Männerrunde muß es richten
Sonntag, 24. Juni 2001, 12:25 Uhr
Nordhausen (nnz). Spätestens seit Freitag gibt es den offenen Schlagabtausch zwischen der Stadt Bleicherode und dem Landratsamt in Nordhausen. Dabei ist der so notwendig wie ein Kropf, vor allem für die CDU.
Unter der Überschrift Kochbeck schießt gegen Landratsamt hatte nnz am Freitag eine Erklärung des Bleicheröder Bürgermeisters Dieter Kochbeck (CDU) veröffentlicht. Darin nimmt Kochbeck Stellung zu den Vorgängen und Abläufen zum Kinderwohnheim und gibt dem Leiter des Fachbereiches Bau im Landratsamt, Dr. Erich Winter, die Schuld der jetzigen Situation und an der Eskalation seit der Monitor-Sendung. Kochbeck wirft Winter sogar vor, Lügen ausgesprochen zu haben.
Am Montag nun soll eine Männer-Runde in Nordhausen zusammenkommen. Landrat Joachim Claus (CDU) trifft auf Bürgermeister Dieter Kochbeck (CDU). Bereits im Vorfeld sickerte im Landratsamt Unverständnis über die sture Haltung der Stadt Bleicherode hinsichtlich ihrer Verweigerung für das Wohnheim für autistisch kranke Kinder durch (siehe nnz-Archiv). Rechtlich könne die Stadtverwaltung zwar so handeln, doch sollte sich dieses Gerangel bis zum Gericht durchziehen, dann würde die Haltung der Stadt Bleicherode überhaupt keinen Bestand haben, war zu hören.
Insider der christdemokratischen Szene sprechen gar von mehreren internen Angeboten seitens der Landratsamtsspitze, den Schritt zur Eintragung der Baulast für die Straße zum künftigen Wohnheim und somit auch die Verantwortung zu übernehmen. Aus Bleicherode wurde jedoch auch hinsichtlich dieses Angebotes Ablehnung signalisiert. Nun sind aus CDU-Sicht die Stadt und Region Bleicherode nicht irgendeine Region im Landkreis. Das Terrain ist seit 1990 klar in der Hand der CDU. Der Streit zwischen dem Landratsamt und der Stadt sowie den handelnden Personen wirkt sich auch auf das interne Verhältnis der Christdemokraten im Landkreis aus. Dort, wo bislang Parteidisziplin im Vordergrund stand, dort haben jetzt verhärtete Fronten das Sagen.
Die Gespräche zum Wochenbeginn müssen auf jeden Fall eine Lösung herbeiführen, der Status Quo ist nicht mehr zu akzeptieren. Sollte es zu keiner Entscheidung oder wenigstens zu einem Kompromiß kommen, dann droht am Donnerstag die Situation in Bleicherode zu eskalieren. nnz liegen entsprechende Informationen vor. In der Sitzung des Stadtrates wird es nicht nur die Erklärung des Bürgermeisters geben, sondern auch eine des Stadtrates. Und die sieht im Grundtenor fast wie abgeschrieben aus. Kein Wunder, schließlich steht die Mehrheit im Stadtrat hinter dem Bürgermeister, noch.
Autor: nnzUnter der Überschrift Kochbeck schießt gegen Landratsamt hatte nnz am Freitag eine Erklärung des Bleicheröder Bürgermeisters Dieter Kochbeck (CDU) veröffentlicht. Darin nimmt Kochbeck Stellung zu den Vorgängen und Abläufen zum Kinderwohnheim und gibt dem Leiter des Fachbereiches Bau im Landratsamt, Dr. Erich Winter, die Schuld der jetzigen Situation und an der Eskalation seit der Monitor-Sendung. Kochbeck wirft Winter sogar vor, Lügen ausgesprochen zu haben.
Am Montag nun soll eine Männer-Runde in Nordhausen zusammenkommen. Landrat Joachim Claus (CDU) trifft auf Bürgermeister Dieter Kochbeck (CDU). Bereits im Vorfeld sickerte im Landratsamt Unverständnis über die sture Haltung der Stadt Bleicherode hinsichtlich ihrer Verweigerung für das Wohnheim für autistisch kranke Kinder durch (siehe nnz-Archiv). Rechtlich könne die Stadtverwaltung zwar so handeln, doch sollte sich dieses Gerangel bis zum Gericht durchziehen, dann würde die Haltung der Stadt Bleicherode überhaupt keinen Bestand haben, war zu hören.
Insider der christdemokratischen Szene sprechen gar von mehreren internen Angeboten seitens der Landratsamtsspitze, den Schritt zur Eintragung der Baulast für die Straße zum künftigen Wohnheim und somit auch die Verantwortung zu übernehmen. Aus Bleicherode wurde jedoch auch hinsichtlich dieses Angebotes Ablehnung signalisiert. Nun sind aus CDU-Sicht die Stadt und Region Bleicherode nicht irgendeine Region im Landkreis. Das Terrain ist seit 1990 klar in der Hand der CDU. Der Streit zwischen dem Landratsamt und der Stadt sowie den handelnden Personen wirkt sich auch auf das interne Verhältnis der Christdemokraten im Landkreis aus. Dort, wo bislang Parteidisziplin im Vordergrund stand, dort haben jetzt verhärtete Fronten das Sagen.
Die Gespräche zum Wochenbeginn müssen auf jeden Fall eine Lösung herbeiführen, der Status Quo ist nicht mehr zu akzeptieren. Sollte es zu keiner Entscheidung oder wenigstens zu einem Kompromiß kommen, dann droht am Donnerstag die Situation in Bleicherode zu eskalieren. nnz liegen entsprechende Informationen vor. In der Sitzung des Stadtrates wird es nicht nur die Erklärung des Bürgermeisters geben, sondern auch eine des Stadtrates. Und die sieht im Grundtenor fast wie abgeschrieben aus. Kein Wunder, schließlich steht die Mehrheit im Stadtrat hinter dem Bürgermeister, noch.
