Pläne für Ilfelder Privatgymnasium
Analysieren und bearbeiten
Freitag, 30. Oktober 2015, 08:56 Uhr
Eine Studie rät von der Etablierung eines Privatgymnasiums in Ilfeld ab. Dazu ein Gastbeitrag von Harztor-Bürgermeister Stephan Klante in der nnz...
Studie rät von Plänen ab - so eine Meldung dieser Tage in Nordhausen. Aber nein, was die Studie vor allem anspricht sind Gegebenheiten, denen man sich nicht verschließen, sondern die man konstruktiv analysieren und bearbeiten sollte. Gehen wir aber erst noch mal einen Schritt zurück, um eventuell den einen oder anderen verbalen Schnellschuss der vergangenen Tage zu erläutern.
Vor etwa zwei Jahren kam die Klosterkammer auf die Gemeinde Harztor zu und berichtete von der Möglichkeit der Errichtung einer Schule auf dem Grundstück der Klosterkammer in Ilfeld. Es haben daraufhin mehrere Treffen und Gespräche mit verschiedensten Akteuren stattgefunden. Dass es nicht einfach wird unter den politischen und gesetzlichen Gegebenheiten war allen bewusst.
Die Gesetzgebung im Hinblick auf die Betreibung einer Schule in freier Trägerschaft ist in Thüringen nicht gerade vorteilhaft. Auch die jüngste Gesetzesänderung ändert an diesem Umstand recht wenig. Weiterhin wurde immer in den Vordergrund gerückt, dass diese Schule nur im Einvernehmen mit dem Landkreis errichtet werden wird. Hierzu muss man wissen, dass die freien Schulen nicht in Konkurrenz, sondern in Ergänzung zum staatlichen Schulsystem auftreten, da sie Angebote offerieren, die in staatlichen Schulformen eben nicht leistbar sind.
Das Ziel war also einen Schulträger zu finden, welcher ein solch ergänzendes Angebot zu leisten imstande und dieses auch gewillt ist, umzusetzen. Im Rahmen dieser Aktivitäten konnte ein Träger für dieses Projekt begeistert werden, welcher in Deutschland führend in der Betreibung solcher Schulen ist. Die Klosterkammer stellte aber auch heraus, dass am Anfang eines solchen Prozesses erst einmal eine Machtbarkeitsstudie steht.
Nach einigen Verzögerungen wurde diese dann im vorigen Jahr beauftragt und die Ergebnisse im September dieses Jahres präsentiert. Natürlich war in dieser Studie wie zu erwarten der demografische Faktor ein wesentlicher Bestandteil. Aber genau um diesem zu begegnen und sich ihm nicht zu ergeben entstanden ja die Initiativen rund um die Errichtung einer Schule. Kein demografischer Faktor vermag für unsere Region die derzeitige Flüchtlingssituation vorauszusagen. Auch konnte das Industriegebiet Goldene Aue keinen Niederschlag finden, wohingegen jedem bewusst sein sollte, dass die Zielstellung eine größtmögliche Anzahl von Arbeitsplätzen zu errichten ist. Daran hängen Familien und Forderungen nach einer Angebotsvielfalt im Landkreis. Die Schule könnte eins davon sein.
Erschreckend sind für mich aber vor allem substanzlose Äußerungen die der Sache nicht dienlich sind. Es ist zu dem jetzigen Zeitpunkt überhaupt noch keine Diskussion erfolgt, wie die freie Schule konzeptionell ausgestaltet sein könnte. Professionell wäre es, den Prozess rund um die Schule weiter zu entwickeln, konzeptionell auszuarbeiten und dieses in Abstimmung mit dem Landkreis auszuwerten. Erst wenn diese Ergebnisse vorliegen kann eine Entscheidung über das Ja oder Nein zu solch einer Schulform gefasst werden. Leider ist aber festzustellen, dass im Vorfeld lieber Drohungen oder Szenarien aufgebaut werden, um möglichst schnell alle weiteren Verfahrensschritte zu beenden. Getreu dem Motto, Neues geh weg, wir haben das schon immer so gemacht.
Letzten Endes wären es die Fragen nach
Der Landkreis Nordhausen wird in den nächsten Jahren finanziell keine Entlastung erfahren. Auch wenn über die Servicegesellschaft die Möglichkeit besteht Finanzierungsformen außerhalb des Kreishaushaltes zu generieren, so müssen Rückzahlungen trotzdem durch den Kreishaushalt erfolgen. Ich weiß also nicht, ob es wirklich auf einer langfristigen Überlegung beruht diesen Prozess rund um die freie Schule vorzeitig zu beenden, um dann am Ende festzustellen, wir hätten ja auch noch eine Freie Schule haben können, aber……
Stephan Klante, Bürgermeister Harztor
Autor: redStudie rät von Plänen ab - so eine Meldung dieser Tage in Nordhausen. Aber nein, was die Studie vor allem anspricht sind Gegebenheiten, denen man sich nicht verschließen, sondern die man konstruktiv analysieren und bearbeiten sollte. Gehen wir aber erst noch mal einen Schritt zurück, um eventuell den einen oder anderen verbalen Schnellschuss der vergangenen Tage zu erläutern.
Vor etwa zwei Jahren kam die Klosterkammer auf die Gemeinde Harztor zu und berichtete von der Möglichkeit der Errichtung einer Schule auf dem Grundstück der Klosterkammer in Ilfeld. Es haben daraufhin mehrere Treffen und Gespräche mit verschiedensten Akteuren stattgefunden. Dass es nicht einfach wird unter den politischen und gesetzlichen Gegebenheiten war allen bewusst.
Die Gesetzgebung im Hinblick auf die Betreibung einer Schule in freier Trägerschaft ist in Thüringen nicht gerade vorteilhaft. Auch die jüngste Gesetzesänderung ändert an diesem Umstand recht wenig. Weiterhin wurde immer in den Vordergrund gerückt, dass diese Schule nur im Einvernehmen mit dem Landkreis errichtet werden wird. Hierzu muss man wissen, dass die freien Schulen nicht in Konkurrenz, sondern in Ergänzung zum staatlichen Schulsystem auftreten, da sie Angebote offerieren, die in staatlichen Schulformen eben nicht leistbar sind.
Das Ziel war also einen Schulträger zu finden, welcher ein solch ergänzendes Angebot zu leisten imstande und dieses auch gewillt ist, umzusetzen. Im Rahmen dieser Aktivitäten konnte ein Träger für dieses Projekt begeistert werden, welcher in Deutschland führend in der Betreibung solcher Schulen ist. Die Klosterkammer stellte aber auch heraus, dass am Anfang eines solchen Prozesses erst einmal eine Machtbarkeitsstudie steht.
Nach einigen Verzögerungen wurde diese dann im vorigen Jahr beauftragt und die Ergebnisse im September dieses Jahres präsentiert. Natürlich war in dieser Studie wie zu erwarten der demografische Faktor ein wesentlicher Bestandteil. Aber genau um diesem zu begegnen und sich ihm nicht zu ergeben entstanden ja die Initiativen rund um die Errichtung einer Schule. Kein demografischer Faktor vermag für unsere Region die derzeitige Flüchtlingssituation vorauszusagen. Auch konnte das Industriegebiet Goldene Aue keinen Niederschlag finden, wohingegen jedem bewusst sein sollte, dass die Zielstellung eine größtmögliche Anzahl von Arbeitsplätzen zu errichten ist. Daran hängen Familien und Forderungen nach einer Angebotsvielfalt im Landkreis. Die Schule könnte eins davon sein.
Erschreckend sind für mich aber vor allem substanzlose Äußerungen die der Sache nicht dienlich sind. Es ist zu dem jetzigen Zeitpunkt überhaupt noch keine Diskussion erfolgt, wie die freie Schule konzeptionell ausgestaltet sein könnte. Professionell wäre es, den Prozess rund um die Schule weiter zu entwickeln, konzeptionell auszuarbeiten und dieses in Abstimmung mit dem Landkreis auszuwerten. Erst wenn diese Ergebnisse vorliegen kann eine Entscheidung über das Ja oder Nein zu solch einer Schulform gefasst werden. Leider ist aber festzustellen, dass im Vorfeld lieber Drohungen oder Szenarien aufgebaut werden, um möglichst schnell alle weiteren Verfahrensschritte zu beenden. Getreu dem Motto, Neues geh weg, wir haben das schon immer so gemacht.
Letzten Endes wären es die Fragen nach
- Welche Schulform wäre möglich
- Welches Konzept würde verfolgt
- Welcher Einzugsbereich
- Welche Kooperationsmöglichkeiten gibt es
- Wie könnte die Schule auf den Bedarf der Wirtschaft ausgerichtet sein
- Welche Folgen für die bestehenden Schulen
- Welche finanziellen Auswirkungen in positiver und negativer Hinsicht gebe es
- und noch viele mehr zu beantworten.
Der Landkreis Nordhausen wird in den nächsten Jahren finanziell keine Entlastung erfahren. Auch wenn über die Servicegesellschaft die Möglichkeit besteht Finanzierungsformen außerhalb des Kreishaushaltes zu generieren, so müssen Rückzahlungen trotzdem durch den Kreishaushalt erfolgen. Ich weiß also nicht, ob es wirklich auf einer langfristigen Überlegung beruht diesen Prozess rund um die freie Schule vorzeitig zu beenden, um dann am Ende festzustellen, wir hätten ja auch noch eine Freie Schule haben können, aber……
Stephan Klante, Bürgermeister Harztor
