Von Nordhausen nach Halle
22. Südharz-Hunderter mit Überraschungen
Mittwoch, 16. September 2015, 08:44 Uhr
Zu dritt ging es am vergangenen Wochenende nonstop zu Fuß von Nordhausen nach Halle. Doch erst nach mehr als 26 Stunden erreichten die Langstreckenwanderer ihr Ziel. Was war geschehen? Wanderleiter Bodo Schwarzberg berichtet...
Eigentlich sah es zunächst richtig gut aus: Mit dem Wetter ebenso wie mit Menschen, Motivation und Material. Aber ein Hunderter, also eine Wanderung von mindestens 100 Kilometern am Stück, endet eben doch erst am Ziel – und bis dahin kann vieles passieren.
Als Hauptproblem erwies sich die Ablösung einer Sohle meines rechten Schuhs bereits nach 16 Kilometern, kurz nach dem Aufbruch von der ersten Einkehr in der Gaststätte an der Karsthöhle Heimkehle. Bis Questenberg (km 30) half das Heftpflaster von Wanderfreund André, die Sohle zu stabilisieren, dann ein wenig Isolierband, das die Wirtin der Gaststätte Zur Queste freundlicherweise zur Verfügung stellte. Doch auch dieses war alsbald durchgescheuert. Als schlechteste Wahl erwies sich schließlich ein zunächst stabil erscheinendes Textilband. Es fiel schon nach wenigen hundert Metern ab.
Nach 68 Kilometern Improvisation lösten wir das Problem nachhaltig: Die lose Hälfte der Schuhsohle wurde per Nagelschere entfernt. Das anschließende Humpeln verging. Endlich wieder wandern!
Hatten wir durch diese Unbequemlichkeiten bereits eine Stunde auf unseren Zeitplan draufgesattelt, sollte kurz nach der Passage des Süßen Sees noch eine weitere hinzukommen. Ein Ballonfahrer hatte unser wanderndes Trio ins Visier genommen und landete wenige hundert Meter westlich von Langenbogen zwischen zwei Weinbergen, just als wir diese passierten. Noch aus der Luft bat er uns um Unterstützung: Wir sollten seinen Ballon samt Korb und Besatzung den Hang hinunterziehen, wo sich alsbald der das Team begleitende Ballontransporter einfand. Schließlich wünschte er sich erfolgreich unsere Unterstützung beim Zusammenlegen der riesigen Ballonhülle. Wir taten auch dies sehr gern, trotz der bereits 85 hinter uns liegenden Kilometer.
Am Rande sei noch erwähnt, dass es während der Nacht mehrere Stunden lang leicht regnete, wofür wir aber gut ausgerüstet waren.
Entschädigt für die erlittenen Qualen wurden wir jedoch auch: Durch die Möglichkeit, unterwegs zuckersüße Pflaumen pflücken und verspeisen zu dürfen und durch das Feuerwerk einer Geburstagsparty, das wie auf Bestellung um 22 Uhr gezündet wurde, als wir nach 49 Kilometern unsere Abendbrotgaststätte in Grillenberg betraten. - Und natürlich durch die doch noch erfolgreiche Beendigung der Langstreckenwanderung.
Am Sonntag gegen 14 Uhr, also nach rund 26,5 Stunden, erreichten wir bei strahlendem Sonnenschein den S-Bahnhof Halle-Nietleben. Das GPS-Gerät zeigte 101,6 km. Ein erlebnisreicher 22. Südharz-Hunderter ging damit zu Ende. Ich danke meinen beiden Wanderfreunden Dr. André Petrasch und Harmut Schmidt für ihre Teilnahme und für das Ertragen der Verzögerungen.
Interessenten für die 23. Ausgabe des Südharz-Hunderters, weil es so schön war wieder von Nordhausen nach Halle (24.10.15), melden sich bitte unter bodo_schwarzberg.de.
Autor: redEigentlich sah es zunächst richtig gut aus: Mit dem Wetter ebenso wie mit Menschen, Motivation und Material. Aber ein Hunderter, also eine Wanderung von mindestens 100 Kilometern am Stück, endet eben doch erst am Ziel – und bis dahin kann vieles passieren.
Als Hauptproblem erwies sich die Ablösung einer Sohle meines rechten Schuhs bereits nach 16 Kilometern, kurz nach dem Aufbruch von der ersten Einkehr in der Gaststätte an der Karsthöhle Heimkehle. Bis Questenberg (km 30) half das Heftpflaster von Wanderfreund André, die Sohle zu stabilisieren, dann ein wenig Isolierband, das die Wirtin der Gaststätte Zur Queste freundlicherweise zur Verfügung stellte. Doch auch dieses war alsbald durchgescheuert. Als schlechteste Wahl erwies sich schließlich ein zunächst stabil erscheinendes Textilband. Es fiel schon nach wenigen hundert Metern ab.
Nach 68 Kilometern Improvisation lösten wir das Problem nachhaltig: Die lose Hälfte der Schuhsohle wurde per Nagelschere entfernt. Das anschließende Humpeln verging. Endlich wieder wandern!
Hatten wir durch diese Unbequemlichkeiten bereits eine Stunde auf unseren Zeitplan draufgesattelt, sollte kurz nach der Passage des Süßen Sees noch eine weitere hinzukommen. Ein Ballonfahrer hatte unser wanderndes Trio ins Visier genommen und landete wenige hundert Meter westlich von Langenbogen zwischen zwei Weinbergen, just als wir diese passierten. Noch aus der Luft bat er uns um Unterstützung: Wir sollten seinen Ballon samt Korb und Besatzung den Hang hinunterziehen, wo sich alsbald der das Team begleitende Ballontransporter einfand. Schließlich wünschte er sich erfolgreich unsere Unterstützung beim Zusammenlegen der riesigen Ballonhülle. Wir taten auch dies sehr gern, trotz der bereits 85 hinter uns liegenden Kilometer.
Am Rande sei noch erwähnt, dass es während der Nacht mehrere Stunden lang leicht regnete, wofür wir aber gut ausgerüstet waren.
Entschädigt für die erlittenen Qualen wurden wir jedoch auch: Durch die Möglichkeit, unterwegs zuckersüße Pflaumen pflücken und verspeisen zu dürfen und durch das Feuerwerk einer Geburstagsparty, das wie auf Bestellung um 22 Uhr gezündet wurde, als wir nach 49 Kilometern unsere Abendbrotgaststätte in Grillenberg betraten. - Und natürlich durch die doch noch erfolgreiche Beendigung der Langstreckenwanderung.
Am Sonntag gegen 14 Uhr, also nach rund 26,5 Stunden, erreichten wir bei strahlendem Sonnenschein den S-Bahnhof Halle-Nietleben. Das GPS-Gerät zeigte 101,6 km. Ein erlebnisreicher 22. Südharz-Hunderter ging damit zu Ende. Ich danke meinen beiden Wanderfreunden Dr. André Petrasch und Harmut Schmidt für ihre Teilnahme und für das Ertragen der Verzögerungen.
Interessenten für die 23. Ausgabe des Südharz-Hunderters, weil es so schön war wieder von Nordhausen nach Halle (24.10.15), melden sich bitte unter bodo_schwarzberg.de.

























