Wiese mit Doppelfunktion
BUND mäht gegen den Gipsabbau
Dienstag, 08. September 2015, 08:38 Uhr
Bei angenehm temperierten, aber frühherbstlichem Schauerwetter betrieben die Mitglieder des BUND-Kreisverbandes Nordhausen jetzt wieder praktischen Naturschutz. Auf einem eigenen Sperrgrundstück gegen den Gipsabbau mähten sie einen Halbtrockenrasen. Unterstützung kam dabei auch aus Erfurt...
Dieser befindet sich zwischen den Naturschutzgebieten Mühlberg und Himmelsberg oberhalb der Straße von Niedersachswerfen nach Appenrode. Das Grundstück, das der BUND Landesverband Thüringen vor einigen Jahren erwarb, erfüllt eine Doppelfunktion: Es soll zum einen die Ausweitung des Gipssteinbruchs Rüsselsee in Richtung Niedersachswerfen verhindern und damit zugleich gefährdete Halbtrockenrasen sowie wärmeliebende Gebüsche, Säume und Waldflächen mit einem bemerkenswerten Arteninventar vor der Vernichtung bewahren.
Um letzterem Ziel gerecht werden zu können, muss der Halbtrockenrasenanteil des Grundstücks einmal jährlich gemäht und das Mähgut von der bewirtschafteten Fläche entfernt werden. Hierzu besteht einen Vertrag mit dem Landesverwaltungsamt.
Zehn Mitstreiterinnen und Mitstreiter übernahmen dies am vergangenen Sonnabend. Dabei kamen zehn Heuharken, zwei leistungsfähige Freischneider und mehrere Astscheren zum Einsatz. Mittels letzteren wurden einzelne, auf die offene Fläche ragende Zweige entfernt.
Weder die regelmäßigen Schauer, noch die Hanglage des Grundstücks oder die zum Teil schwere körperliche Arbeit schreckten die Enthusiasten ab. Die meisten blieben ganz freiwillig sechs oder sieben Stunden. Nach neun Stunden war die wertvolle Fläche komplett gemäht und abgeharkt. Ein leckerer Imbiss sorgte für den notwendigen energetischen Nachschub, aber auch so manches entspannte Gespräch zwischendurch.
Noch nie in den vergangenen fünf Jahren war es uns gelungen, die Pflege der naturschutzfachlich höchst wertvollen Fläche an einem einzigen Tag durchzuziehen.
Ohne unsere aktiven Mitstreiter indes würden die besten Heuharken und Freischneider nichts nützen.
Sie halfen, wie schon in den vergangenen Jahren, wesentlich bei Erhaltung mehrerer Arten der Thüringer Roten Liste. Unter anderem die beiden stark gefährdeten Spezies Katzenpfötchen (Antennaria dioica) und Sumpf-Herzblatt (Parnassia palustris) bewahren sie auf dieser Fläche vor einem weiteren Rückgang. Auch mehrere bedrohte Großpilzarten verfügen auf dem BUND-Grundstück über Refugien, die von den Maßnahmen profitieren. Eine stark gefährdete Pilzart wurde am Einsatztag von einem unserer Mitstreiter entdeckt.
Besonderer Dank gilt wiederum unseren Freunden Helga und Karl Heinz Junker und Fritz Daniel aus Sondershausen, die die relativ weite Anfahrt wiederum nicht scheuten, um für die Erhaltung unserer artenreichen Gipskarstflora tätig zu werden.
Wollen wir uns nicht von geduldigem Papier von Legislaturperiode zu Legislaturperiode vertrösten lassen, muss der ehrenamtliche bzw. private Bereich auf dem Gebiet der Landschaftspflege weiter gestärkt werden.
In diesem Sinne ist geplant, die landschaftspflegerischen Einsätze des BUND-Kreisverbandes in Zusammenarbeit mit Landschaftspflegeverband und Unterer Naturschutzbehörde weiter auszubauen. Interessenten sind stets herzlich willkommen (0171/6530123, bodo_schwarzberg@yahoo.de).
Die Mitglieder des BUND-Kreisverbandes kommen am jeweils zweiten Dienstag im Monat im Vereinshaus Thomas Mann zusammen.
Bodo Schwarzberg
Autor: redDieser befindet sich zwischen den Naturschutzgebieten Mühlberg und Himmelsberg oberhalb der Straße von Niedersachswerfen nach Appenrode. Das Grundstück, das der BUND Landesverband Thüringen vor einigen Jahren erwarb, erfüllt eine Doppelfunktion: Es soll zum einen die Ausweitung des Gipssteinbruchs Rüsselsee in Richtung Niedersachswerfen verhindern und damit zugleich gefährdete Halbtrockenrasen sowie wärmeliebende Gebüsche, Säume und Waldflächen mit einem bemerkenswerten Arteninventar vor der Vernichtung bewahren.
Um letzterem Ziel gerecht werden zu können, muss der Halbtrockenrasenanteil des Grundstücks einmal jährlich gemäht und das Mähgut von der bewirtschafteten Fläche entfernt werden. Hierzu besteht einen Vertrag mit dem Landesverwaltungsamt.
Zehn Mitstreiterinnen und Mitstreiter übernahmen dies am vergangenen Sonnabend. Dabei kamen zehn Heuharken, zwei leistungsfähige Freischneider und mehrere Astscheren zum Einsatz. Mittels letzteren wurden einzelne, auf die offene Fläche ragende Zweige entfernt.
Weder die regelmäßigen Schauer, noch die Hanglage des Grundstücks oder die zum Teil schwere körperliche Arbeit schreckten die Enthusiasten ab. Die meisten blieben ganz freiwillig sechs oder sieben Stunden. Nach neun Stunden war die wertvolle Fläche komplett gemäht und abgeharkt. Ein leckerer Imbiss sorgte für den notwendigen energetischen Nachschub, aber auch so manches entspannte Gespräch zwischendurch.
Noch nie in den vergangenen fünf Jahren war es uns gelungen, die Pflege der naturschutzfachlich höchst wertvollen Fläche an einem einzigen Tag durchzuziehen.
Naturstiftung David hilft
Der weitaus größte Teil der eingesetzten Technik konnte nur dank der finanziellen Unterstützung durch die Naturstiftung DAVID aus Erfurt angeschafft werden. Damit leistete die Stiftung zum wiederholten Male einen unverzichtbaren und sich unmittelbar in ökologischen Erfolgen niederschlagenden Beitrag zur Erhaltung unseres weltweit repräsentativen und doch immer mehr gefährdeten Artenreichtums.Ohne unsere aktiven Mitstreiter indes würden die besten Heuharken und Freischneider nichts nützen.
Sie halfen, wie schon in den vergangenen Jahren, wesentlich bei Erhaltung mehrerer Arten der Thüringer Roten Liste. Unter anderem die beiden stark gefährdeten Spezies Katzenpfötchen (Antennaria dioica) und Sumpf-Herzblatt (Parnassia palustris) bewahren sie auf dieser Fläche vor einem weiteren Rückgang. Auch mehrere bedrohte Großpilzarten verfügen auf dem BUND-Grundstück über Refugien, die von den Maßnahmen profitieren. Eine stark gefährdete Pilzart wurde am Einsatztag von einem unserer Mitstreiter entdeckt.
Besonderer Dank gilt wiederum unseren Freunden Helga und Karl Heinz Junker und Fritz Daniel aus Sondershausen, die die relativ weite Anfahrt wiederum nicht scheuten, um für die Erhaltung unserer artenreichen Gipskarstflora tätig zu werden.
Unterschätzte Bedeutung
Die Bedeutung derartiger Pflegemaßnahmen erhöht sich in dem Maße, wie der Anteil intakter, artenreicher und richtig gepflegter Halbtrocken- und Trockenrasen im Gebiet des Südharzer Zechsteinrandes abnimmt. Durch Nutzungsaufgabe, Aufforstung bzw. Verbuschung, ungeeignete Pflegemaßnahmen wie Beweidung mit Rindern und Mulchen gehen immer mehr repräsentative Flächen dieser Art, von den meisten Menschen leider unbemerkt, verloren. Entgegen so mancher Beschlüsse, Beteuerungen und Reden unserer Politiker, aber auch auf Grund fehlender Möglichkeiten vor Ort in den Bundesländern und Regionen.Wollen wir uns nicht von geduldigem Papier von Legislaturperiode zu Legislaturperiode vertrösten lassen, muss der ehrenamtliche bzw. private Bereich auf dem Gebiet der Landschaftspflege weiter gestärkt werden.
In diesem Sinne ist geplant, die landschaftspflegerischen Einsätze des BUND-Kreisverbandes in Zusammenarbeit mit Landschaftspflegeverband und Unterer Naturschutzbehörde weiter auszubauen. Interessenten sind stets herzlich willkommen (0171/6530123, bodo_schwarzberg@yahoo.de).
Die Mitglieder des BUND-Kreisverbandes kommen am jeweils zweiten Dienstag im Monat im Vereinshaus Thomas Mann zusammen.
Bodo Schwarzberg



































