Kleiner Integrationsgipfel
Nordhausen hilft
Freitag, 21. August 2015, 19:16 Uhr
Die Zahl der flüchtenden Menschen, die es bis nach Thüringen und damit auch nach Nordhausen schaffen, steigt weiter. Alleine könne diese "Herkulesaufgabe" nicht gestemmt werden, deswegen plant die Stadt eine Art kleinen Integtrationsgipfel, um diejenigen zusammenzubringen, die jetzt schon aktiv helfen...
Rund 120 Menschen, Flüchtlinge aus den verschiedensten Ecken der Welt, erreichen im Monat Nordhausen. "Plus X", sagt Pfarrerin Elisabeth Alpers von Biela, Vorstandsmitglied des Verein Schrankenlos. Wieviele Flüchtende es wann bis nach Mitteleuropa schaffen, kann niemand sagen, entsprechend schwer ist die Planung, erklärt Frau von Biela zum Pressegespräch im Rathaus.
Schrankenlos betreut die Flüchtlinge im Nordhäuser Kreis seit Jahren und kümmert sich im Auftrag des Landkreises vor allem um die Unterbringung. Das ist die erste und wichtigste Aufgabe. Als zweiten, kaum minder wichtigen Auftrag, betrachtet man im Verein die Herausforderung nicht nur den Flüchtenden Deutschland und Nordhausen nahe zu bringen, sondern auch die Einheimischen zu Kontakten mit den Neuankömmlingen zu bewegen. "Wir wollen Begegnungen schaffen um Vorurteile abzubauen", sagt von Biela, "wenn man mit den Leuten ins Gespräch kommt, verliert sich die Scheu" und man könne dem "Sozialneid" entgegenwirken.
Die meisten Menschen, die in Deutschland ankommen, wollten nicht einfach nur Geld abfassen, sagt Biela. Hinter den Zahlen verbergen sich "Schicksale, Ängste und Sorgen, die man als Unbeteiligter nicht fassen und nur schwer verstehen kann." Dafür gebe es unheimlich viele Gerüchte die jeder Grundlage entbehren. Unverständnis und Ablehnung bis hin zum Hass sind aber nur die eine Seite, es gibt auch zahlreiche Menschen, die gerne helfen wollen. Das merkt man in letzter Zeit sowohl im Schrankenlos wie auch bei der Stadtverwaltung. Letzere hatte vor kurzem hilfsbereite Bürger dazu aufgerufen, sich über den City-Ruf zu melden, um zu erfahren wo geholfen werden kann.
Allein zehn ehrenamtliche Helfer hätten sich im Lauf der Woche im Verein gemeldet, erklärte Schrankenlos Geschäftsführerin Stephanie Tiepelmann-Halm, rund 25 Personen sind bereits als Helfer aktiv und begleiten Neuankömmlinge als Integrationslotsen auf dem Weg zum Amt oder zum Arzt, für den Oktober stehen gut 15 Studenten als Helfer bereit. Derzeit laufen außerdem sechs über den Verein aufgestellte Deutsch-Kurse, angeboten von ehemaligen Lehrern und Privatpersonen. An der Petersbergschule wird es im neuen Schuljahr eine Klasse für Kinder von Migranten geben und auch das Jugendsozialwerk bereitet ein Projekt "Schulstart" vor.
Um die verschiedenen Institutionen und Helfer an einen Tisch zu bringen, will die Stadt Anfang kommenden Monats einen kleinen Integrationsgipfel organisieren. Unter dem Motto "Nordhausen hilft" wolle man ein positives Zeichen setzen, auch über die Region hinaus, anstatt die Verantwortung, wie es derzeit auf Landes- und Bundesebene geschehe, hin und her zu schieben, erklärte Nordhausens Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh. Diese liege zwar beim Landkreis, aber das Leben spiele sich auch in der Stadt ab, so Zeh weiter. "Auch wir sind in der Pflicht", sagte Zeh, "wir haben die humanitäre Verantwortung etwas beizutragen". Momentan geschieht das vor allem durch die Bereitstellung von Räumen, etwa für die Schulklassen und Sprachkurse.
Mit den steigenden Flüchtlingszahlen Zahlen potentiere sich auch die schwiergkeit der Aufgabe, meint Zeh, damit könne man keine Einrichtung oder Institution alleine lassen, auch nicht den Verein Schrankenlos, für dessen Arbeit sich der OB eindringlich bedankte. Die Zusammenkunft im September soll vor allem dem Austausch und der Sensibilisierung dienen. Durch bessere Vernetzung und Koordination sollen zudem Doppelstrukturen vermieden werden.
Wer schon jetzt helfen will aber keine Zeit hat, sich persönlich in Vereinen oder Inititativen wie dem Schrankenlos zu engagieren, der kann natürlich Fördermitglied werden. Oder Sachspenden abgeben. Der Verein Schrankenlos sucht für die Unterkünfte zur Zeit vor allem nach:
Wer Kleidung spenden will kann das bei den lokalen Tauschbörsen der Caritas in der Landgrabenstraße 16 und des Deutschen Roten Kreuzes in der Halleschen Straße 42 tun. Möbelspenden nimmt Schrankenlos ebenfalls an. Allerdings sollte man vorher im Verein via E-Mail mit Foto des Möbelstücks und Kontaktdaten anfragen. Möbelstücke können auch im "Stöbereck" des Vereins LIFT am Taschenberg 38a gespendet werden.
Angelo Glashagel
Autor: redRund 120 Menschen, Flüchtlinge aus den verschiedensten Ecken der Welt, erreichen im Monat Nordhausen. "Plus X", sagt Pfarrerin Elisabeth Alpers von Biela, Vorstandsmitglied des Verein Schrankenlos. Wieviele Flüchtende es wann bis nach Mitteleuropa schaffen, kann niemand sagen, entsprechend schwer ist die Planung, erklärt Frau von Biela zum Pressegespräch im Rathaus.
Schrankenlos betreut die Flüchtlinge im Nordhäuser Kreis seit Jahren und kümmert sich im Auftrag des Landkreises vor allem um die Unterbringung. Das ist die erste und wichtigste Aufgabe. Als zweiten, kaum minder wichtigen Auftrag, betrachtet man im Verein die Herausforderung nicht nur den Flüchtenden Deutschland und Nordhausen nahe zu bringen, sondern auch die Einheimischen zu Kontakten mit den Neuankömmlingen zu bewegen. "Wir wollen Begegnungen schaffen um Vorurteile abzubauen", sagt von Biela, "wenn man mit den Leuten ins Gespräch kommt, verliert sich die Scheu" und man könne dem "Sozialneid" entgegenwirken.
Die meisten Menschen, die in Deutschland ankommen, wollten nicht einfach nur Geld abfassen, sagt Biela. Hinter den Zahlen verbergen sich "Schicksale, Ängste und Sorgen, die man als Unbeteiligter nicht fassen und nur schwer verstehen kann." Dafür gebe es unheimlich viele Gerüchte die jeder Grundlage entbehren. Unverständnis und Ablehnung bis hin zum Hass sind aber nur die eine Seite, es gibt auch zahlreiche Menschen, die gerne helfen wollen. Das merkt man in letzter Zeit sowohl im Schrankenlos wie auch bei der Stadtverwaltung. Letzere hatte vor kurzem hilfsbereite Bürger dazu aufgerufen, sich über den City-Ruf zu melden, um zu erfahren wo geholfen werden kann.
Allein zehn ehrenamtliche Helfer hätten sich im Lauf der Woche im Verein gemeldet, erklärte Schrankenlos Geschäftsführerin Stephanie Tiepelmann-Halm, rund 25 Personen sind bereits als Helfer aktiv und begleiten Neuankömmlinge als Integrationslotsen auf dem Weg zum Amt oder zum Arzt, für den Oktober stehen gut 15 Studenten als Helfer bereit. Derzeit laufen außerdem sechs über den Verein aufgestellte Deutsch-Kurse, angeboten von ehemaligen Lehrern und Privatpersonen. An der Petersbergschule wird es im neuen Schuljahr eine Klasse für Kinder von Migranten geben und auch das Jugendsozialwerk bereitet ein Projekt "Schulstart" vor.
Um die verschiedenen Institutionen und Helfer an einen Tisch zu bringen, will die Stadt Anfang kommenden Monats einen kleinen Integrationsgipfel organisieren. Unter dem Motto "Nordhausen hilft" wolle man ein positives Zeichen setzen, auch über die Region hinaus, anstatt die Verantwortung, wie es derzeit auf Landes- und Bundesebene geschehe, hin und her zu schieben, erklärte Nordhausens Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh. Diese liege zwar beim Landkreis, aber das Leben spiele sich auch in der Stadt ab, so Zeh weiter. "Auch wir sind in der Pflicht", sagte Zeh, "wir haben die humanitäre Verantwortung etwas beizutragen". Momentan geschieht das vor allem durch die Bereitstellung von Räumen, etwa für die Schulklassen und Sprachkurse.
Mit den steigenden Flüchtlingszahlen Zahlen potentiere sich auch die schwiergkeit der Aufgabe, meint Zeh, damit könne man keine Einrichtung oder Institution alleine lassen, auch nicht den Verein Schrankenlos, für dessen Arbeit sich der OB eindringlich bedankte. Die Zusammenkunft im September soll vor allem dem Austausch und der Sensibilisierung dienen. Durch bessere Vernetzung und Koordination sollen zudem Doppelstrukturen vermieden werden.
Wer schon jetzt helfen will aber keine Zeit hat, sich persönlich in Vereinen oder Inititativen wie dem Schrankenlos zu engagieren, der kann natürlich Fördermitglied werden. Oder Sachspenden abgeben. Der Verein Schrankenlos sucht für die Unterkünfte zur Zeit vor allem nach:
- Bettwäsche und Bettlaken für Kinder und Erwachsene
- Handtücher
- Geschirr
- Besteck
- Schulmaterial wie Stifte, Hefter, Blöcke, Tuschkästen und ähnliches
- Vorhänge und Stangen
- Spielzeug (außer Kuscheltiere)
Wer Kleidung spenden will kann das bei den lokalen Tauschbörsen der Caritas in der Landgrabenstraße 16 und des Deutschen Roten Kreuzes in der Halleschen Straße 42 tun. Möbelspenden nimmt Schrankenlos ebenfalls an. Allerdings sollte man vorher im Verein via E-Mail mit Foto des Möbelstücks und Kontaktdaten anfragen. Möbelstücke können auch im "Stöbereck" des Vereins LIFT am Taschenberg 38a gespendet werden.
Angelo Glashagel
