nnz-Forum: Eine Fahrt nach Ohrdruf
Montag, 25. Juni 2001, 12:11 Uhr
Nordhausen (nnz). In der vergangenen Woche besuchten Mitglieder des Planungsverbandes Goldene Aue ein Industrie- und Gewerbegebiet bei Ohrdruf. Mit dabei war auch ein Vertreter der Bürgerinitiative Rettung der Goldenen Aue. nnz veröffentlicht an dieser Stelle die Eindrücke der BI.
Der Planungsverband Industriegebiet hatte eingeladen. Drei Tage vor Fahrtbeginn erhielten wir eine Einladung, uns gemeinsam mit dem Planungsverband das Ohrdrufer Industriegebiet anzusehen. Selbstverständlich nahmen wir die Einladung an und entsandten einen Vertreter. Wir hätten gehofft, die Einladung wäre ein wenig früher eingetroffen, damit mehr Bürger daran teilnehmen konnten. Um uns ein genaueres Bild dieses Gebietes machen zu können, hat uns die Wirtschaftsförderung der Stadt Ohrdruf ganz unbürokratisch Informationsmaterial über die Erschließung sowie deren Kosten und Entwicklungsgeschichte übermittelt.
Als erstes: dieses Gebiet ist keine reines Industriegebiet. Neben kleineren Handwerksbetrieben, vielen Autohäusern und der Stadtwirtschaft Gotha, ist der OTTO-Versand mit einem Logistikzentrum einer der größten Arbeitgeber (etwa 230 Beschäftigte). Weitere Industriebetriebe sind eine Süßwarenherstellung (Fa. Burk und Braun) und eine Zwiebackherstellung (Fa. Brand-Zwieback). Dieses Gebiet teilt sich auf in 65 ha Industriefläche und 80 ha Gewerbefläche. Fast alle Betriebe die sich dort angesiedelt haben, hätten auch einen Standort in Nordhausen, auf einer der vielen leerstehenden Flächen gefunden.
Kein Betrieb unterliegt dem BundesimmesionsschutzGesetz und war somit genehmigungspflichtig. Das Gebiet ist sehr intelligent aufgebaut und bei der Planung wurde darauf geachtet, das der Industriekern in der Mitte liegt und von den Gewerbeeinheiten umschlossen wird. Auch wurden Auflagen in Bezug auf Gestaltung und Flächenversiegelung eingearbeitet, die viel Grünfläche zulassen. Das Gebiet hat einen Flächenzuschnitt von 1.1 ist damit ideal. Das Gebiet ist erweiterungsfähig. Laut Wirtschaftsamt Ohrdruf konnte das Land billigst erworben werden (zwischen 1 bis 8 Mark je Quadratmeter) und die Erschließung wurde mit 90 Prozent gefördert. Bei dem Boden handelte es sich nicht um hochwertige Ackerfläche.
Zum Vergleich nun das Gebiet Goldene Aue: Hier handelt es sich um ein reines Industriegebiet in dem ausschließlich Industrie angesiedelt werden soll, die laut BimSchG genehmigungspflichtig ist (siehe B-Plan Seite 15). Das Gebiet hat einen Flächenzuschnitt von 1:15 und ist kaum erweiterungsfähig. Eine Umschließung von Gewerbeeinheiten ist nicht möglich. Das Gebiet wäre der Industriekern selbst. Unternehmen wie in Ohrdruf dürfen sich laut Bebauungs-Plan dort nicht ansiedeln, da Fördergelder ausschließlich für reine Industriegebiete gezahlt werden. Im Grünordnungsplan wurden nur die notwendigsten, geforderten Ausgleichsmaßnahmen eingearbeitet und eine maximale Flächenversiegelung von 80% ist möglich.
Wir gehen davon aus, das auch die Mitglieder des Planungsverbandes erst einmal ihren eigenen Plan besser kennenlernen sollten. Wenn dem so wäre, würde man nach Bitterfeld, Leuna oder Buna fahren. Dort sind reine Industriegebiete entstanden. Für die Glaubwürdigkeit des Planungsverbandes wäre dies besser gewesen.
Bürgerinitiative Rettung der Goldenen Aue
Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Der Planungsverband Industriegebiet hatte eingeladen. Drei Tage vor Fahrtbeginn erhielten wir eine Einladung, uns gemeinsam mit dem Planungsverband das Ohrdrufer Industriegebiet anzusehen. Selbstverständlich nahmen wir die Einladung an und entsandten einen Vertreter. Wir hätten gehofft, die Einladung wäre ein wenig früher eingetroffen, damit mehr Bürger daran teilnehmen konnten. Um uns ein genaueres Bild dieses Gebietes machen zu können, hat uns die Wirtschaftsförderung der Stadt Ohrdruf ganz unbürokratisch Informationsmaterial über die Erschließung sowie deren Kosten und Entwicklungsgeschichte übermittelt.
Als erstes: dieses Gebiet ist keine reines Industriegebiet. Neben kleineren Handwerksbetrieben, vielen Autohäusern und der Stadtwirtschaft Gotha, ist der OTTO-Versand mit einem Logistikzentrum einer der größten Arbeitgeber (etwa 230 Beschäftigte). Weitere Industriebetriebe sind eine Süßwarenherstellung (Fa. Burk und Braun) und eine Zwiebackherstellung (Fa. Brand-Zwieback). Dieses Gebiet teilt sich auf in 65 ha Industriefläche und 80 ha Gewerbefläche. Fast alle Betriebe die sich dort angesiedelt haben, hätten auch einen Standort in Nordhausen, auf einer der vielen leerstehenden Flächen gefunden.
Kein Betrieb unterliegt dem BundesimmesionsschutzGesetz und war somit genehmigungspflichtig. Das Gebiet ist sehr intelligent aufgebaut und bei der Planung wurde darauf geachtet, das der Industriekern in der Mitte liegt und von den Gewerbeeinheiten umschlossen wird. Auch wurden Auflagen in Bezug auf Gestaltung und Flächenversiegelung eingearbeitet, die viel Grünfläche zulassen. Das Gebiet hat einen Flächenzuschnitt von 1.1 ist damit ideal. Das Gebiet ist erweiterungsfähig. Laut Wirtschaftsamt Ohrdruf konnte das Land billigst erworben werden (zwischen 1 bis 8 Mark je Quadratmeter) und die Erschließung wurde mit 90 Prozent gefördert. Bei dem Boden handelte es sich nicht um hochwertige Ackerfläche.
Zum Vergleich nun das Gebiet Goldene Aue: Hier handelt es sich um ein reines Industriegebiet in dem ausschließlich Industrie angesiedelt werden soll, die laut BimSchG genehmigungspflichtig ist (siehe B-Plan Seite 15). Das Gebiet hat einen Flächenzuschnitt von 1:15 und ist kaum erweiterungsfähig. Eine Umschließung von Gewerbeeinheiten ist nicht möglich. Das Gebiet wäre der Industriekern selbst. Unternehmen wie in Ohrdruf dürfen sich laut Bebauungs-Plan dort nicht ansiedeln, da Fördergelder ausschließlich für reine Industriegebiete gezahlt werden. Im Grünordnungsplan wurden nur die notwendigsten, geforderten Ausgleichsmaßnahmen eingearbeitet und eine maximale Flächenversiegelung von 80% ist möglich.
Wir gehen davon aus, das auch die Mitglieder des Planungsverbandes erst einmal ihren eigenen Plan besser kennenlernen sollten. Wenn dem so wäre, würde man nach Bitterfeld, Leuna oder Buna fahren. Dort sind reine Industriegebiete entstanden. Für die Glaubwürdigkeit des Planungsverbandes wäre dies besser gewesen.
Bürgerinitiative Rettung der Goldenen Aue
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