"Liebling" am "Tatort" Schloßhof
Donnerstag, 21. Juni 2001, 11:08 Uhr
Nordhausen/Sondershausen (nnz). Heute blickt nnz mal über die Grenzen des Landkreises Nordhausen hinweg. Der Schloßhof der Musikstadt Sondershausen mutiert am Freitag zu einem Tatort der besonderen Art und nicht nur Jazz-Freunde sollten diesen unter die Lupe nehmen.
Es ist vornehmlich dem Rotary-Club in Sondershausen zu verdanken, daß morgen ein musikalisches Highlight ins Schloß steht. Erst war es eine Vision, morgen wird sie Realität: Manfred Krug kommt nach Sondershausen: Der ehemalige Stahlarbeiter, der zum Schauspieler wurde und mit seiner schlichten, trockenen und lebendigen Art Geschichte in Deutschland Ost und in Deutschland West geschrieben hat. Immer auf der Spur der Steine machte er in Kreuzberg oder am Tatort Hamburg Station. Nach 16 kommissarischen Jahren kehrt er zurück, fast könnte man sagen, an seine Wurzeln.
Musikalisch wollte er eigentlich nur mit seinem damaligen Tatort-Kollegen agieren, mehr lesen wollte er jetzt, der Krug. Nun wollte ich stolz zeigen, daß ich nicht nur spielen, sondern auch dichten kann. Also machte ich Lesungen, wie es alle bekannten und unbekannten Dichter tun. Es fanden sich Veranstalter und kleine lauschige Säle. Das Publikum hörte freundlich zu, schien nicht enttäuscht, alles war gut, schreibt Manfred Krug.
Schließlich lockerte er seine Lesungen durch Musik - gespielt von guten alten Bekannten - auf. Und die, die während der Lesepausen auflockerten, die hatten und haben in ostdeutschen Jazz-Gefilden einen herausragenden Namen: Ulrich Gumpert (Piano), Wolfgang Schneider (Drums), Henning Protzmann (Bass, Ex-Karat) und Andreas Bicking (Saxophon, spielte bei Petra Zieger und Band). Diese vier Herren nennen sich jetzt Jazzin‘ the Blues. Was also machen, wenn vier Herren spielen, einer liest, der Leser aber auch singen kann? Dazu Krug: Aber plötzlich war alles anders. Die Menschen im Saal erinnerten sich an meine und ihre eigene Jugend, und treu, wie sie sind, mahnten sie den lesenden alten Manfred in kaum hörbaren, fast zärtlichen Sprechchören: Singen!...Singen!
Manfred Krug kommt also morgen nach Sondershausen, im Schlepptau die vier exzellenten Musiker und eine weibliche Stimme: Leta Davis. Das Quintett wird den Schloßhof in ein Flair von Poesie, Blues und Jazz versetzen. Erinnerungen an furiose Konzerte zu DDR-Zeiten (Leipzig, Freiberg oder Bitterfeld) werden wach, auch neue Töne werden zu hören sein. Krug wird sich vermutlich wohlfühlen in Sondershausen, wahrscheinlich nicht mehr so schwitzen wie vor langer, langer Zeit, aber schließlich ist das hier der Osten. Bei den Wessis habe ich übrigens keine Probleme. Da komme ich mit dem nackten Lesen ohne Musik durch. Nur im Osten ist eben noch alles ein wenig anders, Herr Krug, noch!
Das Benefizkonzert des Rotary-Clubs mit Krug und Co. beginnt am Freitag um 19.00 Uhr auf dem Schloßhof. Einlaß ist ab 18 Uhr. Und wer nach dieser dicken Portion Lyrik und Jazz noch nicht nach Hause gehen will, der sei 22.00 Uhr zur Musik der Köstritzer-Live-Band eingeladen.
Autor: nnzEs ist vornehmlich dem Rotary-Club in Sondershausen zu verdanken, daß morgen ein musikalisches Highlight ins Schloß steht. Erst war es eine Vision, morgen wird sie Realität: Manfred Krug kommt nach Sondershausen: Der ehemalige Stahlarbeiter, der zum Schauspieler wurde und mit seiner schlichten, trockenen und lebendigen Art Geschichte in Deutschland Ost und in Deutschland West geschrieben hat. Immer auf der Spur der Steine machte er in Kreuzberg oder am Tatort Hamburg Station. Nach 16 kommissarischen Jahren kehrt er zurück, fast könnte man sagen, an seine Wurzeln.
Musikalisch wollte er eigentlich nur mit seinem damaligen Tatort-Kollegen agieren, mehr lesen wollte er jetzt, der Krug. Nun wollte ich stolz zeigen, daß ich nicht nur spielen, sondern auch dichten kann. Also machte ich Lesungen, wie es alle bekannten und unbekannten Dichter tun. Es fanden sich Veranstalter und kleine lauschige Säle. Das Publikum hörte freundlich zu, schien nicht enttäuscht, alles war gut, schreibt Manfred Krug.
Schließlich lockerte er seine Lesungen durch Musik - gespielt von guten alten Bekannten - auf. Und die, die während der Lesepausen auflockerten, die hatten und haben in ostdeutschen Jazz-Gefilden einen herausragenden Namen: Ulrich Gumpert (Piano), Wolfgang Schneider (Drums), Henning Protzmann (Bass, Ex-Karat) und Andreas Bicking (Saxophon, spielte bei Petra Zieger und Band). Diese vier Herren nennen sich jetzt Jazzin‘ the Blues. Was also machen, wenn vier Herren spielen, einer liest, der Leser aber auch singen kann? Dazu Krug: Aber plötzlich war alles anders. Die Menschen im Saal erinnerten sich an meine und ihre eigene Jugend, und treu, wie sie sind, mahnten sie den lesenden alten Manfred in kaum hörbaren, fast zärtlichen Sprechchören: Singen!...Singen!
Manfred Krug kommt also morgen nach Sondershausen, im Schlepptau die vier exzellenten Musiker und eine weibliche Stimme: Leta Davis. Das Quintett wird den Schloßhof in ein Flair von Poesie, Blues und Jazz versetzen. Erinnerungen an furiose Konzerte zu DDR-Zeiten (Leipzig, Freiberg oder Bitterfeld) werden wach, auch neue Töne werden zu hören sein. Krug wird sich vermutlich wohlfühlen in Sondershausen, wahrscheinlich nicht mehr so schwitzen wie vor langer, langer Zeit, aber schließlich ist das hier der Osten. Bei den Wessis habe ich übrigens keine Probleme. Da komme ich mit dem nackten Lesen ohne Musik durch. Nur im Osten ist eben noch alles ein wenig anders, Herr Krug, noch!
Das Benefizkonzert des Rotary-Clubs mit Krug und Co. beginnt am Freitag um 19.00 Uhr auf dem Schloßhof. Einlaß ist ab 18 Uhr. Und wer nach dieser dicken Portion Lyrik und Jazz noch nicht nach Hause gehen will, der sei 22.00 Uhr zur Musik der Köstritzer-Live-Band eingeladen.
