 1990 als NVA-Wehrkreiskommando.…

Auf der letzten Umschlagseite entfaltet sich eine der weniger bekannten Kehrseiten innerdeutscher Beziehungen vor 1990: eine Preisliste für DDR-Autos für Bundesdeutsche, um Freunde und Verwandte ‚von drüben‘ geschenkweise etwas eher zum begehrten Fahrzeug zu verhelfen. Dank dem dänischen Unternehmergeist!

Unter anderem geht es in der neuen Ausgabe der Nordhäuser Nachrichten um Bernhard Sourell und das Ende der DDR (Foto: Pressestelle Stadt Nordhausen) Unter anderem geht es in der neuen Ausgabe der Nordhäuser Nachrichten um Bernhard Sourell und das Ende der DDR (Foto: Pressestelle Stadt Nordhausen)

Die geschichtlich-landeskundlichen Beiträge warten auch in dieser Ausgabe mit einem bunten Spektrum an Themen und Autoren auf: Dr. Peter Kuhlbrodt bietet Schlaglichter auf zwei bedeutende Nordhäuser Unternehmerpersönlichkeiten des 18. Jahrhunderts aus der Familie Vopel, woran sich die Erinnerungen des im letzten Jahr verstorbenen Ernst Stiede an den 2. Weltkrieg, seine sowjetische Gefangenschaft und Heimkehr nach Nordhausen anschließen (s. H. 1./2015). Weitaus mehr in die jüngere Vergangenheit führt dagegen Bernhard Sourell mit einer – aus einem arbeitsvollen Lebenswerk gespeisten - Übersicht über „Das Ende der DDR und der wirtschaftliche Neuanfang im Ziegelwerk Nordhausen“.

In den „Nachrichten aus Archiven, Museen und Bibliotheken“ erläutert zunächst Dr. A. Zorzin seine (Wieder-) Entdeckungen zum Cranach-Porträt des Justus Jonas, gefolgt von einem Auszug aus Dr. Ulrich H.K. Hesses autobiografisch gefärbtem Buch „Der Deutsche Gruß. Eine Kindheit und Jugend zwischen Ideologie und Idylle“, das er auch im November in der Stadtbibliothek vorstellte. Heidelore Kneffel und Dr. Peter Kuhlbrodt bieten dagegen aufschlussreiche Nachlesen zu den von ihnen in 2015 kuratierten Sonderausstellungen.

Im Dialekt-Winkel wird diesmal zwar wenig ‚dialektisiert‘, dafür ein erfrischender Blick mit den Augen einer Berliner Besucherin des Jahres 1907 auf Nordhausen geworfen. Nicht zu vergessen ist Horst Köhlers feinsinniges Herbstgedicht ‚Raureif‘! Dem Autor sei auch diesmal wieder herzlich gedankt und beste Gesundheit gewünscht. Abschließend wünscht nun auch die Redaktion allen Leserinnen und Lesern, besonders den Spenderinnen und Spendern eine anregende Lektüre in einer hoffentlich für alle frohen und friedlichen Advents- und Weihnachtszeit!“
Autor: red

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