Wissenschaft und Schule
Vom MIT ans Humboldt Gymnasium
Mittwoch, 11. November 2015, 15:45 Uhr
"MIT" - die drei Buchstaben stehen für "Massachusetts Institute of Technology" und damit für die hohen Hallen der Akademik, für Wissenschaft, für die Moderne, für den Fortschritt. Die Bostoner Universität gehört zu den bekanntesten Hochschulen der Welt und bringt mit schöner Regelmäßigkeit Nobelpreisträger hervor. All das ist weit weg von Nordhausen, weit weg vom Alltag an deutschen Schulen. Oder vielleicht auch nicht...
Durch eine Verkettung glücklicher Umstände und Bekanntschaften hat das Humboldt Gymnasium im kommenden Jahr vielleicht die Möglichkeit, sich ein wenig MIT Expertise ins eigene Haus zu holen.
Vorrangetrieben wird die Idee von Gerd Mehler. Der Lehrer für Informatik und Physik hat das "Schülerlabor" des Gymnasiums zum festen Bestandteil seines Unterrichts gemacht und kann so Theorie und Praxis miteinander verbinden. Anstatt nur Programmiercode zu schreiben, können die Schülerinnen und Schüler hier selber Hand anlegen, etwa an sogenannten "Mikrocontrollern". Mit den kleinen Geräten lässt sich so ziemlich jedes elektronische Gerät vom Smartphone bis zur Waschmaschine messen, steuern und regeln. "Im Schülerlabor kann man zeigen das Wissenschaft Spaß macht, das es etwas reales ist", sagt Mehler.
Mehr Wissenschaft in die Schule bringen - in eben jene Richtung geht auch der Vorstoß nach Boston zum renommierten MIT. Vor gut vier Jahren wurde nach einem Besuch deutscher Lehrer an dem amerikanischen Institut der "MIT Club of Germany" gegründet. Vor knapp zwei Wochen wiederrum organisierte dieser in Braunschweig eine Vortragsreihe von Wissenschaftlern und Nobelpreisträgern für deutsche Lehrkräfte unter denen auch Gerd Mehler war. Eines führte zum anderen und inzwischen steht der Nordhäuser Lehrer in regem Kontakt mit "MISTI" den "MIT International Science and Technology Initiatives", einer Art Studentenexportprogramm der Bostoner Universität.
Gerd Mehler im Schülerlabor - Zeigen das Wissenschaft Spaß macht, das es etwas reales ist (Foto: Angelo Glashagel)
Wenn alles glatt geht, dann wird das Humboldt Gymnasium vorraussichtlich im Januar für drei Wochen einen Gast aus Übersee bekommen, der in die Unterrichtsgestaltung "voll integriert" werden soll. Der oder die MIT Studentin werden mit Mehler und geneigten Kollegen Stunden in Physik, Informatik, Biologie und Chemie gestalten. Netter Nebeneffekt: bilingual wird der Unterricht dann wohl auch.
Von amerikanischer Seite habe man volle Unterstützung, sagte Mehler, auf deutscher Seite bastele er gerade noch an einem Netzwerk, welches die Idee mit trägt. Eine Gastfamilie ist schon gefunden und auch der Förderverein des Gymnasiums hat seine Unterstützung zugesagt. An anderen Stellen will Mehler in den kommenden Tagen noch anklopfen.
Ziel sei es, so Mehler, mehr Wissenschaft an die Schule zu bringen. Der Unterricht aus Studentenhand biete da ganz andere Möglichkeiten. Wie das aussehen kann, hatte man in einer Lübecker Schule im vergangenen Jahr ausprobieren können und auch hierhin hat Mehler bereits Kontakte geknüpft.
In trockenen Tüchern ist die Idee aber noch nicht ganz. Bevor man also Humboldt Gymnasium und MIT ruhigen Gewissens in einem Satz nennen kann, geht der ganz normale Unterricht weiter. Die Wissenschaft hat auch da ihren Platz, etwa bei den Vorbereitungen für die nächste Runde von "Jugend forscht". Mit fünf Projekten gehen allein Mehlers Schülerinnen und Schüler im kommenden Jahr ins Rennen, die Schützlinge der Kollegen aus dem Fachbereich Biologie nicht mit eingeschlossen.
Im vergangene Jahr hatte man es bis ins Landesfinale geschafft. Wer weiß, wie das in Zukunft aussieht, wenn Humboldts Schülerinnen und Schüler ein wenig Inspiration von einer der führenden Universitäten der Welt bekommen können.
Angelo Glashagel
Autor: redDurch eine Verkettung glücklicher Umstände und Bekanntschaften hat das Humboldt Gymnasium im kommenden Jahr vielleicht die Möglichkeit, sich ein wenig MIT Expertise ins eigene Haus zu holen.
Vorrangetrieben wird die Idee von Gerd Mehler. Der Lehrer für Informatik und Physik hat das "Schülerlabor" des Gymnasiums zum festen Bestandteil seines Unterrichts gemacht und kann so Theorie und Praxis miteinander verbinden. Anstatt nur Programmiercode zu schreiben, können die Schülerinnen und Schüler hier selber Hand anlegen, etwa an sogenannten "Mikrocontrollern". Mit den kleinen Geräten lässt sich so ziemlich jedes elektronische Gerät vom Smartphone bis zur Waschmaschine messen, steuern und regeln. "Im Schülerlabor kann man zeigen das Wissenschaft Spaß macht, das es etwas reales ist", sagt Mehler.
Mehr Wissenschaft in die Schule bringen - in eben jene Richtung geht auch der Vorstoß nach Boston zum renommierten MIT. Vor gut vier Jahren wurde nach einem Besuch deutscher Lehrer an dem amerikanischen Institut der "MIT Club of Germany" gegründet. Vor knapp zwei Wochen wiederrum organisierte dieser in Braunschweig eine Vortragsreihe von Wissenschaftlern und Nobelpreisträgern für deutsche Lehrkräfte unter denen auch Gerd Mehler war. Eines führte zum anderen und inzwischen steht der Nordhäuser Lehrer in regem Kontakt mit "MISTI" den "MIT International Science and Technology Initiatives", einer Art Studentenexportprogramm der Bostoner Universität.
Gerd Mehler im Schülerlabor - Zeigen das Wissenschaft Spaß macht, das es etwas reales ist (Foto: Angelo Glashagel)
Wenn alles glatt geht, dann wird das Humboldt Gymnasium vorraussichtlich im Januar für drei Wochen einen Gast aus Übersee bekommen, der in die Unterrichtsgestaltung "voll integriert" werden soll. Der oder die MIT Studentin werden mit Mehler und geneigten Kollegen Stunden in Physik, Informatik, Biologie und Chemie gestalten. Netter Nebeneffekt: bilingual wird der Unterricht dann wohl auch.
Von amerikanischer Seite habe man volle Unterstützung, sagte Mehler, auf deutscher Seite bastele er gerade noch an einem Netzwerk, welches die Idee mit trägt. Eine Gastfamilie ist schon gefunden und auch der Förderverein des Gymnasiums hat seine Unterstützung zugesagt. An anderen Stellen will Mehler in den kommenden Tagen noch anklopfen.
Ziel sei es, so Mehler, mehr Wissenschaft an die Schule zu bringen. Der Unterricht aus Studentenhand biete da ganz andere Möglichkeiten. Wie das aussehen kann, hatte man in einer Lübecker Schule im vergangenen Jahr ausprobieren können und auch hierhin hat Mehler bereits Kontakte geknüpft.
In trockenen Tüchern ist die Idee aber noch nicht ganz. Bevor man also Humboldt Gymnasium und MIT ruhigen Gewissens in einem Satz nennen kann, geht der ganz normale Unterricht weiter. Die Wissenschaft hat auch da ihren Platz, etwa bei den Vorbereitungen für die nächste Runde von "Jugend forscht". Mit fünf Projekten gehen allein Mehlers Schülerinnen und Schüler im kommenden Jahr ins Rennen, die Schützlinge der Kollegen aus dem Fachbereich Biologie nicht mit eingeschlossen.
Im vergangene Jahr hatte man es bis ins Landesfinale geschafft. Wer weiß, wie das in Zukunft aussieht, wenn Humboldts Schülerinnen und Schüler ein wenig Inspiration von einer der führenden Universitäten der Welt bekommen können.
Angelo Glashagel
