Projekt zur Infektionsvorbeugung gestartet
Endoprothetik-Zentrum setzt auf Prävention
Montag, 26. Oktober 2015, 10:12 Uhr
Seit September 2015 unterzieht das Südharz Klinikum in Nordhausen Patienten vor endoprothetischen Operationen einem Screening, um sie vor planbaren invasiven Eingriffen vor Infektionen durch methicillinresistenten Staphylococcus aureus (MRSA) zu schützen...
Blick auf das Südharz Klinikum (Foto: SHK)
Erklärtes Ziel ist die Risikominimierung von Wundinfektionen, erklärt Dr. Arne Fittje, Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie. Die Klinik ist als Endoprothetik-Zentrum zertifiziert.
Bei einem Screening wird durch einen Abstrich an der Rachen- und der Nasenschleimhaut sowie an der Stirn, den Achselhöhlen und den Leisten festgestellt, ob eine Besiedlung mit MRSA-Keimen vorliegt. Getestet werden Patienten, die nach den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts in Berlin als besonders anfällig hierfür sind. Dazu zählen Pflegebedürftige, Patienten mit schlecht heilenden Wunden, mit liegendem Katheter oder solche, die in den zurückliegenden 12 Monaten mit Antibiotika behandelt wurden.
Auch Auslandsaufenthalte in Risikogebieten und Tätigkeiten mit Nutztierkontakten werden berücksichtigt. Wird ein MRSA entdeckt, werden die Patienten vor Eingriffen wie dem Einsatz von Hüft- oder Kniegelenk-Endoprothesen von Fachpersonal angeleitet, sich mit einem konfektionierten MRE-Hygieneset1 zu Hause zu sanieren. Nach der Sanierungs- bzw. Dekolonisationsphase zu Hause wird erneut Abstriche entnommen. Wenn diese negativ ausfallen, kann die geplante OP durchgeführt werden, erklärt der Hygienebeauftragte Arzt Dr. Karsten Kromann, der das Projekt aus krankenhaushygienischer Sicht begleitet. Das MRE-Hygieneset bekommt der Patient kostenfrei von der Klinik zur Verfügung gestellt.
Hintergrund: In Deutschland sind etwa 500.000 Menschen pro Jahr von einer Krankenhausinfektion betroffen. Schätzungen zufolge können etwa 30 Prozent der Infektionen durch entsprechende Präventionsmaßnahmen als vermeidbar eingestuft werden3. Gesunden Menschen fügt dieser Hautkeim keinen Schaden zu. Ist ein Patient jedoch immungeschwächt oder gelangt ein MRSA bei invasiven Eingriffen in die Haut oder den Körper, kann es zu schwerwiegenden Komplikationen kommen, die bis zum Tod führen können. MRSA-Bakterien sind gegen die meisten Antibiotika resistent.
Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene empfiehlt deshalb, polyhexanidhaltige Produkte zur Sanierung und als Infektionsprophylaxe von MRSA-Patienten zu verwenden4 – wie das Produktsystem im MRE-Hygieneset. Ein Patient wird saniert, indem die Hautkeime mit der dafür vorgesehenen polyhexanidhaltigen Lösung unter Einschluss von Haaren, Nase, Mund und Rachen von der Haut bzw. den Schleimhäuten abgewaschen werden. Prontoderm ist als Medizinprodukt der Klasse III zur MRSA-Dekolonisation zugelassen und gehört derzeit zu den Mitteln der Wahl bei MRSA-Besiedelung. Die gebrauchsfertige Lösung verhindert eine Wiederbesiedlung mit den Keimen für mindestens 24 Stunden nach Anwendung.
Autor: red
Blick auf das Südharz Klinikum (Foto: SHK)
Erklärtes Ziel ist die Risikominimierung von Wundinfektionen, erklärt Dr. Arne Fittje, Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie. Die Klinik ist als Endoprothetik-Zentrum zertifiziert.
Bei einem Screening wird durch einen Abstrich an der Rachen- und der Nasenschleimhaut sowie an der Stirn, den Achselhöhlen und den Leisten festgestellt, ob eine Besiedlung mit MRSA-Keimen vorliegt. Getestet werden Patienten, die nach den Empfehlungen des Robert Koch-Instituts in Berlin als besonders anfällig hierfür sind. Dazu zählen Pflegebedürftige, Patienten mit schlecht heilenden Wunden, mit liegendem Katheter oder solche, die in den zurückliegenden 12 Monaten mit Antibiotika behandelt wurden.
Auch Auslandsaufenthalte in Risikogebieten und Tätigkeiten mit Nutztierkontakten werden berücksichtigt. Wird ein MRSA entdeckt, werden die Patienten vor Eingriffen wie dem Einsatz von Hüft- oder Kniegelenk-Endoprothesen von Fachpersonal angeleitet, sich mit einem konfektionierten MRE-Hygieneset1 zu Hause zu sanieren. Nach der Sanierungs- bzw. Dekolonisationsphase zu Hause wird erneut Abstriche entnommen. Wenn diese negativ ausfallen, kann die geplante OP durchgeführt werden, erklärt der Hygienebeauftragte Arzt Dr. Karsten Kromann, der das Projekt aus krankenhaushygienischer Sicht begleitet. Das MRE-Hygieneset bekommt der Patient kostenfrei von der Klinik zur Verfügung gestellt.
Hintergrund: In Deutschland sind etwa 500.000 Menschen pro Jahr von einer Krankenhausinfektion betroffen. Schätzungen zufolge können etwa 30 Prozent der Infektionen durch entsprechende Präventionsmaßnahmen als vermeidbar eingestuft werden3. Gesunden Menschen fügt dieser Hautkeim keinen Schaden zu. Ist ein Patient jedoch immungeschwächt oder gelangt ein MRSA bei invasiven Eingriffen in die Haut oder den Körper, kann es zu schwerwiegenden Komplikationen kommen, die bis zum Tod führen können. MRSA-Bakterien sind gegen die meisten Antibiotika resistent.
Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene empfiehlt deshalb, polyhexanidhaltige Produkte zur Sanierung und als Infektionsprophylaxe von MRSA-Patienten zu verwenden4 – wie das Produktsystem im MRE-Hygieneset. Ein Patient wird saniert, indem die Hautkeime mit der dafür vorgesehenen polyhexanidhaltigen Lösung unter Einschluss von Haaren, Nase, Mund und Rachen von der Haut bzw. den Schleimhäuten abgewaschen werden. Prontoderm ist als Medizinprodukt der Klasse III zur MRSA-Dekolonisation zugelassen und gehört derzeit zu den Mitteln der Wahl bei MRSA-Besiedelung. Die gebrauchsfertige Lösung verhindert eine Wiederbesiedlung mit den Keimen für mindestens 24 Stunden nach Anwendung.
