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Reinholz: Keinen Respekt!

Donnerstag, 19. November 2015, 07:00 Uhr
Jürgen Reinholz, erst CDU-Wirtschafts- und dann, gerade im Anschluss gut dazu passend, Umweltminister, hat meinen Respekt jedenfalls nicht, schreibt ein Leser der nnz...


Er verhält sich wie Ungarn in der EU: Kaum ist Not am Mann, geht er seine eigenen Wege: Das ist für ihn jetzt auch nicht mehr so schwierig, - nach so vielen Jahren im Landtagssessel und den so oder so gesicherten Altersbezügen.

„Ratten verlassen das sinkende Schiff (der führenden Partei)“ könnte man sagen, - aber eben nicht ganz: Denn Herr Reinholz ist inkonsequent: Was will er denn erstens als fraktionsloser Abgeordneter noch bewegen für Thüringen, außer das Geld der Steuerzahler, das er monatlich kassiert? Gerade als jemand, der in seinem Brief fast weinerlich betont, dass er 1989 doch für etwas Besseres auf die Straße gegangen sei. - „Einer muss mal ein Zeichen setzen“, schreibt Jürgen Reinholz in seinem Brief.

Und ich stelle ihm die Frage: Wären Sie, dieselbe Unzufriedenheit mit Kanzlerin oder Kanzler vorausgesetzt, vor 20 Jahren auch aus der CDU ausgetreten, also während ihrer karrieriellen Sturm- und Drangzeit, sehr geehrter Herr Reinholz? Wohl eher nicht.

Und selbst dann, wenn ich aus irgendwelchen Gründen doch Verständnis für Ihre Entscheidung aufbringen könnte: Zwei sinngemäße Bemerkungen Ihrerseits sind es, die mich nachhaltig jeden Respekt vor Ihnen als (Umwelt)Politiker verlieren ließen:

Erstens jene, als sie als Umweltminister den 45.000 Euro oder Dollar-Elefantenmord ihres früheren Ministerialbeamten in Afrika etwa als dessen Privatangelegenheit bezeichneten, statt sie sofort und ohne Umschweife zumindest zu verurteilen.

Und zweitens, als ich im Radio davon hörte, dass Sie angesichts des traurigen Spitzenplatzes von Thüringen bei der Neuversiegelung von Natur und Landschaft tatsächlich an das Verantwortungsbewusstsein von Unternehmen und Kommunen appellierten, diesen Zustand abzustellen! Dabei sagten sie dies im Radio und nicht bei einem IHK-Meeting! Lascher ging‘s wirklich nicht als Umweltminister.

Warum also kämpfen Sie jetzt nicht in Ihrer Partei gegen Merkels Weg, Herr Reinholz, genauso wie es viele Ihrer Parteifreunde innerhalb der CDU auch tun? Sie wählen den einfachen, eben laschen Weg, den des verantwortungsfreien, doch arg gebeutelten Hinterbänklers und erwarten offensichtlich auch noch Applaus dafür. Und wie man lesen kann, bekommen sie ihn auch. So funktioniert Politik. Leider.

Vor einigen Tagen titelte ich in der nnz: „Politiker schädigen die Demokratie“. Herr Reinholz hat ein weiteres Kapitel zu diesem Thema geschrieben.
Bodo Schwarzberg
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Autor: red

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