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Neue Feuerwache in Nordhausen

Im nächsten Jahr kann mit Bau begonnen werden

Dienstag, 13. Oktober 2015, 07:00 Uhr
Seit Jahren ist der Bau einer neue Feuerwache in Nordhausen nicht nur ein Thema, sondern seit der jüngsten Sitzung des Kreistages auch ein Streitthema. Im Interview mit der nnz sagt Landrat Matthias Jendricke, dass im kommenden Jahr mit dem Neubau begonnen werden kann...

Grundstück an der Zorgestraße: Hier könnte im kommenden Jahr mit dem Bau begonnen werden (Foto: nnz) Grundstück an der Zorgestraße: Hier könnte im kommenden Jahr mit dem Bau begonnen werden (Foto: nnz)
nnz: Herr Jendricke, wann beginnt der Landkreis mit dem Bau einer neuen Feuerwache?

Matthias Jendricke: Nachdem die Stadt einseitig den gemeinsamen Arbeitsgruppentermin Ende August abgesagt hatte, habe ich zum Antragsschluss für die Fördermittelbeantragung jetzt am 30. September einen Antrag beim Land für den Neubau mit Beginn 2016 gestellt. Genau kann ich den Bautermin nicht bestimmen, ich denke aber, dass im zweiten Halbjahr mit dem Bau begonnen werden kann. Allerdings kann der Landkreis hier am Ende nicht ohne die Stadt allein handeln.

nnz: Und wo wird gebaut?

Matthias Jendricke: Dort, wo alle Fachleute den idealen Standort für eine solche Investition sehen - an der Zorgestraße in Nordhausen.

nnz: Warum gerade dort?

Matthias Jendricke: 1. Weil es einen Beschluss des Nordhäuser Stadtrates dazu gibt. 2. Weil ein Gutachten zu diesem Ergebnis kommt und 3. Weil dort nicht nur die Feuerwache für die Berufsfeuerwehr und die Freiwillige Feuerwehr Mitte, sondern auch das Kat-Schutzlager für Nordthüringen und die neue Rettungsleitstelle gemeinsam etabliert werden können. Und weil es grundsätzlich keine weitere unbebaute Fläche in der Stadt gibt, die so zentral liegt.

nnz: Aber ist der Bau eines solchen Komplexes nicht Aufgabe einer Stadt wie Nordhausen, zumal die ja über eine Berufsfeuerwehr verfügt?

Matthias Jendricke: Im Grunde genommen ist es egal, ob der Landkreis oder die Stadt baut, Fördermittel würde das Land Thüringen in jedem Fall bereitstellen. Nur sehe ich von städtischer Seite bisher keine Initiative in Richtung dieser dringend notwendigen Investition. Und das ärgert mich, dass hier wieder zu lange abgewartet wird.

nnz: Aber Abwägen ist doch nicht verkehrt, vor allem wenn es immer noch um fünf Millionen Euro oder mehr an Eigenmitteln für Stadt und Landkreis geht?

Matthias Jendricke: Sehen Sie, das Land Thüringen bereitet für die Jahre 2016 und 2017 gerade einen Doppelhaushalt vor. Und für den mussten jetzt die Fördermittel angemeldet werden. Ich habe das nun getan, vorher jedoch die entsprechenden Gespräche in den zuständigen Ministerien in Erfurt geführt. Und was hat uns bisher das Abwägen in der Stadt denn gebracht - die Bauleute jedenfalls vermuten, dass die Investitionskosten durch die Zeitverzögerung nun schon bis zu zwei Millionen Euro höher sein könnten! Jeder weiß doch, dass gerade in den letzten Jahren die Baukosten massiv gestiegen sind und auch in der Zukunft jährlich weiter stark steigen werden. Was soll uns da das Abwarten helfen, wenn diese neue Wache nun mal notwendig ist.

nnz: Fördermittel hin oder her - weder Landkreis noch die Stadt Nordhausen haben momentan das nötige Geld, um die Investition zu “wuppen”?

Matthias Jendricke: Und genau da kommen die kommunalen Gesellschaften ins Spiel: Die Service-Gesellschaft als 100prozentige Tochter des Landkreises oder die SWG als 100prozentige Tochter der Stadt Nordhausen. Die könnten als Bauherr auftreten, denn beide bekämen ohne weiteres die notwendigen Bankkredite zu derzeit sehr günstigen Konditionen. Wir bauen mit der Service als Landkreis gerade in Ellrich eine neue Schulturnhalle - dies ist im Grunde das gleiche Modell.

nnz: Aber es gab und gibt auch Überlegungen, einen privaten Investor, bekannt ist Oliver Wönnmann, einzubeziehen.

Matthias Jendricke: Dies ist bekanntlich die Wunschvorstellung des Oberbürgermeisters, man muss aber in diesem Fall die Fördermittelrichtlinien bedenken. Übereinstimmend haben Vertreter vom Land und vom Landesverwaltungsamt mehrfach klar gemacht, dass die Fördermittel des Landes nicht für derartige private Investitionsmodelle bereitgestellt werden. Und es kann mir niemand plausibel erklären, dass ein privater Investor so preiswert bauen kann, dass er mit zwei Millionen Euro Fördermittel weniger die gleichen Mietkonditionen über 25 Jahre anbieten kann. Denn mieten müssten es die Stadt und der Landkreis Nordhausen - egal ob von der SWG, der Service-Gesellschaft oder von einem Privaten.

nnz: Und wie soll es nun weitergehen?

Matthias Jendricke: Die von mir eingangs angesprochene Arbeitsgruppe von Stadt und Landkreis trifft sich nun am 19. Oktober erneut. Dann muss ein gemeinsamer Fahrplan her, denn es gibt bei diesem Vorhaben keinen Grund, noch mehr Zeit verstreichen zu lassen. Ich will nur erwähnen, dass auch der Unstrut-Hainich-Kreis in punkto Rettungsleitstelle für ganz Nordthüringen sowie für den Standort eines Katschutz-Lagers unterwegs ist. Ich möchte gern Entscheidungen treffen, die unsere Region voran bringen und nicht den Stillstand verwalten!

Vielen Dank für das Gespräch
Autor: red

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