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Ausstellung eröffnet

Ein Fünfundsiebzigjähriger und seine Kunst

Mittwoch, 12. August 2015, 06:12 Uhr
Laut seiner Vita ist er am 10. Juli 75 Jahre alt geworden. Kaum zu glauben! So frisch und freundlich, so strotzend vor Lebenslust und Heimatverbundenheit, die er seit Jahrzehnten gekonnt in Kunstwerke umzusetzen versteht. Die Rede ist von keinem Geringeren als Klaus-Dieter Kerwitz, Nordhäuser Maler und Grafiker. Die Kreissparkasse Nordhausen hatte ihm zu Ehren gestern Abend zur Vernissage geladen. nnz war mit dabei...


Sparkassenvorstandsvorsitzender Wolfgang Asche fand herzliche Worte bei der Begrüßung der überaus zahlreich erschienenen Gäste. Er verwies auf die bereits seit Jahren währende angenehme Zusammenarbeit zwischen der Kreissparkasse und dem Künstler.

„Er ist Nordhäuser, er ist Südharzer - und das mit Leib und Seele“, so der Sparkassenchef. Er gratulierte dem Jubilar nochmals zum 75. Geburtstag. Doch Blumen überreichte er an diesem Abend an Ehefrau Heidemarie mit den erklärenden Worten: „Was wäre der Mann ohne seine Frau.“

Klaus-Dieter Kerwitz erblickte am 10. Juli 1940 in Nordhausen das Licht der Welt. Schon als Sechsjähriger begeisterte er sich an Pinsel, Farbe und Zeichenblatt. Nach Beendigung der regulären Schulzeit ging er von 1957 bis 1960 zur Arbeiter- und Bauernfakultät (ABF) nach Dresden. Hier bereitete er sich auf ein weiteres Studium vor. Das folgte schließlich an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig von 1962 bis 1967. Hochzeit hielt er 1963 mit Heidemarie Zimmermann.

Ein Jahr später kam Sohn Tomas zur Welt. Nach Beendigung des Kunststudiums blieb Kerwitz noch in Leipzig und engagierte sich als Freiberufler bei Messe- und weiteren Ausstellungsgestaltungen. Im Jahr 1970 wurde er Mitglied des Verbandes Bildender Künstler der DDR, zunächst in der Gebrauchsgrafik, ab 1978 dann in der Sektion Malerei und Grafik. 1976 zog es ihm zurück in seine Heimatstadt Nordhausen. Hier wirkte er über mehrere Jahre mit seinem Kollegen und Freund Gerd Mackensen in einem gemeinsamen Atelier. Im Ortsteil Rüdigsdorf erwarb die Familie Kerwitz 1984 ein Fachwerkhaus, das nach Um- und Ausbau seither als Wohn- und Arbeitsort dient.

In zahlreichen Kunstausstellungen war Kerwitz mit seinen Arbeiten bisher präsent. Unter anderem in Dresden, Prag, Moskau, Sofia, Linz, Charleville-Mezieres, Erfurt, Halle, Wernigerode, und Sangerhausen. Und kürzlich erst in der Galerie der Burg von Großbodungen.

"50 Jahre in & um Nordhausen herum" – so betitelt sich seine aktuelle Ausstellung. Darin präsentiert Kerwitz 50 Werke, die in fünf Jahrzehnten künstlerischen Schaffens entstanden sind. Laudatorin Susanne Hinsching verwies eingangs auf die gegenwärtig im Nordhäuser Kunsthaus Meyenburg laufende Sonderausstellung über Goya & Dali. Und fand, dass in der Kunst von Klaus-Dieter Kerwitz auch Einflüsse Goyas erkennbar seien.

„Einige seiner Werke lassen Raum für Emotionales und Hintergründiges“. Hinsching beschrieb u.a. die künstlerische Entwicklung des Jubilars und hob die hauptsächlichen Motive in seinen Werken hervor: Seine Landschaftsimpressionen geben die jahreszeitlich bedingten Stimmungen wieder, wobei die Farbgestaltung ihr Übriges tut. Die Stadtansichten von Nordhausen schließlich zeugen von seiner Verbundenheit zu seiner Heimatstadt. Collagen und farbintensive Wandbilder gehen bei Kehrwitz einher mit Mischtechniken und anspruchsvoller Aquatinten-Technik, aus der zahlreiche surreale, expressive, ironische und philosophische Blätter entstanden sind. Seine gesamte Kunst ist eine Liebeserklärung an seine Heimat.

Klaus-Dieter Kerwitz richtete im Anschluss an die Laudatio herzliche Dankesworte an Susanne Hinsching, an Wolfgang Asche und die große Gästeschar. Er zeigte sich sehr gerührt wegen des riesigen Interesses an seiner Ausstellung. Zur Wahl des Ausstellungstitels sagte er, dass er unter dem Motto „50 Jahre in & um Nordhausen herum“ Bilder präsentieren kann, die bereits auf anderen Ausstellungen schon zu sehen waren. Ach ja: Die in der KSK-Galerie ausgestellten Werke können auch käuflich erworben werden.

Die musikalische Einstimmung auf die neue Ausstellung lag im wahrsten Sinne des Wortes in den Händen von Matthias Weicker vom Loh-Orchester Sondershausen, was übrigens ein Wunsch des Jubilars war.

Die Ausstellung ist bis zum 4. September 2015 zu den Öffnungszeiten der Kreisparkasse Nordhausen, Kornmarkt 9, (Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr) zu sehen.
Hans-Georg Backhaus
Autor: red

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