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SPD: Alle Standorte müssen sparen

Dienstag, 19. Juni 2001, 15:39 Uhr
Nordhausen (nnz). Zu morgigen Sitzung des Nordhäuser Stadtrates wird die SPD-Fraktion einen Eilantrag einbringen. Dabei geht es um die zukünftige Theaterstruktur in Thüringen und deren Auswirkung auf das Nordhäuser Theater. Die SPD-Fraktion hat der nnz den Antragstext freundlicherweise vorab zur Verfügung gestellt.


Beschlußtext: Der Stadtrat beschließt: "Die Stadt Nordhausen begrüßt die Gespräche mit dem Ministerium für Wissenschaft und Kunst, die eine ausgewogene Kultur- und Theaterlandschaft zum Ziel haben. Sie wird aber keine einschneidenden Strukturveränderungen für das Nordhäuser Theater akzeptieren, wenn nicht alle Theater- und Orchesterstandorte, besonders Erfurt, Weimar und Meiningen, vom Land zur Zusammenarbeit und Kostenersparnis bewegt werden."

Begründung: Eine Überarbeitung der Theater-Strukturlandschaft in Thüringen ist sicher notwendig, um weitere Kostensteigerungen und damit höhere Zuschusszahlungen zu vermeiden. Diesem Ansinnen des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst wird sich auch die Stadt Nordhausen stellen. Allerdings haben die bisherigen Gespräche und öffentlichen Verlautbarungen der Ministerin Schipanski gezeigt, dass es den Theatern in Erfurt, Weimar und Meiningen wieder einmal gelingen kann, notwendige Veränderungen in ihren Häusern zu umgehen. So hat die Ministerin bereits klargestellt, dass weiterhin 40 Prozent der Landeszuschüsse allein für Weimar und Erfurt zur Verfügung stehen, ohne das die Städte Veränderungen für ihre Häuser bisher akzeptiert haben. Vielmehr haben sich Erfurt und Weimar dafür ausgesprochen, das außer der Bühne in Meiningen alle anderen Theater im Land geschlossen werden sollen und diese dann von Erfurt bespielt werden sollen.

Diese völlig unsolidarische Haltung dieser Städte ist für uns absolut inakzeptabel und bedarf einer eindeutigen Entgegnung von Seiten der Stadt Nordhausen und hoffentlich auch anderer betroffener Städte. Es geht bei dieser Veränderung nicht nur um die Theater in Thüringen, nein es ist im Land mittlerweile erkennbar, dass in allen Bereichen eine absolute Konzentration auf die Landeshauptstadt stattfindet und es auch von den verschiedenen Ministerien hingenommen wird, wenn dazu die Regionen "ausbluten" müssen. Wir haben in Nordhausen freiwillig und frühzeitig mit Sondershausen eine gute Fusion betrieben und sind jetzt das kleinste 3-Sparten Theater in Thüringen.

Wir werden auch eine weitere Veränderung mitgestalten, wenn man diesen Veränderungswillen auch an den großen Häusern zeigt und dies unmissverständlich von Seiten der zuständigen Ministeriums eingefordert wird. Zum Vergleich die Zuschusszahlen in vergleichbar großen Städten: Das Theater in Nordhausen erhält vom Land pro Jahr 9,6 Millionen Mark Zuschuss. Das Theater in Weimar allein 30,9 Millionen Mark und das in Meiningen 21,1 Millionen Mark Zuschuss.
Autor: nnz

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