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Neues aus Sondershausen

Erdschlag: keine Gefahr für Bevölkerung und Bergleute

Dienstag, 27. Oktober 2015, 19:08 Uhr
Nach einem Gespräch mit dem Geschäftsführer der GESE Johann-Christian Schmiereck und Grubenbetriebsleiter Thomas Kießling ergibt sich folgendes Bild. (Update)..

Update
Weder für die Grubenbelegschaft, noch für die Bevölkerung über Tage besteht eine Gefahr, so Schmiereck und Kießling. Das Ereignis des Erdschlages fand im Bereich zwischen Marienhall (ehemalige Bergbausiedlung an der alten B4 in Richtung Nordhausen) und der Hospitalstraße statt. Der Erdschlag fand in 1.018 Meter Tiefe statt.

Erdschlag in Sondershausen keine Gefahr für Bevölkerung und Bergleute (Foto: Erdbebenaufzeichnungsstelle) Erdschlag in Sondershausen keine Gefahr für Bevölkerung und Bergleute (Foto: Erdbebenaufzeichnungsstelle)

Wichtig dabei, das Ereignis liegt damit nicht in dem ehemaligen Bergbaubereich. In diesem Gebiet war in den Jahren 1938 bis 1945 in nur 650 Meter Teufe Kalisalz abgebaut worden. Dieser Abbaubereich wurde aber bereits im Jahre 1960 verfüllt. Damit ist der eigentliche Bereich des Erdschlages überhaupt nicht befahrbar, weil in diesem Bereich kein Bergbau betrieben worden war, den er liegt rund 350 Meter tiefer als das damalige Abbaugebiet.

Nach dem Erdschlag wurden die Strecken im jetzigen Bergbaubereich sofort kontrolliert und es wurden keine Schäden festgestellt. Auch der eingefahrenen Mittagsschicht geht es gut und es gab keine Beeinträchtigungen, wie Grubenbetriebsleiter Thomas Kießling im Gespräch mit kn betonte.

Was den Erdschlag genau verursacht hat, müssen jetzt die Experten der GSES Glückauf Sondershausen Entwicklungs - und Sicherungsgesellschaft mbH und der K-UTEC AG Salt Technologies in Sondershausen mit ihren Messungen ermitteln. Die Ergebnisse werden voraussichtlich erst morgen vorliegen.
Aber eines ist voraussichtlich jetzt schon klar, es handelt sich bei dem Ereignis heute ganz strenggenommen um kein Erdbeben.

Interessant, der Erdschlag war nur sehr örtlich zu spüren. Während er in der Hammatalstraße sehr deutlich zu spüren war, hat kn jetzt mit Bürgern gesprochen, die zu dem Zeitpunkt im Östertal von Sondershausen waren und den Erdschlag nicht mal richtig bemerkt hatten.

Solche Erdschläge sind übrigens vor allem in den 90er Jahren öfter mal vorgekommen, also absolut nicht Neues, wie Kießling betonte.

Ganz ruhig ist die Erde in Sondershausen und anderen Regionen allerdings nie, man sieht es an den vielen kleinen Ausschlägen in den folgenden Bildern. Update Ende

Am Nachmittag hat es in Sondershausen eine heftige Erschütterung gegeben.Hier kn mit den Einzelheiten

Als kn gegen 16:11 Uhr im Hammatal unterwegs war, gab es einen heftigen lauten Knall und die Erde bebte sehr deutlich. Aber nicht nur dort war dieser Erdschlag zu spüren. Auf der Rückfahrt traf kn Gartenfreunde in der Gartenanlage Glückauf, die den Schlag ebenfalls gespürt hatten.

Erdschlag in Sondershausen keine Gefahr für Bevölkerung und Bergleute (Foto: Erdbebenaufzeichnungsstelle) Erdschlag in Sondershausen keine Gefahr für Bevölkerung und Bergleute (Foto: Erdbebenaufzeichnungsstelle)

Zurück zu Hause hat sich kn gleich auf die Suche gemacht und die Erdbebenaufzeichnungsstelle auf dem Possen registrierte einen deutlichen Ausschlag.

Wie der Verwaltungsleiter des Landratsamtes Kyffhäuserkreis, Dr. Heinz-Ulrich Thiele, auf Nachfrage informierte, lag der Herd in 1.000 Meter Tiefe am Schacht Sondershausen.

Experten der GSES Glückauf Sondershausen Entwicklungs - und Sicherungsgesellschaft mbH und der K-UTEC AG Salt Technologies in Sondershausen sind vor Ort, um weitere Informationen zu sammeln. Laut Dr. Thiele sind weder personelle Schäden noch materielle Schäden bisher registriert worden.

Selbst im über 100 km entfernten Tautenburg bei Jena (Saale-Holz-Landkreis) wurde das Beben noch registriert, siehe Abbildung unten. Allerdings muss man sagen, diese Erdbebenwarten registrieren jede kleine Erschütterung.

Erdschlag in Sondershausen keine Gefahr für Bevölkerung und Bergleute (Foto: Erdbebenaufzeichnungsstelle) Erdschlag in Sondershausen keine Gefahr für Bevölkerung und Bergleute (Foto: Erdbebenaufzeichnungsstelle)
Autor: khh

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