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Matschie gegen Sozialauswahl

Donnerstag, 03. Juni 2004, 08:14 Uhr
Nordhausen (nnz). In der Nordhäuser Cyriakikapelle trafen sich am Dienstagabend die Nordhäuser Sozialdemokraten mit ihrem Spitzenkandidaten zur Landtagswahl Christoph Matschie. Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Bildungspolitik.


Matschie gegen Sozialauswahl (Foto: nnz) Matschie gegen Sozialauswahl (Foto: nnz)


Die Sozialdemokraten streben das gemeinsame Lernen bis zum 8. Schuljahr an. Matschie machte deutlich, dass der Osten Vorreiter in der Umsetzung neuer Bildungskonzepte sein müsse. „Die letzten fünf Jahre brachten für Thüringen einen Stillstand in der Bildungspolitik – dies muss sich durch die Landtagswahlen ändern“, machte Christoph Matschie deutlich.

In den Diskussionsbeiträgen war man sich sicher, dass Bildung nicht nur eine Frage von Geld sei. Vielmehr setzen die Sozialdemokraten neben den Investitionsprogrammen für Ganztagsschulen, auch mehr auf inhaltliche Veränderungen bei der Schulpolitik in Thüringen. Matschie bezeichnete die Zahl der Schulabgänger ohne Schulabschluss für viel zu hoch in Thüringen und forderte mit dem gemeinsamen Lernen einen längeren sozialen Zusammenhalt von Schülern und Klassen ein.

Der ehrenamtliche Beigeordnete des Landkreises und zugleich Schulausschussvorsitzender des Kreistages, Winfried Theuerkauf (SPD), brachte es auf den Punkt, „das Schulsystem der CDU ist gescheitert und Veränderungen müssen jetzt kommen oder sie kommen nie“. Auch die SPD will am Leistungsanreiz im Schulsystem festhalten, aber die soziale Auswahl nach der Grundschule will man mit dem neuen Konzept beenden.

Der von Matschie ins Schattenkabinett berufene Bildungspolitiker Hans-Jürgen Döring erklärte, dass für die Realisierung einer guten Schulpolitik auch mehr Sozialarbeiter und Schulpsychologen notwendig sind. „Die CDU hat die sozialen Probleme an den Schulen immer ignoriert und diese Aufgabe allein dem Elternhaus zugeordnet“, erklärte Döring.

Die beiden Landtagskandidaten Dagmar Becker und Manfred Breitrück machten deutlich, dass es sich lohnt, für eine neue Bildungspolitik in Thüringen zu kämpfen. „Die Jugend entscheidet über unsere Zukunft und über unsere wirtschaftliche Entwicklung“, meinte Becker abschließend.
Autor: nnz

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