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Negativ für Thüringer Arbeitsmarkt

Montag, 25. Juni 2001, 12:46 Uhr
Nordhausen (nnz). Die vom Bundestag verabschiedete Reform der Betriebsverfassung wird von der IHK Erfurt scharf kritisiert. Sie belaste vor allem kleine und mittlere Unternehmen. nnz hat nachgefragt. "Betriebsabläufe werden komplizierter und Entscheidungsprozesse dauern länger", fasst IHK-Präsident Niels Lund Chrestensen zusammen.

Dies schade der Wettbewerbsfähigkeit und könne sich am Arbeitsmarkt bitter rächen. Chrestensen befürchtet, dass zukünftig sehr viel mehr Energie des Unternehmers in Auseinandersetzungen gebunden werde. "Die Chance zu einer Flexibilisierung der Mitbestimmung ist vertan", so Chrestensen. Aufgrund des vereinfachten Wahlverfahrens könne nun eine aktive Minderheit die Mehrheit der Beschäftigten dominieren.

Eine Mindestbeteiligung sei bei den Wahlen nicht mehr vorgesehen. Auch die Ausweitung der Mitbestimmung auf Themen wie Gruppenarbeit, Qualifizierung oder befristete Arbeitsverträge beeinträchtige die Arbeits- und Reaktionsfähigkeit des Unternehmens. Nach Auffassung des IHK-Präsidenten trage die beschlossene Novellierung nicht dazu bei, das Betriebsverfassungsgesetz den veränderten Bedingungen der Arbeitswelt anzupassen. Vielmehr gehe es dem Gesetzgeber um eine Verbeugung vor den Gewerkschaften.
Autor: nnz

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