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GIFTKÖDER, SCHLAGFALLEN, FANGKÖRBE

Vogelfänger auch im Landkreis?

Montag, 19. Oktober 2015, 15:34 Uhr
Im Internet war schon vor Tagen über illegale Vogelfänge zu lesen. „Jagd auf Wildvögel in Thüringen“ titelte gestern eine Zeitung. Von Giftködern, Schlagfallen und Fangkörben war die Rede. Auch im Kreis Nordhausen seien Fangkörbe und Leimruten entdeckt worden. Die nnz ging der Sache nach...


Nordhausen. Matthias Piontek von der Naturschutzbehörde des Landkreises dementiert: „Von Schlagfallen, Leimruten und Fangkörben ist uns nichts bekannt“, gab er Auskunft. In seiner Zeit bei der Behörde sei ihm nur ein Fall aus Ilfeld bekannt geworden, der schon länger zurückliege.

Dort habe jemand ein Vogelhäuschen zu einer Art Fanghäuschen umgebaut. Durch anonyme Hinweise sei die Naturschutzbehörde auf den Mann aufmerksam geworden. Auch die Kripo war vor Ort. Man habe den Betreffenden ermittelt. Eine Anzeige erfolgte. Allerdings habe man nicht nachweisen können, ob mit dieser Vorrichtung Vögel gefangen wurden.

Woher die Meldung in der Zeitung stamme, wonach auch im Südharz Vogelfänger am Werk sind, wisse man in der Naturschutzbehörde nicht. Womöglich habe man da was verwechselt oder zusammengelegt.

Unbestritten ist, dass in Thüringen über 50 Fälle verbotener Jagd auf Greif- und Wildvögel zur Anzeige kamen. Die Dunkelziffer illegaler Fänge dürfte weitaus höher liegen, vermuten die Ämter. Waren bei den Greifen vor allem Mäusebussard und Habicht betroffen, litten bei den Singvögeln vor allem Stare, Stieglitze und verschiedene andere Finkenarten.

Mäusebussard (Foto: privat) Mäusebussard (Foto: privat) Besonders verwerflich ist der Fang in Schlagfallen. Oder das Auslegen von Giftködern wie im Kreis Sömmerda geschehen. Warum Leute das tun, bleibt unklar. Ohnehin ist der Vogelbestand in unserer aufgeräumten Landschaft rückläufig. Wer da noch durch kriminelle Machenschaften nachhilft, ist einfach ein böswilliger Mensch.

Jeder, der die Natur und ihre Vogelwelt liebt, jeder Weidmann, der sich als Naturschützer sieht, sollte derlei unverantwortlichen Machenschaften schon im Ansatz begegnen und sich nicht scheuen, schon Verdachtsfälle zu melden.
Kurt Frank
Autor: red

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