Gabriele Krone Schmalz in Nordhausen
Die Russland-Versteherin
Dienstag, 27. Oktober 2015, 22:14 Uhr
Die Sparkassen-Kulturtage machten es möglich: Prof. Dr. Gabriele Krone-Schmalz hielt im Nordhäuser Theater einen Vortrag. Thema: Russland, Ukraine und der Westen. Und: die Frau nahm kein Blatt vor den Mund...
Ein Geschenk als Dank von Sparkassen-Chef Wolfgang Asche. (Foto: nnz)
Russland, Ukraine und der Westen und so ganz nebenbei: der Ist-Journalismus in diesem Land namens Deutschland. Europäische Politik oder auch globale Politik ist weder ohne Russland, noch gegen Russland machbar. Das war der Kernsatz dieses über einstündigen Vortrags, an dessen Ende ein ausverkauftes Theater stehende Ovationen sah.
Krone-Schmalz zeigte auf, wie sich nicht nur dieses riesige Land im zurückliegenden Vierteljahrhundert veränderte, sondern wie sich auch das Verhältnis des Westens inklusive USA zu Russland verändert hatte. Ursache und Wirkung gelte es immer wieder zu beleuchten, die Chronologie der Ereignisse müsse durchleuchtet werden. Das aber vermisse sie unter anderem bei den deutschen Journalisten, bei Politikern sei das nicht mehr zu erwarten. Und so wunderte es nicht, dass die einstige ARD-Korrespondentin in Moskau einzig aus einer Schweizer Zeitung zitierte.
Die Vollblut-Journalistin, die eigentlich in Spanien lebt, seit Februar allerdings wieder in Deutschland unterwegs ist, mahnte vielfach an, die Ereignisse immer wieder kritisch zu hinterfragen, nach den Interessenslagen zu forschen, Motive zu recherchieren. Und: am Ende eines solchen Prozesses zu einer Meinung zu kommen.
Man müsse Russland verstehen, im wahrsten Sinne des Wortes. Verstehen sei eine Vorstufe des Begreifens.
Hier, in den ostdeutschen Gefilden, ist das Verständnis für de russische Politik, auch für Putin noch wesentlich positiver als im anderen Teil dieses Landes. Das kam im Theater auch zum Ausdruck, als Gabriele Krone-Schmalz die Ereignisse um die Krim chronologisch zelebrierte. Mehrfach gab es spontanen Applaus.
Im Anschluss an den Vortrag signierte die Journalistin dann ihre Bücher. Viele der mehr als 400 Zuhörer werden aufgewühlt nach Hause gegangen sein. Vielleicht sahen und sehen sie sich selbst in ihrer eigenen Meinung bestätigt. Das aber muss jedem überlassen werden. Danke, Frau Krone-Schmalz für diese eine Stunde des Verstehens.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red
Ein Geschenk als Dank von Sparkassen-Chef Wolfgang Asche. (Foto: nnz)
Russland, Ukraine und der Westen und so ganz nebenbei: der Ist-Journalismus in diesem Land namens Deutschland. Europäische Politik oder auch globale Politik ist weder ohne Russland, noch gegen Russland machbar. Das war der Kernsatz dieses über einstündigen Vortrags, an dessen Ende ein ausverkauftes Theater stehende Ovationen sah.
Krone-Schmalz zeigte auf, wie sich nicht nur dieses riesige Land im zurückliegenden Vierteljahrhundert veränderte, sondern wie sich auch das Verhältnis des Westens inklusive USA zu Russland verändert hatte. Ursache und Wirkung gelte es immer wieder zu beleuchten, die Chronologie der Ereignisse müsse durchleuchtet werden. Das aber vermisse sie unter anderem bei den deutschen Journalisten, bei Politikern sei das nicht mehr zu erwarten. Und so wunderte es nicht, dass die einstige ARD-Korrespondentin in Moskau einzig aus einer Schweizer Zeitung zitierte.
Die Vollblut-Journalistin, die eigentlich in Spanien lebt, seit Februar allerdings wieder in Deutschland unterwegs ist, mahnte vielfach an, die Ereignisse immer wieder kritisch zu hinterfragen, nach den Interessenslagen zu forschen, Motive zu recherchieren. Und: am Ende eines solchen Prozesses zu einer Meinung zu kommen.
Man müsse Russland verstehen, im wahrsten Sinne des Wortes. Verstehen sei eine Vorstufe des Begreifens.
Hier, in den ostdeutschen Gefilden, ist das Verständnis für de russische Politik, auch für Putin noch wesentlich positiver als im anderen Teil dieses Landes. Das kam im Theater auch zum Ausdruck, als Gabriele Krone-Schmalz die Ereignisse um die Krim chronologisch zelebrierte. Mehrfach gab es spontanen Applaus.
Im Anschluss an den Vortrag signierte die Journalistin dann ihre Bücher. Viele der mehr als 400 Zuhörer werden aufgewühlt nach Hause gegangen sein. Vielleicht sahen und sehen sie sich selbst in ihrer eigenen Meinung bestätigt. Das aber muss jedem überlassen werden. Danke, Frau Krone-Schmalz für diese eine Stunde des Verstehens.
Peter-Stefan Greiner

