nnz-Forum
Sehr geehrter Herr Landrat
Donnerstag, 01. Oktober 2015, 13:39 Uhr
Wie geht es weiter mit der Aufnahme von Flüchtlingen im Nordhäuser Stadtgebiet. Wie und wo sollen sie verteilt, wie die Sicherheit der Bevölkerung gewährleistet werden? Diese Fragen stellt nnz-Leser Marco Freiboth Landrat Matthias Jendricke in einem offenen Brief, den die nnz an dieser Stelle veröffentlicht...
Sehr geehrter Herr Landrat Jendricke,
wie ich am 30.09.15 einer Pressemeldung des Landratsamtes entnehmen konnte, beabsichtigen Sie nach wie vor eine Erstaufnahmeeinrichtung mit 750 Plätzen im Stadtgebiet (ehemals Hochtief) zu errichten. Zusätzlich ist im betreffenden Stadtteil die ehemalige Berufsschule Bau mit aktuell 60 Plätzen als Unterkunft für Flüchtlinge eingerichtet worden (demnächst 100 Plätze), in Planung ist auch den ehemaligen Kindergarten in der Zorgestrasse sowie ein Wohnheim am Taschenberg für Flüchtlinge zu erschließen.
Das bedeutet das min. 1000 Flüchtlinge in diesem Stadtteil unterkommen sollen (zzgl. derer die bereits heute im Bereich Hallesche Straße/Sundhäuser Straße wohnen). Auf Grund der in den letzten Tagen in diversen Medien publizierten Meldungen über Gewalt und Massenschlägereien in solchen Erstaufnahmeeinrichtungen, stellt sich mir und sicher vielen anderen Bewohnern unserer Stadt die Frage ob Sie für die Sicherheit der Bevölkerung garantieren können?
Dies gilt insbesondere für die unmittelbar betroffenen Anwohner der Rathsfelder Straße und umliegenden Straßen in Nordhausen (zu deren Anwohnern auch ich gehöre). Wissenswert wäre auch, ob wie beispielsweise in Mühlhausen und Gera erfolgt, es ein Gutachten geben wird, welches die Auswirkungen für die Anwohner untersucht (Lärmbelästigung, Überfremdung- Anzahl Anwohner im Vergleich zu den unterzubringenden Flüchtlingen etc.).
Vor der Eröffnung der Erstaufnahmeeinrichtung in Mühlhausen wurden auch die Standorte Rudolstadt sowie Erfurt-Waltershausen geprüft, mit dem Ergebnis das Erfurt-Waltershausen nicht in Frage kommt da auf 400 Einwohner ca. 500 Flüchtlinge kommen würden. (Quelle: Thüringer Allgemeine vom 13.04.2015) In Gera-Liebschwitz wären laut ersten Planungen auf 1450 Einwohner ebenfalls 500 Flüchtlinge gekommen- dies veranlasste den Ministerpräsidenten Bodo Ramelow am 21.03.15 dazu max. 200 Flüchtlinge in Gera-Liebschwitz unterzubringen (Quelle: http://liebschwitz.ozongenie.de/index.php?id=5).
Wie Sie sehen können würde die von Ihnen geplante Erstaufnahmeeinrichtung zzgl. der bereits geschaffenen und geplanten Unterkünfte die Anwohner massiv überfordern, eine Überfremdung in diesem Stadtteil wäre die Folge.
Auf Grund der Flüchtlingsverteilungsverordnung Thüringen muss der LK Nordhausen 4% der Flüchtlinge aufnehmen. Dies würde bei zu erwartenden 22000 Flüchtlingen in Thüringen für den LK für 2015 rund 900 Flüchtlinge bedeuten. Diese Zahl hat der Landkreis bis Jahresende bestimmt auch ohne die Erstaufnahmeeinrichtung erreicht.
Ich gebe auch zu bedenken dass der Landkreis nicht nur aus der Stadt Nordhausen besteht, und die Stadt Nordhausen nicht nur aus dem südlichen Stadtteil.
Eine gleichmäßigere Verteilung auf alle Kommunen und Stadtteile wäre erstrebenswert, würde es doch die Akzeptanz der Flüchtlingsunterbringung erhöhen.
Ich möchte Sie daher bitten zu den genannten Fakten und Fragen Stellung zu nehmen und den Plan der Errichtung einer Erstaufnahmeeinrichtung noch einmal einer gründlichen Prüfung zu unterziehen.
Marco Freiboth
Sehr geehrter Herr Landrat Jendricke,
wie ich am 30.09.15 einer Pressemeldung des Landratsamtes entnehmen konnte, beabsichtigen Sie nach wie vor eine Erstaufnahmeeinrichtung mit 750 Plätzen im Stadtgebiet (ehemals Hochtief) zu errichten. Zusätzlich ist im betreffenden Stadtteil die ehemalige Berufsschule Bau mit aktuell 60 Plätzen als Unterkunft für Flüchtlinge eingerichtet worden (demnächst 100 Plätze), in Planung ist auch den ehemaligen Kindergarten in der Zorgestrasse sowie ein Wohnheim am Taschenberg für Flüchtlinge zu erschließen.
Das bedeutet das min. 1000 Flüchtlinge in diesem Stadtteil unterkommen sollen (zzgl. derer die bereits heute im Bereich Hallesche Straße/Sundhäuser Straße wohnen). Auf Grund der in den letzten Tagen in diversen Medien publizierten Meldungen über Gewalt und Massenschlägereien in solchen Erstaufnahmeeinrichtungen, stellt sich mir und sicher vielen anderen Bewohnern unserer Stadt die Frage ob Sie für die Sicherheit der Bevölkerung garantieren können?
Dies gilt insbesondere für die unmittelbar betroffenen Anwohner der Rathsfelder Straße und umliegenden Straßen in Nordhausen (zu deren Anwohnern auch ich gehöre). Wissenswert wäre auch, ob wie beispielsweise in Mühlhausen und Gera erfolgt, es ein Gutachten geben wird, welches die Auswirkungen für die Anwohner untersucht (Lärmbelästigung, Überfremdung- Anzahl Anwohner im Vergleich zu den unterzubringenden Flüchtlingen etc.).
Vor der Eröffnung der Erstaufnahmeeinrichtung in Mühlhausen wurden auch die Standorte Rudolstadt sowie Erfurt-Waltershausen geprüft, mit dem Ergebnis das Erfurt-Waltershausen nicht in Frage kommt da auf 400 Einwohner ca. 500 Flüchtlinge kommen würden. (Quelle: Thüringer Allgemeine vom 13.04.2015) In Gera-Liebschwitz wären laut ersten Planungen auf 1450 Einwohner ebenfalls 500 Flüchtlinge gekommen- dies veranlasste den Ministerpräsidenten Bodo Ramelow am 21.03.15 dazu max. 200 Flüchtlinge in Gera-Liebschwitz unterzubringen (Quelle: http://liebschwitz.ozongenie.de/index.php?id=5).
Wie Sie sehen können würde die von Ihnen geplante Erstaufnahmeeinrichtung zzgl. der bereits geschaffenen und geplanten Unterkünfte die Anwohner massiv überfordern, eine Überfremdung in diesem Stadtteil wäre die Folge.
Auf Grund der Flüchtlingsverteilungsverordnung Thüringen muss der LK Nordhausen 4% der Flüchtlinge aufnehmen. Dies würde bei zu erwartenden 22000 Flüchtlingen in Thüringen für den LK für 2015 rund 900 Flüchtlinge bedeuten. Diese Zahl hat der Landkreis bis Jahresende bestimmt auch ohne die Erstaufnahmeeinrichtung erreicht.
Ich gebe auch zu bedenken dass der Landkreis nicht nur aus der Stadt Nordhausen besteht, und die Stadt Nordhausen nicht nur aus dem südlichen Stadtteil.
Eine gleichmäßigere Verteilung auf alle Kommunen und Stadtteile wäre erstrebenswert, würde es doch die Akzeptanz der Flüchtlingsunterbringung erhöhen.
Ich möchte Sie daher bitten zu den genannten Fakten und Fragen Stellung zu nehmen und den Plan der Errichtung einer Erstaufnahmeeinrichtung noch einmal einer gründlichen Prüfung zu unterziehen.
Marco Freiboth
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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