In Ilfelds Geschichte gestöbert
Vor 295 Jahren schon ein Museum in Ilfeld
Dienstag, 08. September 2015, 07:07 Uhr
Wir veröffentlichen an dieser Stelle einen Beitrag von Manfred Kappler zur musealen Geschichte Ilfelds...
Albert Ritter kommt 1717 als Lehrer an die königliche Klosterschule zu Ilfeld wo er zum Prorektor und Senior aufsteigt. Nach theologischen, philosophischen, mathematischen und naturwissenschaftlichen Studien in Jena, Coburg, Braunschweig und Helmstedt, verfügt er über hervorragende Kenntnisse.
In Jena lernte er auch den Rektor Johann Christian Mylius welcher ein Schüler von Michael Neander an der Ilfelder Klosterschule war. Bereits 1708 unternimmt Ritter, 69 Jahre vor J.W. Goethe, mit 10 Kommilitonen seine erste Brockenbesteigung. 1710 wird er Hauslehrer des 13 jährigen Franz Ernst Brückmann dem späterem Braunschweiger ARZT und Naturwissenschaftler.
Zwischen beiden entsteht eine Lebenslange Freundschaft und Verbundenheit. Beide werden Mitglied der ACADEMIA NATURAE CURSSORUM (der Leopoltina; Deutschlands älteste wissenschaftliche Vereinigung) und veröffentlichen eine ganze Reihe von naturwissenschaftlichen Arbeiten.
1717 kommt Albert Ritter als Naturkunde Lehrer an die Ilfelder Klosterschule. Ritter bekannt als Sammler und Forscher, legte somit viele Sammlungen, der verschiedensten Art an, welche er zu Lehrzwecken nutzte. Diese Sammlungen waren den Schülern, der Schule und Anderen zugänglich. Bereits 1720 sprach man von einem Musei Ritteriani. Somit besteht seit 1720 in Ilfeld ein Museum.
Albert Ritter pflegte einen guten Kontakt zu dem Nordhäuser Friedrich Christian Lesser. Er war Gast bei Lessers Hochzeit und verfasste hierzu sogar ein Hochzeitsgedicht. Ritter verstand es vorbildlich seine Lehrtätigkeit mit seinen naturwissenschaftlichen Forschungen zu verbinden. Er war Botaniker, Geologe und Physiker zugleich, welches seine Forschungen und sein Museum verdeutlichen. Seine geologische, Lieblings Forschung war der Südharzer Alabaster, der Gips-Karstgürtel.
Denn von Ihm wurde die Kelle mehrmals erforscht, ebenso der Tanzteich in Sachswerfen. Er legte eine größere Sammlung von Alabastersorten des Südharzes an, welche er untersucht und beschrieben hat. Unter anderem in; Lucubratincula de alabastris, eine weitere Abhandlung beschäftigt sich mit den Ilfelder Sedimenten und den Mergelnüssen.
In seinem Museum sind zu finden Gesteinssammlungen, Sammlungen von Pflanzen, Insekten Schmetterlingen, Amphibien und Präparate von größeren Tieren. Des weiterem gibt es ein komplettes menschliches Skelet, ein Model eines Auges, eine Laterna magica bis hin zu einem aus Elfenbein bestehendem Mikroskop, mineralische- und chemische- Lösungen und Tabellen.
Mit diesem einmaligen Museum war Ritter seiner Zeit ein ganzes Stück voraus. Im Jahr 1723 verfasst Dr. F. Ernst Brückmann eine Abhandlung über das Ilfelder Museum von Albert Ritter, welche später in Druckform veröffentlicht wird. Basedow führte erst 1776 solche Sammlungen und Experimente an anderen Schulen ein.
Es ist schon bemerkenswert welchen Bildungsstand die Ilfelder Klosterschule hatte und vermittelte. Von Neander über Mylius zu Ritter und so weiter. Wer hätte das gedacht, dass das kleine Ilfeld so ein bedeutendes Museum und Wissensstand hatte, welches für Deutschland mit Zukunft weisend war. Ilfeld sollte auf seine Geschichte stolz sein und diese in Ehren halten.
Aus diesem Grund möchten wir auch am 05. Oktober 2015 um 18.30 Uhr einen Museums-Stammtisch durchführen. Denn das bestehende Museum begeht am 03. Oktober sein 22 jähriges Bestehen. Hierzu sind Alle welche Interessen an der Geschichte und dem Museum haben ganz herzlichst schon jetzt eingeladen. Nähere Informationen entnehmen Sie bitte einer weiteren Veröffentlichung. Schon jetzt freue ich mich Sie zu dieser Veranstaltung begrüßen zu dürfen.
Mit ganz herzlichen und harzlichen Grüßen
Manfred Kappler
Autor: redAlbert Ritter kommt 1717 als Lehrer an die königliche Klosterschule zu Ilfeld wo er zum Prorektor und Senior aufsteigt. Nach theologischen, philosophischen, mathematischen und naturwissenschaftlichen Studien in Jena, Coburg, Braunschweig und Helmstedt, verfügt er über hervorragende Kenntnisse.
In Jena lernte er auch den Rektor Johann Christian Mylius welcher ein Schüler von Michael Neander an der Ilfelder Klosterschule war. Bereits 1708 unternimmt Ritter, 69 Jahre vor J.W. Goethe, mit 10 Kommilitonen seine erste Brockenbesteigung. 1710 wird er Hauslehrer des 13 jährigen Franz Ernst Brückmann dem späterem Braunschweiger ARZT und Naturwissenschaftler.
Zwischen beiden entsteht eine Lebenslange Freundschaft und Verbundenheit. Beide werden Mitglied der ACADEMIA NATURAE CURSSORUM (der Leopoltina; Deutschlands älteste wissenschaftliche Vereinigung) und veröffentlichen eine ganze Reihe von naturwissenschaftlichen Arbeiten.
1717 kommt Albert Ritter als Naturkunde Lehrer an die Ilfelder Klosterschule. Ritter bekannt als Sammler und Forscher, legte somit viele Sammlungen, der verschiedensten Art an, welche er zu Lehrzwecken nutzte. Diese Sammlungen waren den Schülern, der Schule und Anderen zugänglich. Bereits 1720 sprach man von einem Musei Ritteriani. Somit besteht seit 1720 in Ilfeld ein Museum.
Albert Ritter pflegte einen guten Kontakt zu dem Nordhäuser Friedrich Christian Lesser. Er war Gast bei Lessers Hochzeit und verfasste hierzu sogar ein Hochzeitsgedicht. Ritter verstand es vorbildlich seine Lehrtätigkeit mit seinen naturwissenschaftlichen Forschungen zu verbinden. Er war Botaniker, Geologe und Physiker zugleich, welches seine Forschungen und sein Museum verdeutlichen. Seine geologische, Lieblings Forschung war der Südharzer Alabaster, der Gips-Karstgürtel.
Denn von Ihm wurde die Kelle mehrmals erforscht, ebenso der Tanzteich in Sachswerfen. Er legte eine größere Sammlung von Alabastersorten des Südharzes an, welche er untersucht und beschrieben hat. Unter anderem in; Lucubratincula de alabastris, eine weitere Abhandlung beschäftigt sich mit den Ilfelder Sedimenten und den Mergelnüssen.
In seinem Museum sind zu finden Gesteinssammlungen, Sammlungen von Pflanzen, Insekten Schmetterlingen, Amphibien und Präparate von größeren Tieren. Des weiterem gibt es ein komplettes menschliches Skelet, ein Model eines Auges, eine Laterna magica bis hin zu einem aus Elfenbein bestehendem Mikroskop, mineralische- und chemische- Lösungen und Tabellen.
Mit diesem einmaligen Museum war Ritter seiner Zeit ein ganzes Stück voraus. Im Jahr 1723 verfasst Dr. F. Ernst Brückmann eine Abhandlung über das Ilfelder Museum von Albert Ritter, welche später in Druckform veröffentlicht wird. Basedow führte erst 1776 solche Sammlungen und Experimente an anderen Schulen ein.
Es ist schon bemerkenswert welchen Bildungsstand die Ilfelder Klosterschule hatte und vermittelte. Von Neander über Mylius zu Ritter und so weiter. Wer hätte das gedacht, dass das kleine Ilfeld so ein bedeutendes Museum und Wissensstand hatte, welches für Deutschland mit Zukunft weisend war. Ilfeld sollte auf seine Geschichte stolz sein und diese in Ehren halten.
Aus diesem Grund möchten wir auch am 05. Oktober 2015 um 18.30 Uhr einen Museums-Stammtisch durchführen. Denn das bestehende Museum begeht am 03. Oktober sein 22 jähriges Bestehen. Hierzu sind Alle welche Interessen an der Geschichte und dem Museum haben ganz herzlichst schon jetzt eingeladen. Nähere Informationen entnehmen Sie bitte einer weiteren Veröffentlichung. Schon jetzt freue ich mich Sie zu dieser Veranstaltung begrüßen zu dürfen.
Mit ganz herzlichen und harzlichen Grüßen
Manfred Kappler
