Ohne Oberzentren kein LEP
Donnerstag, 03. Juni 2004, 10:30 Uhr
Nordhausen (nnz). Das Thema Landesentwicklungsplan hätte schon längst erledigt sein müssen. Der jetzige mutlose Beschluss der Landesregierung ist eine Farce, machte der 1. Beigeordnete des Landkreises Nordhausen Matthias Jendricke (SPD) deutlich. Hintergründe dazu in Ihrer nnz.
Eigentlich hätte der Landesentwicklungsplan nach Ansicht von Jendricke schon vor zwei Jahren neu aufgestellt werden müssen, da zu diesem Zeitpunkt der alte Plan auslief und sich eine Reihe von Strukturveränderungen in Thüringen ergeben haben. Zuletzt gab es immer wieder Streit um die Festlegung für die Thüringer Oberzentren. Dabei gilt Erfurt, Jena und Gera als unstrittig, anders sieht es mit der Einstufung von Suhl, Eisenach und Nordhausen aus. Bisher waren diese Städte nur Mittelzentren mit Teilfunktion eines Oberzentrums.
Anhand der Einstufung der Städte im LEP werden in Thüringen auch die Finanzunterstützungen für diese Städte ausgereicht und auch bei der Vergabe von Behördensitzen spielt die Klassifizierung eine beachtliche Rolle. Die Stadt Nordhausen hatte daher auch immer wieder darauf bestanden, dass Nordhausen zum Oberzentrum heraufgestuft werden soll. Zuletzt hatte sich noch einmal die Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) mit einem persönlichen Schreiben an den Ministerpräsidenten Dieter Althaus (CDU) gewandt, um die Bedeutung der Stadt für die Nordregion zu unterstreichen (siehe nnz-Archv).
Aus fachlicher Sicht wäre es richtig, in jeder Planungsregion ein Oberzentrum zu platzieren und dies kann im Norden nur Nordhausen sein, meinte Matthias Jendricke. Der Kommunalpolitiker machte deutlich, dass die Landesplanung eine wichtige Grundlage für die Ausrichtung von Verkehrswegen, Industrieansiedlungen und die Bauplanung ist und daher ein weiterer Zeitverzug bei der LEP Festsetzung äußert problematisch ist.
Mit Verwunderung wurde der Vorschlag aufgenommen, dass die Landesregierung jetzt auch für Weimar und Saalfeld/Rudolstadt zusätzlich noch den Status für das Oberzentrum prüfen will, obwohl dies von Fachleuten als völlig unsinnig angesehen wird. Insbesondere, da ein Oberzentrum ein großräumiges Einzugsgebiet nachweisen muss, ist dies bei Weimar aufgrund der Nähe zu Erfurt und Jena nicht möglich. Nordhausen dagegen besitzt diesen Einzugsbereich auch in die angrenzenden Bundesländer hinein und auch die neuen statistischen Daten geben der Stadt Recht. Das Statistische Landesamt hat zuletzt die einzelnen Landtagswahlkreise analysiert, und da steht die Stadt Nordhausen sehr gut da.
Bei der Steuereinnahmekraft je Einwohner liegt Nordhausen mit 300,1 Euro fast gleichauf mit Eisenach (309,8), davor liegt zwar Erfurt mit 387,3, aber Jena (273,4) und Gera (233,1) sind mit ihren Werten weit abgeschlagen. Noch besser sieht es für die Stadt Nordhausen bei den Beschäftigten je 1000 Einwohner aus, hier hat die Stadt den zweitbesten Wert in ganz Thüringen (Erfurt 509, Nordhausen 457, Jena 440, Eisenach 427, ...Gera 361).
Die Zahlen hätten die Landesregierung eigentlich überzeugen müssen, aber vor der Landtagswahl wollte man sich dann doch nicht festlegen – für Matthias Jendricke eigentlich schade!
Autor: nnzEigentlich hätte der Landesentwicklungsplan nach Ansicht von Jendricke schon vor zwei Jahren neu aufgestellt werden müssen, da zu diesem Zeitpunkt der alte Plan auslief und sich eine Reihe von Strukturveränderungen in Thüringen ergeben haben. Zuletzt gab es immer wieder Streit um die Festlegung für die Thüringer Oberzentren. Dabei gilt Erfurt, Jena und Gera als unstrittig, anders sieht es mit der Einstufung von Suhl, Eisenach und Nordhausen aus. Bisher waren diese Städte nur Mittelzentren mit Teilfunktion eines Oberzentrums.
Anhand der Einstufung der Städte im LEP werden in Thüringen auch die Finanzunterstützungen für diese Städte ausgereicht und auch bei der Vergabe von Behördensitzen spielt die Klassifizierung eine beachtliche Rolle. Die Stadt Nordhausen hatte daher auch immer wieder darauf bestanden, dass Nordhausen zum Oberzentrum heraufgestuft werden soll. Zuletzt hatte sich noch einmal die Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) mit einem persönlichen Schreiben an den Ministerpräsidenten Dieter Althaus (CDU) gewandt, um die Bedeutung der Stadt für die Nordregion zu unterstreichen (siehe nnz-Archv).
Aus fachlicher Sicht wäre es richtig, in jeder Planungsregion ein Oberzentrum zu platzieren und dies kann im Norden nur Nordhausen sein, meinte Matthias Jendricke. Der Kommunalpolitiker machte deutlich, dass die Landesplanung eine wichtige Grundlage für die Ausrichtung von Verkehrswegen, Industrieansiedlungen und die Bauplanung ist und daher ein weiterer Zeitverzug bei der LEP Festsetzung äußert problematisch ist.
Mit Verwunderung wurde der Vorschlag aufgenommen, dass die Landesregierung jetzt auch für Weimar und Saalfeld/Rudolstadt zusätzlich noch den Status für das Oberzentrum prüfen will, obwohl dies von Fachleuten als völlig unsinnig angesehen wird. Insbesondere, da ein Oberzentrum ein großräumiges Einzugsgebiet nachweisen muss, ist dies bei Weimar aufgrund der Nähe zu Erfurt und Jena nicht möglich. Nordhausen dagegen besitzt diesen Einzugsbereich auch in die angrenzenden Bundesländer hinein und auch die neuen statistischen Daten geben der Stadt Recht. Das Statistische Landesamt hat zuletzt die einzelnen Landtagswahlkreise analysiert, und da steht die Stadt Nordhausen sehr gut da.
Bei der Steuereinnahmekraft je Einwohner liegt Nordhausen mit 300,1 Euro fast gleichauf mit Eisenach (309,8), davor liegt zwar Erfurt mit 387,3, aber Jena (273,4) und Gera (233,1) sind mit ihren Werten weit abgeschlagen. Noch besser sieht es für die Stadt Nordhausen bei den Beschäftigten je 1000 Einwohner aus, hier hat die Stadt den zweitbesten Wert in ganz Thüringen (Erfurt 509, Nordhausen 457, Jena 440, Eisenach 427, ...Gera 361).
Die Zahlen hätten die Landesregierung eigentlich überzeugen müssen, aber vor der Landtagswahl wollte man sich dann doch nicht festlegen – für Matthias Jendricke eigentlich schade!
