Existenzgründung durch Migranten
IHK: Mut zum Risiko belebt die Wirtschaft
Donnerstag, 15. Oktober 2015, 12:43 Uhr
In Thüringen werden immer weniger Unternehmen gegründet. Das ist keine gute Nachricht, weder für die Zukunftsfähigkeit des Landes, noch für den heimischen Mittelstand. Doch es gibt Lichtblicke...
So registriert die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt eine zunehmende Zahl von Gründern mit Migrationshintergrund, die sich zum Thema Selbstständigkeit beraten lassen.
In den ersten sechs Monaten dieses Jahres erfolgten fast acht Prozent der Gewerbe-
anmeldungen in Thüringen durch Existenzgründer mit ausländischen Wurzeln, berichtet IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Nach eigenen Schätzungen haben die 476 Gründer mit Migrationshintergrund dadurch bis zu 250 zusätzliche Arbeitsplätze in Thüringen geschaffen.
Im Vergleich zu Deutschen gründen sie ihr eigenes Unternehmen häufiger im Haupterwerb. Damit entstehen im Schnitt mehr Stellen als bei denjenigen, die neben dem eigentlichen Beruf zusätzlich einer selbstständigen Tätigkeit nachgehen, so Grusser weiter.
Die höhere Quote an Vollerwerbsgründern unter den Migranten resultiere zum einen aus der stärkeren Betroffenheit dieser Gruppe von Arbeitslosigkeit, zum anderen aber auch aus der generell höheren Bereitschaft, ins unternehmerische Risiko zu gehen. Die erste Zuwanderer-Generation habe oft alle Zelte in der alten Heimat abgebrochen. Das erfordere eine hohe Motivation, das Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen, sich zu verändern, nach neuen Wegen zu suchen. Dieser Spirit werde auch an die nächste Generation weiter gegeben.
Häufiger als bei deutschen Gründern würden Migranten ihr unternehmerisches Glück im Gastgewerbe oder Handel suchen. Nach den Erfahrungen der IHK-Berater führten sie oftmals den traditionellen Beruf der Eltern weiter. Insbesondere die großen Gruppen der türkisch-, osteuropäisch- und griechisch-stämmigen Einwanderer kommen aus Händler- oder Gastro-nomenfamilien, berichtet der IHK-Chef. Kulturelle Hürden wären selten ein Hemmnis.
Die meisten Gründer mit Migrationshintergrund seien schon früh mit den Gepflogenheiten des zukünftigen Geschäftsumfeldes vertraut. Defizite kämen hingegen öfters im kaufmännischen Bereich zum Vorschein. Das gilt aber auch für deutsche Gründer. Der Nachholbedarf bei Instrumenten wie Preiskalkulation oder Businessplanerstellung kann jedoch vergleichsweise schnell aufgeholt werden, meint Grusser.
Eine bekannte Barriere für den Großteil der Gründer wären unzureichende Deutsch-Kenntnisse. Die IHK-Berater würden in diesem Fall Sprachkurse empfehlen, um sicher mit Geschäfts- und Finanzierungspartnern verhandeln zu können.
Eine extra eingerichtete Webseite der Bundesministerien für Arbeit und Soziales, für Bildung und Forschung sowie der Bundesagentur für Arbeit informiere unter www.wir-gruenden-in-deutschland.de ausländische Gründer zu allen Fragen rund um den Unternehmensstart.
Autor: redSo registriert die Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt eine zunehmende Zahl von Gründern mit Migrationshintergrund, die sich zum Thema Selbstständigkeit beraten lassen.
In den ersten sechs Monaten dieses Jahres erfolgten fast acht Prozent der Gewerbe-
anmeldungen in Thüringen durch Existenzgründer mit ausländischen Wurzeln, berichtet IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Nach eigenen Schätzungen haben die 476 Gründer mit Migrationshintergrund dadurch bis zu 250 zusätzliche Arbeitsplätze in Thüringen geschaffen.
Im Vergleich zu Deutschen gründen sie ihr eigenes Unternehmen häufiger im Haupterwerb. Damit entstehen im Schnitt mehr Stellen als bei denjenigen, die neben dem eigentlichen Beruf zusätzlich einer selbstständigen Tätigkeit nachgehen, so Grusser weiter.
Die höhere Quote an Vollerwerbsgründern unter den Migranten resultiere zum einen aus der stärkeren Betroffenheit dieser Gruppe von Arbeitslosigkeit, zum anderen aber auch aus der generell höheren Bereitschaft, ins unternehmerische Risiko zu gehen. Die erste Zuwanderer-Generation habe oft alle Zelte in der alten Heimat abgebrochen. Das erfordere eine hohe Motivation, das Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen, sich zu verändern, nach neuen Wegen zu suchen. Dieser Spirit werde auch an die nächste Generation weiter gegeben.
Häufiger als bei deutschen Gründern würden Migranten ihr unternehmerisches Glück im Gastgewerbe oder Handel suchen. Nach den Erfahrungen der IHK-Berater führten sie oftmals den traditionellen Beruf der Eltern weiter. Insbesondere die großen Gruppen der türkisch-, osteuropäisch- und griechisch-stämmigen Einwanderer kommen aus Händler- oder Gastro-nomenfamilien, berichtet der IHK-Chef. Kulturelle Hürden wären selten ein Hemmnis.
Die meisten Gründer mit Migrationshintergrund seien schon früh mit den Gepflogenheiten des zukünftigen Geschäftsumfeldes vertraut. Defizite kämen hingegen öfters im kaufmännischen Bereich zum Vorschein. Das gilt aber auch für deutsche Gründer. Der Nachholbedarf bei Instrumenten wie Preiskalkulation oder Businessplanerstellung kann jedoch vergleichsweise schnell aufgeholt werden, meint Grusser.
Eine bekannte Barriere für den Großteil der Gründer wären unzureichende Deutsch-Kenntnisse. Die IHK-Berater würden in diesem Fall Sprachkurse empfehlen, um sicher mit Geschäfts- und Finanzierungspartnern verhandeln zu können.
Eine extra eingerichtete Webseite der Bundesministerien für Arbeit und Soziales, für Bildung und Forschung sowie der Bundesagentur für Arbeit informiere unter www.wir-gruenden-in-deutschland.de ausländische Gründer zu allen Fragen rund um den Unternehmensstart.
