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PARK HOHENRODE BEEINDRUCKTE EICHSFELDER GAST

Unermüdlich tätig für die Natur

Sonntag, 08. November 2015, 14:32 Uhr
Am 4. Dezember wird er 75. Dennoch gönnt sich Wilhelm Roth keine Ruhe. Unermüdlich ist der rüstige Rentner, der in Günzerode aufwuchs und heute in Heiligenstadt wohnt, in Wald, Feld und Flur unterwegs. Für die Natur. Egal, zu welcher Jahreszeit...

Besuch im Park Hohenrode (Foto: Kurt Frank) Besuch im Park Hohenrode (Foto: Kurt Frank) Der bekannte Eichsfelder Ornithologe Wilhelm Roth erkundete gestern den Park Hohenrode, der ihn sehr beeindruckte. Im Bild vor einer Japanischen Lärche.

Nordhausen/Heiligenstadt. Die Artenvielfalt zu schützen und zu erhalten, ist sein großes Anliegen. Der leidenschaftliche Hobby-Ornithologe hilft der Wissenschaft, dem Leben der Arten weitere Geheimnisse zu entlocken. Roth half auch den Südharzer Vogelkundlern, erforschte und registrierte die Wiesenbrüter-Arten in der Helmeniederung. Von Schiedungen bis zur Flarichsmühle.

Beobachtungen und Erlebnisse verewigte der ehemalige Tierwirt auch in seinem Buch „Das kleine Paradies“, das auch in der Nordhäuser Buchhandlung Rose erhältlich war. Im Eichsfeld ist Roth eine Persönlichkeit. Selbst Landrat Henning schätzt seinen Eifer als Naturschützer. Auch den Ex-Landesvätern Thüringens Bernhard Vogel und Dieter Althaus war er nicht verborgen geblieben. Auf die Medaille für erfolgreiche ehrenamtliche Arbeit aus deren Händen ist er besonders stolz.

Als Mitglied der Fachgruppe Ornithologie des Eichfeldes erforscht und registriert Wilhelm Roth den Bestand an Vögeln: Brutvögel, Nahrungsgäste, Durchzügler. Seine Beobachtungen trägt er in eine topografische Karte ein – Zahlen und Fakten für einen Brutvogel-Atlas.

Millionen Zuschauer konnten am Bildschirm seine Begegnung und Gespräche mit dem weltberühmten Tierfilmer Andreas Kieling bei dessen Wanderung durch das Eichsfeld erleben. Wie sein großes Vorbild wettert auch Roth gegen irreparable Eingriffe in die Natur, die das Artensterben beschleunigen.

Sorgen machen dem Vogelkundler, was er im Notizbuch bei seinen Streifzügen, auch im Südharz, vermerken muss: Rebhuhn, Feldlerche, Goldammer, Stieglitz, Kiebitz, Feldhase werden immer mehr zur Rarität. Vor Geschäftsführern landwirtschaftlicher Betriebe und Experten des Kreisbauernverbandes im Eichsfeld mahnt er deshalb, den Tieren immer eine ökologische Nische zu überlassen und die sogenannte Feldrand- und Flusshygiene, das Abmähen von Wildkräutern, zu unterlassen.

Zur Tradition gehört der jährliche Treff der Gruppe in der Vogelschutzstation Numburg am Stausee Kelbra für ein Wochenende. Seit Jahren werden Wasservögel gezählt. Auch an vielen Bächen und Flüssen. Die Arbeit dient der Wissenschaft. Den jeweiligen Jahresbericht nutzen die Naturschutzbehörden und regionalen Landschaftsplaner.

Rentner Roth zimmert ohne Unterlass Nisthilfen: für Mauersegler, Dohlen, Eulen, Falken, Meisen, Rotschwänzchen. Sie finden sich heute zahlreich an Kirchtürmen, unter Dachfirsten, in Gärten und Anlagen.

Gestern traf er sich mit ehemaligen Schulfreunden in Nordhausen. Sie führten ihn in den Park Hohenrode. Die Geschichte dieser grünen Lunge fesselte den Gast, vor allem aber die ehrenamtlichen Aktivitäten, die Attraktivität der dendrologischen Kostbarkeit weiter zu erhöhen.

Wilhelm studierte die Täfelchen an Bäumen und am Wegesrand, lobte die Neugestaltung der Wege und warf einen Blick durch das Fenster auf festlich gedeckte Tische in der Kutscherstube, die leider geschlossen war.

Am liebsten würde der Heiligenstädter auch in diesem Park Brutmöglichkeiten für seine gefiederten Freunde basteln und anbringen. Das will er aber doch lieber der hiesigen Fachgruppe Ornithologie überlassen.
Kurt Frank
Autor: red

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