nnz-online
IHK Umfrage

Einheimische Wirtschaft will Flüchtlinge integrieren

Dienstag, 27. Oktober 2015, 13:17 Uhr
Die Unternehmen des Freistaats zeigen sich aufgeschlossen für die Beschäftigung und Ausbildung von Flüchtlingen. Das belegt eine aktuelle Umfrage der drei Thüringer Industrie- und Handelskammern (IHK) und der Handwerkskammer (HWK) Erfurt, an der sich rund 1.000 Thüringer Unternehmen beteiligten...

„Drei von vier Betrieben aus Industrie, Handel, Dienstleistungsbereich und Handwerk sind grundsätzlich bereit, Flüchtlingen eine berufliche Perspektive zu eröffnen“, fasst der Hauptgeschäftsführer der IHK Erfurt, Gerald Grusser, zusammen.

Die zentrale Herausforderung der aktuellen Situation sei es, bleibeberechtigte Flüchtlinge zügig in das Arbeitsleben zu integrieren. Hierfür gebe es von Seiten der Wirtschaft große Aufgeschlossenheit und eine Vielzahl konkreter Projekte und Maßnahmen in den Betrieben. „Die Botschaft der Wirtschaft lautet: Es gibt keine bessere Integration als die über den Beruf“, wertet Grusser die Umfrageergebnisse.

Vor allem Auszubildenden und Facharbeitern soll eine Einstiegsmöglichkeit geboten werden. Für die Phase der beruflichen Orientierung stünden aber auch Praktikumsplätze und Hilfstätigkeiten zur Verfügung. „Die höchste Bereitschaft zeigen größere Firmen. Ab einer Zahl von 50 Mitarbeitern sind 90 Prozent der Betriebe bereit, Flüchtlinge zu integrieren, ab 250 Beschäftigten sind es sogar 97 Prozent“, stellt Peter Höhne, Hauptgeschäftsführer der IHK Ostthüringen zu Gera, fest.

Etwas differenzierter präsentieren sich die Umfrageergebnisse im Bereich des Handwerks. „Trotz der wesentlich kleineren Betriebsstrukturen will jeder zweite Handwerksmeister den Flüchtlingen eine Chance geben“, erklärt der Hauptgeschäftsführer der Erfurter Handwerkskammer, Thomas Malcherek. Allerdings wären finanzielle Unterstützungen wie zum Beispiel Lohnkostenzuschüsse sinnvoll, um den Mehraufwand für die Betriebe abzufedern. „57 Prozent der Handwerker machen Einstellungen von einem Zuschuss zumindest teilweise abhängig“, so Malcherek weiter.

Kammerübergreifend plant laut Umfrage jeder fünfte Betrieb, einen unternehmensinternen Ansprechpartner oder Paten festzulegen, der sich um die Belange der Neuankömmlinge kümmert. Etwa gleich viele Unternehmen wollen berufsorientierende Schülerpraktika und die berufliche Weiterbildung zur besseren Einbindung der Flüchtlinge nutzen.

Die Bereitschaft zum Einsatz von Flüchtlingen ist branchenbezogen unterschiedlich. In der Energie- und Wasserwirtschaft, im Hotel- und Gaststättenwesen sowie in der Industrie und dem Bau ist die Motivation besonders hoch.
Autor: red

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de