nnz-online
Flüchtlinge im Landkreis Nordhausen

Mindestens 100 pro Woche

Montag, 14. September 2015, 15:10 Uhr
Grenzkontrollen, neue Flüchtlingszahlen auch für den Landkreis Nordhausen, neue Objekte zur Unterbringung und ein Dankeschön an die vielen ehrenamtlichen Helfer - zu all dem hat die nnz mit Landrat Matthias Jendricke gesprochen...

Blick in die ehemaligen Schule in Sülzhayn (Foto: Landkreis Nordhausen) Blick in die ehemaligen Schule in Sülzhayn (Foto: Landkreis Nordhausen)
Die Sicherung der Grenze zu Österreich hält Matthias Jendrick für eine richtige Entscheidung. "Die ungeordnete Zuwanderung, wie wir sie in den zurückliegenden zwei Wochen erlebt haben, konnte so auch nicht weitergehen. Die Registrierung über den Fingerabdruck ist enorm wichtig, um Daten national und international abgleichen zu können", sagt der Landrat.

Jendricke geht jedoch nicht davon aus, dass die derzeitigen Grenzsicherungen den Zustrom der Menschen auf Dauer eindämmen werden. Vielmehr werde sich die Route voraussichtlich über Tschechien, Sachsen nach Thüringen verschieben.

Morgen werden in Nordhausen wieder 50 neue Flüchtlinge erwartet. Diese werden in einer Notunterkunft ihr vorläufiges Zuhause finden. Wo, das steht noch nicht fest. Inzwischen sind die beiden Notunterkünfte in Nordhausen (Turnhalle in der Straße der Genossenschaften und in Uthleben) leergezogen. 70 Flüchtlinge haben ihr neues Zuhause in Sülzhayn gefunden (wir berichteten), für 30 wurden in Nordhausen Wohnquartiere zur Verfügung gestellt. In Sülzhayn gibt es bei aller Willkommenskultur ein Problem. Das Mobilfunknetz ist nicht ausgebaut. Telefonieren geht, doch für die Internetnutzung ist die Region einfach geografisch nicht geeignet.

Gerüchte, wonach sich Flüchtlinge in Uthleben geweigert haben sollen, von dort wegzuziehen, entkräftet der Landrat. Die Menschen seien in der Goldenen Aue sehr warmherzig aufgenommen worden. Kleidung, Spielzeug, Schuhe wurde gebracht, ehrenamtlich betreuten das DRK und die Freiwilligen Feuerwehren die Frauen, Männer und Kinder. Da aber die Festhalle nicht beheizbar ist, musste eine Alternative gefunden werden.

Indes geht auch in dieser Woche die Suche nach Quartieren weiter. Noch befinde sich die LEG in Verhandlungen mit HochTief zum Kauf der Immobilie in Nordhausen, um die in eine Erstaufnahmeeinrichtung zu umzubauen. Als mögliche neue Unterkunft wird derweil die ehemalige Schule in Sundhausen in die Überlegungen einbezogen. Hierzu gebe es Gespräche mit der Stadt Nordhausen. Man sei als Landkreis bereit, in die Immobilie zu investieren, so Jendricke.

Ob nun die Grenzen vorübergehend gesichert werden oder nicht, der Landrat rechnet in den kommenden Monaten weiterhin mit 100 Flüchtlingen pro Woche. Mindestens.
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

Drucken ...
Alle Texte, Bilder und Grafiken dieser Web-Site unterliegen dem Urherberrechtsschutz.
© 2026 nnz-online.de