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War der Aufwand wirklich gerechtfertigt?
Freitag, 20. November 2015, 07:12 Uhr
Eine Leser der Nordthüringer Online-Zeitung macht sich Gedanken zum vergangenen internationalen schwarzen Fußballwochenende und dessen Auswirkungen auf die Zukunft des Sports...
In den aufregenden Tagen des schlimmen Terrors in Paris, bei dem viele unschuldige Opfer zu verzeichnen waren, mussten aufgrund der festgestandenen Termine weiterer internationaler Begegnungen in verschiedenen Ländern erhöhte Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, um nicht erneut in direkte Gefahr zu geraten.
Nun ist ausgerechnet unsere Fußballnationalmannschaft praktisch innerhalb von wenigen Stunden ganz nah in diese gefährliche Situation gleich zweimal verwickelt worden! Nach einigen ernsten Überlegungen entschieden sich zuerst unsere Spieler, gemeinsam mit ihrem holländischen Testpartner im Sicherheitstrakt von Hannover doch auflaufen zu wollen, um den eventuell wenigen feigen und hinterhältigen Gegnern des Friedens ihre Bereitschaft zu dokumentieren, zusammen mit den vielen Zuschauern, Flagge zu zeigen!
Wie wir längst wissen, war natürlich die Absage unmittelbar in der letzten Stunde vor dem geplanten Anstoß für alle direkten Gäste, Händler, Servicekräfte der Technik und Sicherheit, des medizinischen Personals und sonstigen ungenannten Helfern dieser besonderen Sportveranstaltung vor Ort und den vielen Sportinteressierten an den Lautsprechern und Fernsehgeräten in der warmen häuslichen Stube schon enttäuschend, doch irgendwie aber trotzdem verständlich.
Es waren allerdings nach der mehrmals etwas hinausgezögerten anschließenden Pressekonferenz mit den verantwortlichen Innenministern und einem unserer beiden DFB-Interimspräsidenten allerdings auch verschiedene kritische Stimmen hören, weil sich diese überraschend doch vorgenommene insgesamt teure Spielabsage nicht mit einem eventuellen Sprengstoff-Fund oder erfolgten Festnahmen durch die tüchtigen und in großer Anzahl angerückten Sicherheitskräfte im weiten Stadionrund und hinter den Kulissen begründen ließen und damit alle Beobachter der angespannten Situation eher noch mehr verunsicherten! Hatten hier vielleicht Trittbrettfahrer ihre Freude oder war der Ausnahmezustand durch uns natürlich nicht zu übermittelnden Ursachen erreicht worden?
Wir wissen es nicht, da unsere berechtigte Neugierde, die mit der Angst plötzlich einen starken Partner bekam, zugunsten des Vertrauens für die Sicherheitskräfte etwas zurückzunehmen war.
Ein wesentlich wichtigeres Zeichen wäre aus meiner Sicht gewesen, wenn sich nach den traurigen Attentaten von Paris, bei denen unsere Spieler und Offiziellen bis in die Nacht hinein in den Katakomben des Stadions Schutz suchen mussten, statt am Dienstag selbst mit einer zweiten Garde spielen zu wollen, diese, gemeinsam mit ihrem holländischen Gegner, die Partie in London zwischen England und Frankreich angeschaut hätten, um ihre Solidarität besonders mit den dortigen Gästen bekunden zu können.
Vielleicht war die gefühlte Sicherheit einfach zu groß, indem die Parolen der Funktionäre im Vorfeld des geplanten Länderspieles, wie zum Beispiel: Wir dürfen uns einfach von den Terroristen einfach nicht einschüchtern lassen, Wir weichen vorm Terror nicht zurück, Jetzt erst recht oder Der Fußball muss sich zur Wehr setzen usw., entstanden. Besser wäre es wohl gewesen, wenn stattdessen rechtzeitig in zurückhaltender Form für wenigstens ein paar Tage der Fußball einfach einmal überhaupt keine Bedeutung erhalten hätte, um dafür in Stille an alle Opfer und deren Angehörige zu denken!
Es ist zu hoffen, dass der jeweilige Verlauf aller kommenden Punkt- und Pokalspiele unseres normalen Fußballalltages in sämtlichen Klassen in allen Stadien und Arenen unseres gesamten Landes friedlich und störungsfrei abläuft, wobei die Integration der verpönten Pyrotechnik vermutlich nun erst recht keine Chance mehr haben dürfte. Auch der erwarteten verstärkten Anzahl von Polizisten sollte unbedingt mehr Anerkennung und Respekt entgegengebracht werden!
Die Ansagen, ob ein Spiel wegen einer gefährlichen Sicherheitslage, wie bei einem Wetterbericht, eventuell nicht durchgeführt werden kann, muss schnellstens wieder der Vergangenheit angehören!
Wenn auch noch innerhalb des scheinbar etwas zerstrittenen DFB und in der Fußball-Liga endlich Einigkeit über die wirklichen Geschehnisse rund um die WM 2006 herrschen sollte sowie eine vernünftige Lösung der Niersbach-Nachfolge angestrebt und erreicht wird, kann hoffentlich alsbald eine gewisse Normalität endlich wieder einziehen!
Vielleicht haben wir aber bis dahin schon ein wenig die gefährlichen und traurigen Nächte von Paris und Hannover wieder vergessen.....
Hans-Ullrich Klemm
Autor: redIn den aufregenden Tagen des schlimmen Terrors in Paris, bei dem viele unschuldige Opfer zu verzeichnen waren, mussten aufgrund der festgestandenen Termine weiterer internationaler Begegnungen in verschiedenen Ländern erhöhte Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, um nicht erneut in direkte Gefahr zu geraten.
Nun ist ausgerechnet unsere Fußballnationalmannschaft praktisch innerhalb von wenigen Stunden ganz nah in diese gefährliche Situation gleich zweimal verwickelt worden! Nach einigen ernsten Überlegungen entschieden sich zuerst unsere Spieler, gemeinsam mit ihrem holländischen Testpartner im Sicherheitstrakt von Hannover doch auflaufen zu wollen, um den eventuell wenigen feigen und hinterhältigen Gegnern des Friedens ihre Bereitschaft zu dokumentieren, zusammen mit den vielen Zuschauern, Flagge zu zeigen!
Wie wir längst wissen, war natürlich die Absage unmittelbar in der letzten Stunde vor dem geplanten Anstoß für alle direkten Gäste, Händler, Servicekräfte der Technik und Sicherheit, des medizinischen Personals und sonstigen ungenannten Helfern dieser besonderen Sportveranstaltung vor Ort und den vielen Sportinteressierten an den Lautsprechern und Fernsehgeräten in der warmen häuslichen Stube schon enttäuschend, doch irgendwie aber trotzdem verständlich.
Es waren allerdings nach der mehrmals etwas hinausgezögerten anschließenden Pressekonferenz mit den verantwortlichen Innenministern und einem unserer beiden DFB-Interimspräsidenten allerdings auch verschiedene kritische Stimmen hören, weil sich diese überraschend doch vorgenommene insgesamt teure Spielabsage nicht mit einem eventuellen Sprengstoff-Fund oder erfolgten Festnahmen durch die tüchtigen und in großer Anzahl angerückten Sicherheitskräfte im weiten Stadionrund und hinter den Kulissen begründen ließen und damit alle Beobachter der angespannten Situation eher noch mehr verunsicherten! Hatten hier vielleicht Trittbrettfahrer ihre Freude oder war der Ausnahmezustand durch uns natürlich nicht zu übermittelnden Ursachen erreicht worden?
Wir wissen es nicht, da unsere berechtigte Neugierde, die mit der Angst plötzlich einen starken Partner bekam, zugunsten des Vertrauens für die Sicherheitskräfte etwas zurückzunehmen war.
Ein wesentlich wichtigeres Zeichen wäre aus meiner Sicht gewesen, wenn sich nach den traurigen Attentaten von Paris, bei denen unsere Spieler und Offiziellen bis in die Nacht hinein in den Katakomben des Stadions Schutz suchen mussten, statt am Dienstag selbst mit einer zweiten Garde spielen zu wollen, diese, gemeinsam mit ihrem holländischen Gegner, die Partie in London zwischen England und Frankreich angeschaut hätten, um ihre Solidarität besonders mit den dortigen Gästen bekunden zu können.
Vielleicht war die gefühlte Sicherheit einfach zu groß, indem die Parolen der Funktionäre im Vorfeld des geplanten Länderspieles, wie zum Beispiel: Wir dürfen uns einfach von den Terroristen einfach nicht einschüchtern lassen, Wir weichen vorm Terror nicht zurück, Jetzt erst recht oder Der Fußball muss sich zur Wehr setzen usw., entstanden. Besser wäre es wohl gewesen, wenn stattdessen rechtzeitig in zurückhaltender Form für wenigstens ein paar Tage der Fußball einfach einmal überhaupt keine Bedeutung erhalten hätte, um dafür in Stille an alle Opfer und deren Angehörige zu denken!
Es ist zu hoffen, dass der jeweilige Verlauf aller kommenden Punkt- und Pokalspiele unseres normalen Fußballalltages in sämtlichen Klassen in allen Stadien und Arenen unseres gesamten Landes friedlich und störungsfrei abläuft, wobei die Integration der verpönten Pyrotechnik vermutlich nun erst recht keine Chance mehr haben dürfte. Auch der erwarteten verstärkten Anzahl von Polizisten sollte unbedingt mehr Anerkennung und Respekt entgegengebracht werden!
Die Ansagen, ob ein Spiel wegen einer gefährlichen Sicherheitslage, wie bei einem Wetterbericht, eventuell nicht durchgeführt werden kann, muss schnellstens wieder der Vergangenheit angehören!
Wenn auch noch innerhalb des scheinbar etwas zerstrittenen DFB und in der Fußball-Liga endlich Einigkeit über die wirklichen Geschehnisse rund um die WM 2006 herrschen sollte sowie eine vernünftige Lösung der Niersbach-Nachfolge angestrebt und erreicht wird, kann hoffentlich alsbald eine gewisse Normalität endlich wieder einziehen!
Vielleicht haben wir aber bis dahin schon ein wenig die gefährlichen und traurigen Nächte von Paris und Hannover wieder vergessen.....
Hans-Ullrich Klemm
