"Sammelklage" wird vorbereitet
Kein Licht im Zimmer, dafür jede Menge Ungeziefer
Dienstag, 11. August 2015, 09:30 Uhr
Wer in der Töpferstraße in Nordhausen wohnt, der hat einen unschlagbaren Vorteil: Er lebt mitten in der Innenstadt, hat kurze Wege und hat so einiges Grün vor der Tür. Für viele Menschen ist dieses Grün jedoch des Guten zuviel...
Im Zuge der Sanierung der "Scheiben" in der Töpferstraße wurden auch die Außenanlagen samt Geh- und Radwege neu gestaltet. Das muss im Vorfeld der Landesgartenschau gewesen sein. Ist also mehr als zehn Jahre her.
Zu den Gestaltungselementen gehörten auch die sogenannten Hochbeete mit den darin gepflanzten Bäumen. Das sah alles in den ersten Jahren vermutlich noch wunderschön aus. Jetzt wird das Grün zum Ärgernis für die dort wohnenden Menschen, vor allem jene im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss.
Die haben statt der Sicht eine grüne Front vor ihren Fenstern. Das Grün der gewachsenen Bäume ist mittlerweile so dicht, dass es in den Zimmern dunkel ist. Zu dem klagen die dort wohnenden Familien über eine mangelnde Belüftungsmöglichkeit. Statt frischer Luft kommt Ungeziefer aus den Bäumen und Sträuchern in die Zimmer.
Viel Grün, wenig Licht in den Zimmern (Foto: nnz)
Und so haben sich die Mieter natürlich zuerst an den Vermieter, zum Beispiel die Wohnungsbaugenossenschaft Südharz gewandt. Dort kennt man das Problem, kann aber nicht handeln. Sven Dörmann vom Vorstand der WBG sagt, dass man mit der Stadt seit einiger Zeit im Gespräch sei und folgendes Angebot unterbreitet habe: Die Stadt beräumt die Hochbeete, die WBG kümmert sich um die anschließende Neugestaltung und würde dafür rund 25.000 Euro zur Verfügung stellen.
Nach Informationen der nnz gestalte sich das alles sehr zählebig und kompliziert - nicht etwa aus Sicht der Genossenschaft, sondern aus Sicht des Rathauses. In einem ersten Schritt wolle man das Lichtraumprofil ändern und die Zugänge wieder freischneiden, sagte Stadtförster Axel Axt der nnz. Das war es dann auch. Wenn die Mieter der rund 50 betroffenen Wohnungen heute dachten, sie werden von der "grünen Wand", vom Viehzeug und vom Blau der Beeren erlöst, dann irren sie sich. Mehr als das Ausästen wird es nicht geben und so werden sich die betroffenen Nordhäuser an geschlossene Fenster und an die Dauerbeleuchtung der Zimmer zur Töpferstraße weiter gewöhnen.
Peter-Stefan Greiner
Autor: redIm Zuge der Sanierung der "Scheiben" in der Töpferstraße wurden auch die Außenanlagen samt Geh- und Radwege neu gestaltet. Das muss im Vorfeld der Landesgartenschau gewesen sein. Ist also mehr als zehn Jahre her.
Zu den Gestaltungselementen gehörten auch die sogenannten Hochbeete mit den darin gepflanzten Bäumen. Das sah alles in den ersten Jahren vermutlich noch wunderschön aus. Jetzt wird das Grün zum Ärgernis für die dort wohnenden Menschen, vor allem jene im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss.
Die haben statt der Sicht eine grüne Front vor ihren Fenstern. Das Grün der gewachsenen Bäume ist mittlerweile so dicht, dass es in den Zimmern dunkel ist. Zu dem klagen die dort wohnenden Familien über eine mangelnde Belüftungsmöglichkeit. Statt frischer Luft kommt Ungeziefer aus den Bäumen und Sträuchern in die Zimmer.
Viel Grün, wenig Licht in den Zimmern (Foto: nnz)
Und so haben sich die Mieter natürlich zuerst an den Vermieter, zum Beispiel die Wohnungsbaugenossenschaft Südharz gewandt. Dort kennt man das Problem, kann aber nicht handeln. Sven Dörmann vom Vorstand der WBG sagt, dass man mit der Stadt seit einiger Zeit im Gespräch sei und folgendes Angebot unterbreitet habe: Die Stadt beräumt die Hochbeete, die WBG kümmert sich um die anschließende Neugestaltung und würde dafür rund 25.000 Euro zur Verfügung stellen.
Nach Informationen der nnz gestalte sich das alles sehr zählebig und kompliziert - nicht etwa aus Sicht der Genossenschaft, sondern aus Sicht des Rathauses. In einem ersten Schritt wolle man das Lichtraumprofil ändern und die Zugänge wieder freischneiden, sagte Stadtförster Axel Axt der nnz. Das war es dann auch. Wenn die Mieter der rund 50 betroffenen Wohnungen heute dachten, sie werden von der "grünen Wand", vom Viehzeug und vom Blau der Beeren erlöst, dann irren sie sich. Mehr als das Ausästen wird es nicht geben und so werden sich die betroffenen Nordhäuser an geschlossene Fenster und an die Dauerbeleuchtung der Zimmer zur Töpferstraße weiter gewöhnen.
Peter-Stefan Greiner





