Antrag an den Stadtrat
FDP will Zirkusse verbieten
Donnerstag, 08. Oktober 2015, 11:42 Uhr
In einem Antrag an den Nordhäuser Stadtrat widmet sich die FDP-Fraktion dem Zirkusleben. Laut Liberalen soll kein "Wildtier-Zirkus" mehr auf städtischen Flächen seine Zelte aufschlagen dürfen...
"Die Stadtverwaltung überlässt Zirkusbetrieben keine in städtischer Hand befindlichen Flächen mehr, die Tiere mit sich führen, die in der Leitlinie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft bzw. im sogenannten Säugetiergutachten von 2014 gelisteten sind, sowie Alligatoren, Amphibien, Flamingos, Greifvögel, Krokodile, Pinguine, Strauße und Riesenschlangen. Bereits vorliegende Anträge sind davon nicht betroffen."
Soweit der Antrag, hier nun die Begründung: Die Haltungsanforderungen für Wildtiere sind anspruchsvoll und vielfältig, die Erkenntnisse hierüber haben sich stark erweitert. In Zirkusbetrieben ist nach heutigem Wissensstand eine artgemäße und verhaltenskonforme Haltung von Wildtieren praktisch nicht möglich - im Gegensatz zu wissenschaftlich geführten Zoos oder Safariparks. Die Bundestierärztekammer (BTK) fordert daher seit Jahren ein generelles Verbot von Wildtieren im Zirkus auf Reisen.
Die bundesgesetzlichen Vorgaben wurden dem aktuellen Kenntnisstand bislang nicht angepasst. Es gibt zwar "Leitlinien für die Haltung, Ausbildung und Nutzung von Tieren in Zirkusbetrieben oder ähnlichen Einrichtungen, deren Unterschreitungen haben jedoch praktisch keine Rechtsfolgen.
Im Gegensatz zur deutschen Bundesregierung haben siebzehn andere europäische Länder ein Verbot von Wildtieren in Zirkussen ausgesprochen (zuletzt die Niederlande). Die FDP-Fraktion hält es für geboten, im Sinne des Tierschutzes auf kommunaler Ebene zu handeln und nach dem Bespiel vieler anderer Städte kommunale Flächen nicht mehr an Zirkusse oder andere reisende Betriebe mit den oben genannten Tieren, zu vermieten. Das Verwaltungsgericht München hat im Urteil vom 6. August 2014 einen entsprechenden Beschluss einer Stadt bestätigt (Az. M 7 K 13.2449).
Das Kulturgut Zirkus kann auch ohne Wildtiere erhalten bleiben. Nach einer repräsentativen Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (2010) finden zwei Drittel der Befragten Wildtiere im Zirkus nicht mehr zeitgemäß. Einer repräsentativen FORSA-Umfrage vom Mai 2014 zufolge vertreten mittlerweile 82 % der Deutschen die Auffassung, dass Wildtiere nicht artgerecht im Zirkus gehalten werden können.
Autor: red"Die Stadtverwaltung überlässt Zirkusbetrieben keine in städtischer Hand befindlichen Flächen mehr, die Tiere mit sich führen, die in der Leitlinie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft bzw. im sogenannten Säugetiergutachten von 2014 gelisteten sind, sowie Alligatoren, Amphibien, Flamingos, Greifvögel, Krokodile, Pinguine, Strauße und Riesenschlangen. Bereits vorliegende Anträge sind davon nicht betroffen."
Soweit der Antrag, hier nun die Begründung: Die Haltungsanforderungen für Wildtiere sind anspruchsvoll und vielfältig, die Erkenntnisse hierüber haben sich stark erweitert. In Zirkusbetrieben ist nach heutigem Wissensstand eine artgemäße und verhaltenskonforme Haltung von Wildtieren praktisch nicht möglich - im Gegensatz zu wissenschaftlich geführten Zoos oder Safariparks. Die Bundestierärztekammer (BTK) fordert daher seit Jahren ein generelles Verbot von Wildtieren im Zirkus auf Reisen.
Die bundesgesetzlichen Vorgaben wurden dem aktuellen Kenntnisstand bislang nicht angepasst. Es gibt zwar "Leitlinien für die Haltung, Ausbildung und Nutzung von Tieren in Zirkusbetrieben oder ähnlichen Einrichtungen, deren Unterschreitungen haben jedoch praktisch keine Rechtsfolgen.
Im Gegensatz zur deutschen Bundesregierung haben siebzehn andere europäische Länder ein Verbot von Wildtieren in Zirkussen ausgesprochen (zuletzt die Niederlande). Die FDP-Fraktion hält es für geboten, im Sinne des Tierschutzes auf kommunaler Ebene zu handeln und nach dem Bespiel vieler anderer Städte kommunale Flächen nicht mehr an Zirkusse oder andere reisende Betriebe mit den oben genannten Tieren, zu vermieten. Das Verwaltungsgericht München hat im Urteil vom 6. August 2014 einen entsprechenden Beschluss einer Stadt bestätigt (Az. M 7 K 13.2449).
Das Kulturgut Zirkus kann auch ohne Wildtiere erhalten bleiben. Nach einer repräsentativen Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (2010) finden zwei Drittel der Befragten Wildtiere im Zirkus nicht mehr zeitgemäß. Einer repräsentativen FORSA-Umfrage vom Mai 2014 zufolge vertreten mittlerweile 82 % der Deutschen die Auffassung, dass Wildtiere nicht artgerecht im Zirkus gehalten werden können.
